Fringe: Neither Here Nor There (4×01)

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Kein Rot, kein Blau, sondern Gelb. Oder Orange, wenn man die Fringe-Autoren fragt. Ich spreche natürlich vom Vorspann dieser vierten Fringe-Staffel. Gemeinsam mit euch Lesern haben wir in den Reviews zur dritten Staffel oft darüber spekuliert, ob wir uns nicht irgendwann in einem gelben Universum vorfinden würden… Eigentlich scheint mir “Amber” die passende Bezeichnung für den neuen Vorspann. Nicht nur wegen der Farbähnlichkeit, sondern auch die Anfangsprämisse der Staffel betreffend. Die zwei Fringe-Welten sind mit Hilfe der Peter-Brücke (meine eigene Bezeichnung) miteinander verbunden. Es wird gemeinsam an der Rettung gearbeitet – und auch sonst ist nicht wirklich alles beim Alten. Oder ist es gerade beim ganz Alten? Denn etwas fehlt, was eigentlich nie da war oder nie da sein sollte: Peter (Joshua Jackson) ist verschwunden.

Sein Verschwinden hat sich jedoch, wie wir in etlichen Projektionen in dieser Episode sehen und von den Observern hören, nicht vollständig vollzogen. Peter ist noch da: wie ein Echo, ein Widerhall der Ereignisse im Fringe-Universum, eine Erinnerung. Auch in den Figuren selbst ist dieses teilweise unbewusste Echo nicht abgeklungen: In Neither Here Nor There hallt es in ihrem Innern wider – nur wissen sie nicht genau, was sie so traurig macht. Denn sowohl Olivia als auch Walter (John Noble) sind traurig, als hätte man die Zeit zurückgedreht und sie zurück in die erste Staffel geschickt: in die Zeit vor Peter.

Beide Olivias erleben wir so, wie sie waren, bevor sie die Beziehung mit Peter hatten. Am Anfang der Episode tauschen sie nicht nur Files aus, sondern auch Misstrauen und gegenseitige Beschuldigungen. Der Prozess, den wir in der dritten Staffel miterlebten, wurde zunichte gemacht: Man ist einander nicht ähnlicher geworden, sondern beharrt auf Unterschieden. „One of these things is not like the others“, sagt FBI-Agent Lincoln Lee (Seth Gabel) später in der Episode zu Olivia (Anna Torv). Übrigens: sagte er in Stowaway nicht dasselbe zu Peter?

Ja, Lincoln ist wieder da, aber er scheint sich nicht daran zu erinnern, Olivia je getroffen zu haben. Was also hat sich noch verändert? Welche Ereignisse aus den vorige Staffeln sind noch immer geschehen – und welche nicht? Sind Charlie und Alt-Broyles vielleicht noch am Leben? Was ist mit Nina, Brandon oder Alt-Lincoln?

Und: wo und was ist nun eigentlich Peter? Er ist da – und gleichzeitig nicht. Besitzt er noch eine Identität, ein Bewusstsein – oder ist nur ein Nachhall seiner selbst im Zeitstrom verblieben? Da die meisten Peter-Projektionen im Labor erscheinen und Walter zu Tode erschrecken, sieht es so aus, als wolle Peter mit Walter Kontakt aufnehmen. Sind tatsächlich alle Erinnerungen an ihn verschwunden? Kann er zurückkommen, so wie die Taube, die Walter (John Noble) – wenn auch für kurze Zeit – wieder zum Leben erweckt?

Damit sind wir bei einem der zentralen Themen in Fringe angelangt: wie man mit Fringe-Technologie, aber vor allem durch Erinnerungen und den eigenen Willen zurückkehren kann – als Mensch also, mit Gefühlen und einem gelebten und zu lebenden Leben. „People die. It happens. Sometimes they even die twice“, sagt Walter. Hat er das Kind Peter in dieser neuen Realität zweimal verloren?

Man denke an die Worte des Chef-Observers: „They can never know the boy lived to be a man.“ Und vielleicht ist das Peter-Echo nicht von langer Dauer, denn September bekommt den Auftrag, Peter endgültig aus der Zeit auszulöschen. Im letzten Moment aber entscheidet er sich dagegen. Was für Konsequenzen diese Entscheidung haben wird? Schwer zu sagen, denn nach wie vor wissen wir nicht viel über die Observer; und in einer späteren Szene sieht man einen neuen, “jünger” wirkenden. Septembers Ersatz?

Fragen über Fragen am Anfang der neuen Staffel, der auch auf den Fall der Woche nicht verzichtet. Zumindest scheint es ein Fall der Woche zu sein, in dem die Fringe Division schon dreißig Opfer zählt. Olivia bekommt Unterstützung nicht nur von Astrid (Jesika Nicole), die für Walter den Außendienst erledigt – er kann und will das Labor nicht verlassen -, sondern unerwarteter Weise von einem gewissen FBI-Agenten namens Lincoln Lee. Dessen Partner ist ebenfalls dem Mörder zum Opfer gefallen, der durchsichtig, fast gläsern aussieht – ein Aussehen, das er auch seinen Opfern verleiht.

Olivia sieht sich gezwungen, Lincoln einzuweihen, da sie seinen Verlust nachvollziehen kann. Sie erzählt diesbezüglich von ihrem damaligen Verlobten, aber es scheint auch eine andere Note mitzuschwingen… Oder sind es nur wir Zuschauer, die noch von Peter wissen und dadurch in Stimmungen und Emotionen der Figuren mehr hineininterpretieren?

Es stellt sich heraus, dass es mehr als einen Mörder gibt; in ihren Körpern befindet sich jeweils ein Mechanismus. Handelt es sich um eine Art neuer Shapeshifter? Das ist Walters Meinung, der auf alles, was Walternate betrifft, mit akuter Paranoia reagiert. Als Olivia Fauxlivia damit konfrontiert, lächelt diese nur abwehrend – aber man merkt, dass sie keine Ahnung hat, was vor sich geht!

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