Fringe: Gray Matters (2×10)

Standard

Schon in dem “Was bisher geschah”-Vorspann von Fringes Grey Matters kam Freude auf: Eine Mythologie-Episode! Fürchtet um eure Gehirnzellen! Das ist nur halbwegs metaphorisch gemeint, denn nach den ersten Bildern verspürte ich ein leises Kribbeln im Hypocampus-Bereich. Wie wir in dieser Episode erfahren, ist das der Bereich im menschlichen Hirn, in dem Erinnerungen gespeichert werden. Dann frage ich mich, ob auch bei mir ein Teil “entwendet” wurde, da ich mich an ein Bild aus dem Previously On gar nicht erinnere: Es zeigt Olivia (Anna Torv), die vor menschenleeren Ruinen steht und zu zwei brennenden, rauchenden Türmen hinaufblickt. Deutlich sind Löcher von einem großen Einschlag zu sehen. Im Prinzip werden für Previously On Bilder aus der Serie genommen, die wir schon kennen – dieses ist meiner Meinung nach neu. Stammt es aus einer Vision von Olivia oder aus der Erinnerung: an die Zukunft, an die andere Welt, die mit ihrer (unserer) kollidieren will, um genau das Eintreten dieser Bilder zu vermeiden, …?

W.B. oder W.B. hätten bestimmt eine Antwort. Lustige Koinzidenz, dass die Initialen der beiden Masterminds der Serie, William Bell (Leonard Nimoy) und William Bishop (John Noble), identisch sind. Apropos “mind”: Die ersten Bilder, die erwartungsgemäß bei Fringe hardcore-ekelerregend ausfallen, halten auch in Grey Matters ihren Standard. Sie aktivieren beim Zuschauer einen fast physischen Reiz und zwingen ihn zum Weiterschauen. Das alte Horrorfilm-Muster besagt: Das Gezeigte ist so schrecklich, dass ich die Augen nicht abwenden kann. In dieser Staffel haben wir mit kahlköpfigen Männern nur Probleme. Aber diesmal geht es nicht um die Observer, sondern um den Omega-Mann, dem der Kopf fehlte. Nun, jetzt ist der Kopf dran, hat Haare und erfreut sich bester Gesundheit. Momentane Tätigkeit: Hirnteile von drei bestimmten Patienten in drei psychiatrischen Anstalten herauszuoperieren.

Das Interessante daran ist, dass die Patienten nach der Operation wieder komplett gesund sind. Der Omega-Mann bekommt auch einen Namen, Thomas Jerome Newton. Es ist natürlich ein Alias, aber wir können ihn Thomas nennen, da “Omega-Mann” vielleicht falsche Assoziationen hervorruft. Walter (wieder ein großartiger John Noble) findet heraus, dass diesen drei Patienten vor Jahren von einem nicht auffindbaren Dr. Paris fremde Hirnteile implantiert wurden, woraufhin die drei “verrückt” wurden. Kein Wunder, denn die Teile enthalten fremde Erinnerungen, die das Gehirn nicht einordnen konnte. Es scheint so, als hätte jemand dadurch Informationen verstecken wollen, die aus einem unbekannten Gehirn stammen. Erschreckenderweise ist dies uns durchaus bekannt. Denn Peter (Joshua Jackson) entdeckt ähnliche Operationsnarben an Walters Kopf – und nach dem Scan erweist sich, dass genau drei solche Teile aus Walters Hypocampus, wo Erinnerungen gespeichert werden, entfernt wurden. Ganz abgesehen davon, wie das alles rein medizinisch möglich ist, fand ich das “Zusammenpuzzeln” der Teile eine sehr schön ausgeführte metaphorische Beschreibung für den Stand der Fringe-Mythologie in dieser Episode – und auch der Beziehung zwischen W.B. und W.B. sowie zwischen Walter und Peter.

Denn Peter war der Grund, warum Walter damals die Tür zwischen den beiden Universen öffnete und die Möglichkeit des Übergangs auch für andere sichtbar machte. Thomas und seine anders-dimensionalen Mitarbeiter schaffen es, Walter zu entführen und ihn mit seinen fehlenden Teilen zu verbinden. Sie wollen wissen, wie die Tür zu öffnen ist, die wir in Fringe schon drei Mal aufgehen sahen: Am See, im Fahrstuhl und in Olivias Auto.

Übrigens haben die Autoren nach den ersten Episoden der zweiten Staffel sehr geschickt den Blickwinkel von Olivia zu Walter und Peter verschoben. Dafür trägt Anna Torv in dieser Episode einen Zopf und das reicht mir. Und wie ich schon letzte Woche angemerkt habe, pflegt sie jede Episode jemanden zu erschießen. In Grey Matters sind es gleich zwei der andersdimensionalen Soldaten, Thomas’ Mitarbeiter. Thomas entwischt am Ende, aber um den Preis von Walters Leben. Olivia lässt Thomas laufen, um Walter zu retten. Emotional, wirft sie sich vor. Rational, hält Broyles (Lance Reddick) dagegen. Denn es gibt nur EINEN Walter: sein “mind” ist die größte Gefahr, aber auch die beste Waffe gegen sie.

Uns Zuschauern wird nicht verraten, ob Walter Thomas verraten hat, wie die Tür geöffnet werden kann. Das erfahren wir im Januar. Und ich hoffe, dass es dann auch tiefere Einblicke und mehr Bilder zum anderen Universum geben wird, in dem William Bell stecken geblieben ist. Oder war es doch sein Wunsch, dort zu bleiben? Bei ihm weiß man nie genau… Als krönenden Abschluss des Jahres sehen wir am Ende der Episode Flashbacks von Walter, in welchen Bell als der mysteriöse Dr. Paris zu sehen ist, der die Eingriffe an ihm durchführte, um die Informationen über die Tür dort verstecken zu können, wo nur er sie finden kann. Interessant…

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