Boardwalk Empire: Battle of the Century (2×09)

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„Every battle ends, boy. They’ll have to understand that“, lauten die Worte des Sinn-Fein-Leaders John McGarrigle, dessen Leben kurze Zeit nach dieser Aussage von seinen eigenen Leuten beendet wird. Kann ein Kampf beendet werden, wenn er die Opfer gar nicht mehr rechtfertigt, wenn der Kampf sich jenseits des ursprünglichen Anlasses verselbständigt hat? Bedarf es einer persönlichen Tragödie, um einzusehen, wie wenig Sinn ein Machtkampf letztendlich ergibt? Denn ob es nun um Ideale oder Reichtum gehen mag: Irgendwo speist sich jeder Kampfgeist aus subjektiven Gründen oder Erlebnissen.

Die menschliche Natur lässt sich nicht bekämpfen, genauso wenig wie die Natur an sich. Ebendies thematisiert Boardwalk Empire meiner Meinung nach in Battle of the Century. Der Titel scheint auf den ersten Blick unpassend für diese ruhige Episode. Zwar prägt sie ein starker Kontrast; damit meine ich jedoch nicht Jimmys und Nuckys Schachzüge, sondern den Kontrast zwischen einem gegen die Krankheit kämpfenden Kind und Krieg spielenden Erwachsenen. Sowohl Nucky als auch Jimmy scheinen langsam zu realisieren, wie sich die Ereignisse verselbständigen, die sie losgetreten haben: Ihr persönlicher Zweikampf, metaphorisch gespiegelt in der Übertragung des Boxkampfes in den letzten Minuten der Episode, ist auch der Kampf vieler Anderer geworden.

Während Nucky (Steve Buscemi) nach Irland reist, um dort McGarrigle zu treffen, sieht sich Jimmy in den nächsten Auftragsmord verwickelt. Dieses Mal tritt er mit George Remus und Waxey Gordon in Kontakt, um Manny Horvitz’ Schicksal zu besiegeln. Der aber lässt sich nicht so leicht umbringen, sondern kämpft erfolgreich um sein Leben. Damit geht schon der zweite von Jimmy befohlene Auftragsmord daneben – und fällt auf ihn zurück, so dass er allmählich um sein eigenes Leben fürchten muss.

Nucky Thompson und Owen Sleater treffen mit einem Sarg in Belfast ein. Aber anstatt der Leiche von Nuckys Vater liegen darin zwanzig Tommy-Maschinengewehre… In Atlantic City befolgt unterdessen Chalky Nuckys Rat und zettelt den ersten Streik an – ausgerechnet mit Dunn Purnsleys Hilfe. Nucky bietet John McGarrigle Feuerkraft als Tausch gegen irischen Whiskey an, aber John zögert und lehnt schließlich ab. Er hat genug von den Kämpfen, die kürzlich das Leben seines eigenen Sohnes gefordert haben.Doch was einmal begonnen hat, das lässt sich nicht ohne weiteres aufhalten, denn zu viele sind involviert. In einer sehr schön gefilmten Szene wird McGarrigle beseitigt, und Nucky bekommt sein Deal: Das Blut und der Whiskey werden und sollen weiter fließen. Aber wieder erscheinen auf Nuckys Gesicht – nach einem weiteren Mord und trotz des Deals – Bedenken, eine Art Unwohlsein bezüglich dieses weiteren Schritts in einen Krieg hinein, der langsam gewaltige Ausmaße nimmt und den man nicht wirklich gewinnen kann.

Einen weiteren Schlag versetzt ihm die Nachricht von zu Hause, dass Emily an Kinderlähmung erkrankt ist und ihren eigenen Krieg führen muss. Die Szenen mit Margaret und Emily wirken viel intensiver als all das Waffenklirren an den Gangsterfronten… oder empfinde ich es so, weil ich selbst zwei kleine Töchter habe? Es gibt Zeiten, in denen sämtliche erkaufte und erkämpfte Macht ziemlich nutzlos erscheint…

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