Firefly: The Message (1×12)

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The Message ist auf der Emotionsskala des Firefly-Universums die traurigste Episode. Dafür gibt es mehrere Gründe und zwar nicht nur inhaltliche. So weit bekannt war es die letzte Episode, die gedreht wurde, bevor die Firefly-Crew sich trennen musste. Aus diesem Grund wirkt die letzte Szene im Schnee wie ein authentischer Abschied. Auch auf der auditiven Ebene ist die Atmosphäre von Abschiedsgedanken erfüllt. Das „Sad Violin“-Musikthema ist ständig präsent und spiegelt nicht nur die Atmosphäre der Episode wieder, sondern ausgehend von der Geschichte der Serie selbst, ein trauriges Zurechtfinden mit ihrem eigenen Schicksal.

An dieser Stelle wussten die Beteiligten, dass ihre Space-Odyssee zu Ende geht, dass sie genau dem zum Opfer gefallen sind, vor dem sie in ihrer fiktionalen Welt wegrennen, der Alliance in Gestalt von FOX. Wenn man es auf dieser Ebene weiter denkt, kann man sagen, dass der Film „Serenity“ nicht nur der Versuch eines Schlusspunktes ist, sondern eine Abrechnung mit dem Network, das Firefly tötete. Die Ereignisse auf dem Planeten Miranda spiegeln die Arbeit eines Networks: Man will eigentlich alles besser machen und den Menschen einen Gefallen tun, ihr Leben verbessern. Und manchmal geht das nach hinten los, wie im Fall der Reavers. Das ist The Message!

Für viele Kritiker der Serie schienen die kleinen Szenen zwischen Simon und Kaylee belanglos oder wie Seifenoperversuche, aber sie stellen jedes Mal eine unaufdringliche Verbindung zum Hauptplot her und arbeiten gleichzeitig an der Entwicklung der Figuren bzw. an ihrer Präsentation. Denn The Message ist zwar eine weitere Episode über Vertrauen und Familie, aber sie stellt einen Vergleich zwischen Tracey und Simon her. Was haben die beiden miteinander zu tun?

Fangen wir von vorne an: Mal und Zoe bekommen eine überdimensionale Postlieferung, die einen Sarg enthält. Im Sarg entdecken sie mit Entsetzen ihren alten Kriegskameraden Tracey. Anhand von Flashbacks werden wir Zeugen von der Zeit der drei im Unabhängigkeitskrieg. Und insbesondere von der Tatsache, dass Tracey sich immer darauf verlassen konnte, von den beiden Kameraden durchgebracht zu werden. Die Eigensinnigkeit bzw. die Erwartungshaltung, dass Freunde ihr Leben für dich riskieren werden, um dich zu retten, ist nicht nur Traceys Charakterisierung, sondern gleichzeitig Kritik an Simon.Kurze Zeit später erfahren wir, dass Tracey gar nicht tot ist, sondern sich in den Zustand selbst versetzt hat, um Alliance-Mitglieder zu entwischen, die illegalen Organhandel betreiben. Dabei rechnet er damit, dass Mal und Zoe auf seine Nachricht, die er in den Sarg mit eingepackt hat, reagieren werden. Und wenn man mit dem Schicksal spielt, kann aus dem Spiel Ernst werden. Man wird sozusagen eingeholt. So geschieht es auch mit Tracey, denn im Grunde nutzt er die Serenity-Crew für die eigenen Zwecke aus – unter dem Vorwand der Treue und der Freundschaft (Mal und Zoe).

Genauso wie Simon die Crew ausnutzt für seine eigenen Zwecke und sie damit in höchste Gefahr bringt. Das Gespräch mit Kaylee am Anfang der Episode ist nicht nur ein Beweis für Simons romantisches Mißgeschick, sondern eine Aussage darüber, dass er das Leben auf Serenity in erster Linie aus eigenem Nutzen gewählt hat und nicht für das Leben an sich. Wenn man so will, sind diese kritischen Töne und die Auseinandersetzung mit Traceys Situation und seinem Handeln der letzte Schritt der Eingliederung von Simon in die Serenity-Familie.

Traceys Eigensinnigkeit und das Ausnutzen der Freundschaft und Hilfsbereitschaft von Mal und Zoe holen ihn am Ende ein. Er stirbt – diesmal wirklich – durch Mals Hand, da Tracey auf ihn eine Waffe richtet und Kaylee als Geisel hält. Dadurch zeigt er sein wahres Gesicht.

Am Ende, als Mal & Co. Traceys Leiche zu seinen Verwandten bringen, wie er in der ursprünglich falschen Nachricht wünschte, hält Simon Kaylees Hand. Teil der Serenity-Familie zu sein als freie Wahl und nicht aus der Not und für die eigenen Zwecke: This is The Message!

Und die zweite, auf der humorvollen Seite, steckt in diesem Gespräch, als Jayne die Strickmütze (von seiner Mutter geschickt) aufsetzt:

Jayne: „How’s it sit? Pretty cunning, don’tchya think?
Kaylee: „I think it’s the sweetest hat ever.
Wash: „A man walks down the street in that hat, people know he’s not afraid of anything.
Jayne: „Damn straight.

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