Fringe: Dream Logic (2×05)

Standard

Fringe demonstriert in dieser zweiten Staffel, wie stark und rund die Dramaturgie einer Serie aussehen kann, wenn man auf jedes Detail achtet und alle Teile sinnvoll miteinander verbindet. Ganz wichtig: Der Fall der Woche soll nicht nur „an sich“ die Zuschauer beeindrucken, sondern die Figurenentwicklung und den handlungsübergreifenden Erzählstrang vorantreiben.

In Dream Logic bekommen Menschen, die an einem Experiment gegen Schlafwandeln und Schlafstörungen teilnehmen, einen Chip implantiert, der als eine Art Regulator funktioniert und ihnen erlaubt, nachts Ruhe zu finden.

Aber der Entwickler des Ganzen, Dr. Nayak (Bug aus Crossing Jordan), ist ein Mad Scientist. Er ist süchtig nach den Träumen Anderer und hackt sich regelmäßig bei seinen Patienten ein. Dieser Eingriff hat zur Folge, dass sie im wachen Zustand Alpträume bekommen und ihre Umgebung als bedrohlich empfinden – sie sehen Dämonen etc, was zu Paranoia und Gewaltausbrüchen führt. Kurz darauf sterben die Menschen plötzlich aufgrund einer totalen Erschöpfung. Letztendlich entpuppt sich alles nicht so sehr als „mad scientist“-Kram, sondern – sehr gelungene Wendung – der Geschichte liegt menschliche Schwäche zugrunde: Der gute Doktor war einfach süchtig – und seine Sucht spaltete seine Persönlichkeit (wir bekamen eigentlich alles geboten, von Stephen Kings Dreamcatcher bis zu Dr. Jekyll and Mr. Hyde). Dr. Nayak selbst hinterließ sich die Nachricht mit der Bitte aufzuhören, nachdem seine andere Hälfte (beziehungsweise sein anderer Zustand) ihm einen Drohzettel geschickt hatte, er solle nicht mit dem FBI sprechen.

Wir mussten an das Gespräch zwischen Olivia (Anna Torv) und Peter (Joshua Jackson) denken, als sie erzählte, dass ihr Stiefvater Alkoholiker war und sich immer in zwei unterschiedlichen Zuständen befand. Geschickt gemacht, Fringe-Autoren – alles miteinander verbinden! So schafft man eine dichte Erzählung. Apropos dichte Erzählung: Olivia, traumatisiert durch Charlies (Kirk Acevedo) Tod, möchte sich von Sam Weiss verabschieden, aber er meint, sie brauche weiterhin Hilfe, denn ihr ganzes Leben sei immer schon ein absoluter Alptraum (!) gewesen. Ihre neue Aufgabe besteht nun darin, Visitenkarten von denjenigen Leuten zu sammeln, die ihr begegnen und Rot tragen. Danach soll sie den ersten und den letzten Buchstaben eines jeden Namens nehmen und puzzeln.

And guess what: Am Ende kommt der Satz „You’re gonna be fine“ heraus, was Olivia Tränen in die Augen treibt, denn dieser Satz stammt von Agent Francis. An einem ihrer allerersten Arbeitstage hat er das zu ihr gesagt (das erzählte sie zuvor Peter).
Nice!

Die Episode endet mit einem (Alp)Traum – von Peter: Er träumt von sich selbst als kleinem Kind. Walter (John Noble) ist in diesem Traum auch da, in seinem Zimmer, und dann verschwindet Peter mit einem fürchterlichen Schrei.

Er wacht auf und erzählt Walter von dem Traum und dass er sich an den Rest nicht erinnert. Anscheinend träumt er von seinem Dimensionswechsel. Und wieder mal muss ich sagen: Spannend!

Zum Abschluss ein Walter-Special: „I’ve got a fireplace to keep me warm and if I get hungry in the middle of the night, the kitchen is only 13 steps away, which is a prime number and a sign of good fortune … don’t worry, son. I promise to wear my shorts to bed so that if you bring any young ladies home there aren’t any embarrassing moments.“
Wir haben nichts zu befürchten: Dream a Little Dream of Me.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s