Fringe: Earthling (2×06)

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Mittlerweile ist die TV-Störung beziehungsweise die Verwandlung des TV-Bildes in „Schnee“ zum TV-Topos geworden und beschreibt das Eindringen des Bösen/Horrors in den Alltag. Also: wenn die Lampen ausgehen und euer Fernseher spinnt, dann nichts wie raus und weg!

Aber TV-Figuren neigen dazu nachzuschauen, was nicht in Ordnung ist. Und aus der Geschichte des Horrorfilms ist uns bekannt, dass Personen, die nachschauen wollen, was los ist („Ich komm gleich wieder!“), nie wieder zurückkehren. So auch der Mann am Anfang dieser Episode. Er kehrt zwar zurück, aber auf eine unangenehm metaphorische Art und Weise: Asche zu Asche!

Der Schattenmann ist da: Earthling handelt von einem Alien-Wesen, das einen komatösen russischen Astronauten als Wirt benutzt und sich außerhalb des Körpers projiziert – ohne ihn zu verlassen! -, um sich von der Radioaktivität menschlicher Körper zu ernähren. Ich könnte mir vorstellen, dass der ehemalige Ostblock nach Tschernobyl ein Schlaraffenland für dieses Wesen wäre!

Aber zurück zur Handlung: Agent Broyles ist mit den Vorfällen vertraut, denn vor vier Jahren (in den Anfängen der Fringe Division) konnte er den „Asche zu Asche“-Tod mehrerer Menschen nicht lösen. Der Fall wurde zum Meilenstein für Broyles: Er markiert zugleich den Anfang seiner steilen Karriere und das Ende seiner Familie. Es ist erstaunlich, wie Lance Reddick es schafft, ein solches Klischee mit seiner Bildschirm-Präsenz interessant wirken zu lassen und sich unsere Empathie zu sichern. Denn hinter der ganzen Geschichte steckt (leider) nichts Weiteres als das.

Beste Szene der Episode (in der Olivia, Bell, die zwei Dimensionen, Nina Sharp etc. abgemeldet waren): Broyles und der kleine Junge im Restaurant. Sehr schön gelingt es Lance Reddick, mit seinem Mienenspiel Broyles’ „zwei Seelen“ wiederzuspiegeln! Eine Allegorie seines Familienlebens: Ganz relaxt und verspielt – und plötzlich ernst, verschlossen und – verschwunden. Dazu kommt noch Szene am Ende, in der er, um den Schatten zu stoppen und zurück zum Wirt zu holen, dem Astronauten aus kurzer Distanz in den Kopf schießt: Hardcore!

Ich muss zugeben: ich war etwas enttäuscht, dass kein größeres Geheimnis aus Broyles’ Vergangenheit gemacht wurde. Was steckt beispielsweise hinter dem Kuss zwischen ihm und Nina Sharp?

Am Ende versuchte man noch die Rätsel-Kurve zu kriegen: auf dunkler Straße trifft Broyles auf einen angeblichen CIA-Agenten, der ihn warnt, sich nicht noch einmal in CIA-Angelegenheiten einzumischen, und andeutet, dass man den Russen wieder in den Weltraum geschossen hat?!

Wie auch immer! Auf jeden Fall gilt anzumerken, dass die CG-Abteilung bei Fringe tolle Arbeit geleistet hat – die „Dekonstruktion“ der Körper in Asche war absolut genial! Die Story hingegen … nun ja…

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