Fringe: What Lies Below (2×13)

Standard

What Lies Below sollte zu den Vorzeigeepisoden gehören, die den „Fall der Woche“ subtil mit den Beziehungen zwischen den Figuren verbinden. Beim Zuschauen bemächtigte sich meiner die starke Empfindung, einen Kinofilm zu sehen. Fringe vollführte perfekt jeden dramaturgischen Schritt, der einen Film zu einem spannenden Film macht.

Ein Virus, dessen Fund als Geheiminformation verkauft werden sollte, sucht seinen Verkäufer heim. In Folge dessen schweben alle Mitarbeiter des Bürogebäudes, wo sich der potentielle Käufer befindet, in Ansteckungsgefahr. Als der erste Wirt stirbt, passiert es tatsächlich: Auch andere sind infiziert, das Gebäude wird unter Quarantäne gestellt.

Dummerweise befindet sich die Hälfte der Fringe-Crew bereits darin: Olivia (Anna Torv) und Peter (Joshua Jackson). Währenddessen ist Astrid (Jasika Nicole) auf der Suche nach Walter (John Noble) der just im Bostoner Children Science Center ein paar Kindern Geschichts– und Wissenschaftslektionen erteilt – natürlich ohne ihnen etliche grausame Details zu ersparen: „They must know the truth!“ Diese kurze Szene präsentiert sich zunächst als eine der vielen slapstickartigen „Walter ist ein bisschen irre“-Einschübe – sie wird sich jedoch im nachhinein als Knotenpunkt der Ereignisse entpuppen: Sowohl der Weg zur Lösung des Problems als auch ihre Vorwegnahme sind darin enthalten. Raffiniert!

Zurück zum anderen Teil der „Fringe“-Crew: Peter und Olivia sind also eingesperrt; draußen suchen Broyles (Lance Reddick) und der Chef vom CDC (Center for Disease Control, das amerikanische Gesundheitsamt) vergeblich nach einer Lösung. Denn der Virus ist ein echter Gegenspieler: Er scheint die Handlungen der infizierten Personen zu beeinflussen und verleitet sie dazu, das Gebäude verlassen zu wollen, damit sich die Ansteckung verbreiten kann. Nice move!

Mittlerweile sind Walter und Astrid auch drinnen, um anhand eines Tests Infizierte von nicht Infizierten zu trennen. Im Zuge einer Auseinandersetzung mit einer Infizierten jedoch wird auch Peter angesteckt. Das Virus als Peter – hier hätte ich mir sogar gewünscht, dass die Produzenten seine Fluchtversuche aus dem Gebäude über zwei Stunden hätten inszenieren dürfen… So bleibt es bei einem Täuschungsmanöver – ausgerechnet dem besorgten Walter gegenüber: Seit er von der Infektion seines Sohnes erfahren hat, weigert er sich, das Gebäude zu verlassen. Astrid bleibt bei ihm … und in letzter Sekunde entdecken sie das Gegenmittel: Schwefel! Bevor alles gut wird, bekommen wir aber noch eine faust- und beinharte Auseinandersetzung zwischen Peter (im Unterhemd, „Die Hard“-Style!) und Olivia zu sehen.

Das vielleicht Wichtigste für Fringes Fortsetzungsgeschichte geschah in dem Moment, als Walter und Astrid an der Lösung arbeiteten. Dem völlig panischen Walter rutscht der Satz heraus: „I can’t let Peter die again.“ Auf Astrids Nachfrage am Ende gibt er keine Antwort. Somit sind die Weichen für das langsame Enthüllen der ganzen Geschichte gestellt, denn die nachdenkliche Astrid (ausgerechnet sie!), die wir zum Schluss sehen, weiß jetzt mehr als sie sollte und vielleicht sogar wollte.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s