Justified: Full Commitment (2×11)

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Nathalie Zea erzählte in einem Interview, sie genösse „the time of my life“, während sie mit all den Männern bei Justified arbeite. Aber sie betonte gleichzeitig, dass nichts die Energie einer Frau-zu-Frau-Szene ersetzen könne, und plädierte für „more ladies, more ladies“. Nun, Justified erfüllt diesen Wunsch. Die Serie hat im Schnitt 2.6 Millionen Zuschauer; fast zwei Drittel davon sind Männer.

Aber trotz sprühendem Testosteron auf dem Bildschirm kann man nicht übersehen, wie Justified, vor allem mit der zweiten Staffel, immer wieder neue Frauenfiguren ins Spiel bringt, gar sie das Spiel bestimmen lässt. Keine davon ist auf die leichte Schulter zu nehmen. Linda Gehringer, die Aunt Helen spielt, sagt: „We don’t have little simpy girls on this show.“ Die Mädchen in Justified sind erwachsen, erwachsener als die Männer.

Die Erzählung um Coover und Loretta (Kaitlyn Dever) veranschaulicht diese Tatsache am besten. Aber auch die Beziehung zwischen Raylan (Timothy Olyphant) und Art (Nick Searchy), dessen Worte in der letzten Episode bei Raylan ins Schwarze trafen. Trotz Raylans “coolness” verhält er sich Art gegenüber wie ein trotziges Kind, das zwar um die eigene Fehltritte weiß, aber weiter macht. Was bleibt ihm auch anderes übrig? Justified hat es geschafft, seine Hauptfigur in einen Teufelskreis zu manövrieren – letztendlich durch deren eigenes Verschulden.

Raylan und Boyd (Walton Goggins) haben seit der ersten Staffel eine Entwicklung durchgemacht; jetzt aber, gegen Ende der zweiten Staffel, befinden sie sich mehr oder weniger an ihren Ausgangspositionen, was ihre Rollen innerhalb der Geschichte betrifft. Boyd versucht das Crowder-Imperium wieder auf- und auszubauen – Raylan versucht das Richtige zu tun: aber nach eigenem Ermessen, wobei oft Disziplin und moralische Anbindung an das Gesetz fehlen. Die beiden sind und bleiben die Männer, die sie sind – und das Wissen darum macht ihre Schwäche aus.

Die Frauen, die mit den beiden in Kontakt kommen, scheinen ebenfalls genau um diese Schwäche zu wissen, auch wenn sie sich heraushalten und so tun, als wüssten sie nichts. Genau diesen Ratschlag gibt Helen Ava (Joelle Carter) in Full Commitment, um am eigenen Leib zu erfahren, wie unmöglich er zu befolgen ist. Wegen Arlos Beteiligung an Boyds Geschäften bekommt Helen Besuch von Dickie, der mit Offscreen-Schüssen endet. Ganz egal, wie viel die Frauen über ihre Männer wissen oder nicht wissen wollen: das bewahrt sie nicht davor, vom Geschehen unmittelbar betroffen zu werden.

Ebenso wie Helen in dieser Episode erfuhren dies auf unterschiedliche Weise bereits Winona und Mags (Margo Martindale) in der letzten. Mags befand sich in einer Machtposition, die sonst von den Männern in Justified eingenommen wird – in Leonards Erzählung übrigens ist Mags’ Figur männlich! -, und muss nun die Konsequenzen (er)tragen: den Verlust Lorettas und Coovers, den Hass der Einheimischen wegen des Minendeals. Auf Winonas Leben wiederum wurde ein Anschlag verübt, obwohl sie zu wenig von dem weiß, was um Raylan herum passiert und passiert ist. Mags jedoch, die erschöpft und niedergeschlagen wirkt, versichert Raylan, den Anschlag nicht befohlen zu haben: „You did kill my baby, but I’m the one who let him become a nitwit. And you saved Loretta.“

In Full Commitment sehen wir, wie sehr Art mit seiner Beurteilung in der letzten Episode Recht hatte: Raylan ist an einem Punkt angelangt, von dem aus er mit legalen Mitteln nicht mehr vorwärts kommen kann; er hat zu viele Feinde und zu viele Geheimnisse. Er versucht, auf Andere aufzupassen, aber inzwischen muss auf ihn aufgepasst werden, damit er sich nicht in den nächsten Schlamassel manövriert. Aus diesem Grund bekommt er auf Arts Befehl Babysitter Tim (Jacob Pitt) an die Seite gestellt, während Rachel auf Winona und den sich ständig entschuldigenden Gary aufpassen muss.

Tim gebührt übrigens Credit für die besten One-Liner der Episode – und für seine humorvolle Art, mit Raylan zurechtzukommen bzw. eben nicht zurechtzukommen. Denn der löst den Fall auf eigene Faust – und diesmal geschickt (vorerst), indem er Winona tatsächlich vor der Wahrheit bewahrt, Gary aus dem Bild zwingt und mit Duffy eine Art vorübergehenden Deal abschließt. Warum vorübergehend? Weil in Justifieds letzten beiden Staffel-2-Episoden alles außer Kontrolle geraten wird! Man kann nur Wetten darüber abschließen, wer überlebt und wer nicht – und wie die Frauen aus diesem Wahnsinn das Beste machen…

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