Terriers: Change Partners (1×03)

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„Terriers“ steigert sich mit jeder Episode – und „Change Partners“ ist phantastisch. Leider kann man das über die Quotenentwicklung nicht sagen. „Terriers“ wird von den Kritikern gefeiert, aber man muss bedenken, dass FX für dieses Produkt bezahlt – und, wie man so schön sagt, Geschäft ist Geschäft: sogar für die Kabelsender. Wir müssen hoffen, dass „Terriers“ mehr als ein Jahr bekommt – und falls nicht, kann man es den Senderchefs kaum verübeln… oder doch?

US-Kritiker geben den dortigen Verantwortlichen die Schuld: für die unpassende Marketingkampagne, für den (rein werbetechnisch gesehen) unklug gewählten Titel. Ob sie damit Recht haben, bleibe dahingestellt: Wir wollen „Terriers“ genießen, so lange es die Serie gibt, und uns nicht ablenken lassen.

Irgendwie hat „Terriers“ es wieder geschafft, mich ein paar Mal zu überraschen, was beim Dauer-Serien-Schauen der letzten Tage schon was heißen will: Man ist an Konventionen, dramaturgische Formeln und Handlungsabläufe von Serien so gewöhnt, dass es tatsächlich stark auffällt, wenn eine Serie irgendetwas anders macht. Dabei fängt alles so formelhaft an: Hank findet durch Zufall einen Job – und stürzt sich allein darauf! Wieso allein? Weil Britt gerade keinen Bock auf Hank (Donal Logue) hat. Wir erinnern uns, was Britt in der letzten Episode über Hank erzählt bekam.

Die ersten Minuten frischen unser Gedächtnis auf: Hank lässt Britt (Michael Raymond-James) die Brieftasche des Verlobten seiner Ex entwenden, damit er einen Check durchführen kann. Britt findet das aber heraus – und reagiert heftig. Die Szene im Auto muss man sich ansehen und Britts Monolog anhören. Ich zitiere nur dies: „You could screen a movie on that thing.“ Aber Britt hat noch mehr Probleme. Sein Ex-Partner Ray taucht auf und will Britt zu einem Job überreden. Er erpresst ihn mit der Drohung, Katie zu erzählen, wie es wirklich dazu kam, dass Britt sie kennen lernte. – Doch zurück zum Job:

Hank braucht eine Garantie von der Hypotheken-Kreditanstalt, um sein Haus zu finanzieren. Es scheint unmöglich, aber zu Hanks Glück braucht der Vize-Präsident der Firma seine Dienste: Hank muss dessen Ehefrau beschatten und Beweise dafür erbringen, dass sie fremdgeht. Nur: Miriam („Dollhouse“s Olivia Williams) betrügt ihren Mann gar nicht!Genau an dieser Stelle beginnt das Typische abzugleiten. Hank und Britt, der doch noch dazu stößt, beschatten Miriam so erfolgreich, dass sie alles bemerkt und Hank eine Ladung Spray in die Augen bekommt. Dann erfolgt auch Miriams Erklärung der Gesamtsituation: Der Ehemann wolle, dass sie ihn betrüge, da er Masochist sei und bestimmte Phantasien befriedigt werden müssten, damit die Ehe funktioniert. Miriam aber liebt ihn und will ihn nicht betrügen. Hank kommt nun auf die brillante Idee, eine gefakte Sexszene zwischen Britt und Miriam zu fotografieren. Wie war das noch mal mit Hank, der sich in Situationen begibt, wo er nicht sein sollte… ?

Übrigens: nach einem unerwarteten Abendessen mit Gretchen und ihrem Verlobten, der ebenfalls Hanks Hilfe braucht, kommt Miriam zu Besuch und… schläft mit Hank. Als Armond, der Ehemann, Hanks Papiere nicht unterschreiben will, da er die Verbindung zwischen ihm und Britt erkannt hat, liefert ihm Hank einen echten Beweis für Miriams Untreue: „I banged the shit out of your wife three times.“ Dass Armond daraufhin Selbstmord begehen würde, konnte man doch wirklich nicht voraussehen, oder? Und noch weniger Hanks Reaktion – er benutzt den Abschiedsbrief, um Armonds Unterschrift zu fälschen.

In der Zwischenzeit schafft Britt Ray aus dem Weg: auf wirklich feine Art, die ich so, ganz ehrlich, nicht erwartet hätte. Nicely done, Autoren! Aber das Heftigste kommt zum Schluss: Wir erinnern uns an Hanks Erzählungen, dass er Sachen im Haus nicht findet – oder aber an Plätzen, wo er sich nicht erinnern kann, sie hingelegt zu haben. Vielleicht steckt doch mehr dahinter als Hanks Demenz oder ein Witz:

Während des Abendessens mit Gretchen und ihrem Verlobten hört man Rumpelgeräusche vom Dachboden, die mit den Worten “Es ist nur das Haus” abgetan werden. Aber am Ende, als Hank traurig im Dunkeln Gitarre spielt und singt, sieht man jemanden hinter seinem Rücken durch die Deckentür nach oben klettern. Hat der etwa Hanks Milch ausgetrunken und seine Sachen verstellt? An so etwas hätte ich nie gedacht!

In dieser Episode passiert so Vieles und Unerwartetes, wir sehen so viele helle und so viele dunkle Seiten, dass sie mit Katies Worten an Winston zum Abschluss an uns zu appellieren scheint: „Don’t judge me.“ Warum sie das sagt? Werden wir auch nicht kommen sehen.

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