Fringe: Welcome to Westfield (4×12)

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Welcome To Westfield? Eigentlich mehr Welcome To Fringe. Denn was Fringes Erzählung betrifft, die meiner Meinung nach zu den schönsten der TV-Welt gehört, gleicht diese Episode einer kleinen Offenbarung. Wir haben schon in den letzten Reviews darüber spekuliert, was es mit dieser neuen Zeitlinie auf sich hat; mit den Figuren der Amber-Welt gingen wir bisher davon aus, dass Peter nach Hause muss (und wir mit ihm), zurück zu seinen geliebten Figuren.

Aber allmählich erscheint die Amber-Welt gar nicht mehr so anders als die blaue, die wir kannten. Waren sie wirklich unterschiedlich? Wenn Fringe, wie schon letzte Woche erwähnt, die Geschichte eines Jungen bzw. eines jungen Mannes erzählt – Peter -, der sich eine Welt zu erschaffen versucht, in der er sich zu Hause fühlt, umgeben von Menschen, die ihn lieben und die er lieben kann, dann sind Walters und Olivias Veränderungen nur logische Anzeichen für das Gelingen dieses Versuchs. Peters Anwesenheit verursacht sie! Natürlich beinhaltet diese Anwesenheit ein ernstes Problem für die Observer, falls sie diejenigen sind, die über Zeit und Raum wachen – darüber, was wir Schicksal nennen.

Denn daran gemessen, darf Peter nicht existieren, in keinem Universum. Er muss schon als Kind gestorben sein. Dennoch scheint die Trauer der Hinterbliebenen über den Verlust Peters, scheint die Liebe und die Sehnsucht nach Liebe – ganz egal, ob man sie gibt oder bekommt – Peter immer wieder neu zu erschaffen, ihn zurückzubringen; und er erschafft seinerseits die Welt, seine Welt. Mehr und mehr wird Walter zu dem Walter, den Peter (Joshua Jackson) und wir aus der blauen Welt kennen, und mit Olivia (Anna Torv) geschieht das gleiche.

Peter muss eigentlich nirgendwohin zurück: Zuhause ist man dort, wo man es sich einrichtet. So kommt das Zuhause zu Peter, nicht umgekehrt. Mit in Blau getauchten Bildern eröffnet die neue Episode: Olivia und Peter im Bett, verfangen in einem blau illuminierten Spiel verschobener Umrisse und Liebkosungen. Sie flüstert „I love you“ und erhält von Peter die Bestätigung seiner Liebe zu ihr.

Zum zweiten Mal in dieser Staffel bekommen wir einen Traum zu sehen, in dem die beiden ein romantisches Miteinander genießen. Dieses Mal aber träumt ihn nicht Peter, sondern Olivia. Peters Anruf unterbricht das Träumen: Er teilt Olivia mit, dass Walter (John Noble) und er bei ihrer Arbeit an der Maschine Fortschritte machen und ihn vielleicht schon bald nach Hause schicken können. In dieser Episode erleben wir bei Olivia und Walter Traurigkeit über Peters mögliches Verschwinden aus ihrem Leben.

Die Erinnerungen und Gefühle “unserer” Olivia scheinen Amber-Olivia zu überkommen; nicht nur erinnert sie sich an Fälle, die Olivia und Peter im blauen Universum zusammen bearbeitet haben, sondern gibt sich selbst am Ende der Episode als “unsere” Olivia. In ihrem Fall scheint die Verwandlung nicht dem Aufenthalt in dem kleinen Städtchen namens Westfield geschuldet zu sein, wo plötzlich magnetische Felder alles außer Rand und Band geraten lassen – Einwohner inklusive. Wer einmal in Westfield eingetroffen ist, kann nicht mehr weg, wie Peter, Olivia und Walter schnell feststellen müssen.

Ja, Walter verlässt sein Labor, um mit Peter zusammen am Tatort arbeiten zu können – und er genießt die Zusammenarbeit in vollen Zügen! Auch ein Stück Kuchen im Westfield-Diner genießt er. Oder auch nicht? Denn dem Betreiber ist nicht zu trauen. Es scheint, als glitten den Bewohnern ihr Selbst, ihre Identität davon. Ihre Körper müssen plötzlich zwei Ichs beherbergen, denn anscheinend ereignet sich eine Überlappung zwischen den Universen: Sie verschmelzen an diesem Ort zu einem… Nichts, unter Freisetzung gewaltiger, zerstörerischer Energien.

Man vermutet David Robert Jones’ Finger im Spiel. Zwar offensichtlich, aber trotzdem sehr gelungen werden die Ereignisse in Westfield als Metapher für die Ereignisse in der FOX-Serie selbst präsentiert. Die neue Zeitlinie wird mehr und mehr zu Peters Zuhause. Empfindet auch er das so? Und welche Pläne verfolgen Nina und Jones? Was ist mit den Observern? Fragen über Fragen, die in Fringe-Fans dasselbe Gefühl gegenüber der Serie erwecken wie jenes, das Olivia in Peter weckte: „A place to call home.“

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