Justified: Veterans (1×11)

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Veterans ist genau die Episode, die ich kurz vor dem Finale erwartet habe. Nachdem man uns am Anfang der Staffel die Figuren und den fortlaufenden Konflikt präsentierte, folgten eine Reihe von Stand Alone-Episoden mit herausragenden Gastdarstellern. Sie dienten dazu, uns mit dem inneren Konflikt des Helden – Raylan Givens – vertraut zu machen, bevor man die Antagonisten (siehe die letzten zwei Episoden) die Szene betreten lässt. Und so, wie sie eingeführt wurden, kommen sie auch zurück – mit einem Krach!

In der vorherigen Episode hatte Boyd das Meth-Labor in die Luft gejagt; er löste damit eher bewusst als unbewusst eine Kette von Ereignissen aus, die in einen Showdown einmünden werden. Veterans bereitet diesen Showdown vor. Die Episode klärt die Positionen, ohne allzu viel über die eigentlichen Ziele der Figuren zu verraten. Dabei ist es genau das, was wir wissen wollen: was bezweckt Boyd wirklich? Denn während Papa Bo sein Geschäft neu aufzubauen versucht und Raylan die beiden Crowders wieder hinter Gitter bringen will, wissen wir immer noch nicht, welche Botschaft Boyds Gottesworten innewohnt. Eine verlogene?

Denn in einer von Nick Searchy sehr gut gespielten Szene geht Art bei Boyds wiederholten Bibel-Erklärungen hoch und beschuldigt ihn, das Christentum zu beflecken! Boyd bringt es fertig, jedem unter die Haut zu gehen; allen voran seinen Jüngern – als diese von der Polizei wegen des Meth-Labs verhört werden, haben sie nur eine Antwort: „Strike the shepherd, and the sheep will be scattered.“ Oder bei Dewey heißt es laut Raylan: „ Or words to that effect.“ Übrigens: Dewey hat sich tatsächlich zum Running Gag entwickelt.

In Veterans schließt er sich Boyds Kirche an, wird dann aber wegen einer Sünde rausgeschmissen – „onanism“, oder wie es Raylan bezeichnet: „polishing the German helmet“. (Kentucky ist eine linguistische Doktorarbeit wert.) Raylan versucht Dewey wieder einmal für seine Zwecke auszunutzen, indem er ihn zu seinem Assistenten macht und einen Vergleich zu „O.K. Corral“ zieht… um überrascht festzustellen, dass Dewey weiß, wovon er spricht: Am Ende sterben alle! Ja, hier werden definitiv einige sterben.

Dewey kommt in dieser Episode davon, als Boyd sich im letzten Moment – grandios gespielt: der Blick nach oben – umentscheidet. Vor dem Finale stellt Justified die Frage: wer wird sich für wen entscheiden? Grandios inszeniert die Serie ein Spiel zwischen Söhnen und Vätern, in dem keiner dem anderen traut und man kaum voraussagen kann, wie es endet. Denn auch Boyds Beziehung zu Bo ist nicht gerade rosig. Zwar denkt Bo, dass Boyd ihm einen Gefallen getan hat, indem er den RV hochgehen ließ: nun ist jeder bereit, Bo Schutzgeld zu zahlen. Aber Boyd hat etwas Anderes im Sinn. Vor allem, nachdem Bo die restlichen zwei Meth-Köche hat umbringen lassen und somit der Verdacht wieder auf Boyd fällt.

Endlich bekommen wir auch eine Szene zwischen den beiden Vätern, in welcher Bo… sein Geld von Arlo fordert. Welches Geld? Arlos Geheimnis: Er sollte Bos Geschäfte überwachen, solange der im Knast saß – hat es jedoch vermasselt. Jetzt haben er und Helen nur einen Tag Zeit!

Apropos Helen: Kommen wir zu den Frauen in Justified. Kein anderer als Bowman Crowder entpuppt sich als Arlos Helfer – und anscheinend wusste Ava davon. Nun: so richtig ansprechbar ist sie nicht, weil völlig betrunken – so sehr, dass ihr Raylan Handschellen anlegen muss, um von der Bar wegzubringen (und damit weg von Bos Leuten, die ihr ständig auf den Fersen sind). Er bringt sie ausgerechnet zu Winona, die, wie wir sehen, vielleicht mehr als dankbar ist für seine Hilfe mit Gary. Sie möchte jedenfalls ihre Haarspange wieder haben, die vermutlich in Raylans Wohnung liegt, seitdem sie ihn betrunken und zusammengeschlagen nach Hause gebracht hatte. In der Szene mit Raylan am Fahrstuhl scheint sie sich nicht wirklich unter Kontrolle zu haben…

In Justified scheinen alle aus den Fugen zu geraten, da sie vor Entscheidungen stehen, die sie weder treffen wollen noch können, aber wohl treffen müssen. Zwar sagt Bo zu Arlo: „I got control over my boy“, aber keiner von beiden hat wirklich die Macht und die Kontrolle über die Söhne. In einer der letzten Szenen sehen wir, wie sich Boyd einen neuen Raketenwerfer besorgt. Der Plan nimmt Gestalt an …

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