Fringe: A New Day in the Old Town (2×01)

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Es ist heutzutage gang und gäbe, eine Serie als Procedural mit Fall der Woche zu starten, die Figurengeschichten auszubauen und still und heimlich eine Mythologie zu entwickeln, ein Endziel für diese Figuren. Plötzlich sieht sich dann der Zuschauer mit einem riesigen übergreifenden Handlungsbogen konfrontiert (im positiven Sinn), und Puzzleteile beginnen ihren passenden Platz zu suchen. Wenn alles klappt! Und bei Fringe klappt es. Wenn jemand im Laufe der ersten Staffel Bedenken hatte – ich selbst hatte welche -, dann müssen sie mit der Eröffnung der zweiten Staffel ausgeräumt sein. Fringe kümmert sich nicht mehr um das Hochziehen der Augenbrauen und verwunderte Gesichter nach dem Prinzip: Wie konnte das passieren? Wie kann das sein? Die Serie nimmt sich mutig Themen wie Paralleluniversen und Formwandler vor (der Mensch des 21. Jahrhunderts als Shapeshifter) und verflechtet sehr geschickt die Figurengeschichten mitein…

Bummm! Und Olivia Durham (Anna Torv) flog – nicht über das Kuckucksnest, sondern aus der Frontscheibe des SUV. Nicht weniger schockierend: der Auftritt des Formwandlers, der mit Hilfe eines Geräts zu jedem und jeder werden kann. Sein Status: Soldat aus einem anderen Universum. Sein Ziel: Olivia zu beseitigen und zu erfahren, was ihr William Bell (Leonard Nimoy) im Paralleluniversum mitteilte. Die Kommunikation mit Hilfe der Schreibmaschine zwischen den Welten fand ich äußerst gelungen!

Was ist off-screen passiert? Nice job, Mr. J.J.! Ein Geheimnis, dem alle nachjagen – das ist Stoff für mehrere Episoden, wenn nicht für eine ganze Staffel. Denn als Olivia plötzlich aus dem Koma erwacht, erinnert auch sie sich nicht daran, was und sogar wer ihr was gesagt hat.

Als Olivia im Koma lag, sahen wir sehr schöne, ruhige Momente zwischen Walter (John Noble) und ihr und anschließend mit Peter (Joshua Jackson). Als Peter ihr einen Abschiedskuss geben will (Olivias Schwester sagt, sie wünsche keine Lebenserhaltungsmaßnahmen), öffnet sie die Augen und sagt, bevor sie zu schreien anfängt, einen Spruch auf – Griechisch? Ja! Später erweist sich, dass der Satz (übersetzt) folgendermaßen lautet: „Be a better man than your father.“ Das pflegte Peters Mutter ihm vor dem Einschlafen zu sagen, nachdem Walter verschwunden war – es meinte: kümmere dich um die Menschen, die du liebst. Spannend!

Wo wir bei interessanten Sätzen sind, hier kommt einer von Walt:

„Feel his anus! It’s soaking wet!“

John Noble machte aus den relativ wenigen Auftritten in dieser Episode regelrechte Highlights, inklusive Peters Geburtstagsfeier zum Schluss – natürlich mit der Kuh! Oh, und nicht zu vergessen der geschickte Aufbau einer neuen Beziehungsstufe zwischen Peter und Broyles (Lance Reddick) – in den Szenen am Ende der Episode und in der Bar, als beide Männer einen Whisky nach dem anderen in sich reinkippen. Obwohl sie klischeehaft scheinen mag – Männer trauern mit Alkohol – war sie wichtig und einfach nur gut. Ob es dagegen gut war, dass Nina (Blair Brown) Boyles auf die Lippen küsste? Lief immer schon etwas zwischen den beiden? Auch spannend!

Nicht so spannend und noch unbegründet ist die Einführung einer neuen Figur, der FBI-Agentin Amy Jessup (Meghan Markle), die sehr interessiert an der Fringe-Division ist, sich irgendwie Zutritt zu den Files verschafft und bereit ist, Peter und Co. zu helfen. Das ging schnell! Sogar am Ende der Episode sieht man sie die Fringe-Fälle mit Bibel-Passagen in Verbindung bringen. Doch spannend? Oder soll sie den Rachels Part in dem Dreieck Olivia-Peter-Schwester übernehmen, der eigentlich nie eine bedeutende Rolle spielte? Bleibt uns nur: wait and see, was die Autoren mit ihr vorhaben.

Während Washington die Fringe-Division schließen will und Broyles sich vor den Senatoren verantworten muss, taucht Charlie auf und stattet Olivia einen warmherzigen Besuch ab. Es schien mir fast so, als würden die Autoren Kirk Acevedo eine letzte Möglichkeit geben zu zeigen, was er als Schauspieler kann, bevor man ihn verabschiedet. Als ich in einem Artikel schrieb, dass sich Charlie vermutlich irgendwann als Bösewicht erweisen wird, hätte ich nie daran gedacht, dass ein Formwandler von ihm Besitz ergreifen würde – RIP Charlie!

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