Boardwalk Empire: Georgia Peaches (2×10)

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Georgia Peaches schafft beides: einen großen Schritt nach vorne, was die Auseinandersetzung zwischen Jimmy (Michael Pitt) und Nucky (Steve Buscemi) betrifft, und die Fortsetzung der in der letzten Woche begonnenen Reflexion, die nun ihren Höhepunkt findet. Diese Reflexion betrifft die Konsequenzen, mit denen man rechnen muss, wenn man sich für eine Seite – oder gar für mehrere – entscheidet. Das Tragische an der Lektion: Nicht jeder, der bestraft wird, hat die Strafe auch verdient.

Können aber die “Schuldigen” auf die Stimme hören, die ihnen sagt: Siehst du, was passiert, wenn du Grenzen überschreitest, wenn du sündigst? Oder, um es mit Mannys Worten vom Ende der Episode auszudrücken, die er an Angela richtet: „Your husband did this to you.“ Van Alden, der von seiner Frau die Scheidungspapiere bekommt, und Eli, der nach Aussage seines Deputys wegen des Mordes an Hans Schröder verhaftet wird – diese zwei bekommen im Grunde wirklich das, was sie verdient haben.

Das trifft, wie gesagt, nicht auf alle Figuren zu. Die HBO-Serie stellt die Thematik, wie schon früh in dieser Staffel, in einen religiösen Kontext. Aber Gott lässt sich nicht kaufen. Diese bittere Erfahrung muss Margaret machen, die durch Emilys Krankheit buchstäblich in einen Zustand der Hilflosigkeit geworfen wird, den wir an ihr seit der ersten Staffel nicht mehr erlebt haben. Sie hat eine gesellschaftliche Stellung erlangt, um nun zu erfahren, dass Manches nicht mit Geld geregelt werden kann – und auch nicht mit Beziehungen. Margaret scheint Emilys Schicksal als eine Strafe zu empfinden, die ihr Kind für die Sünden der Mutter verbüßen muss.

Auch wenn man das andere tragische Ereignis dieser Episode betrachtet, nämlich Mannys Mord an Angela, kann nicht wirklich die Rede davon sein, dass Menschen das bekommen, was sie verdient haben. Indirekt allerdings sind sowohl Jimmy, der es noch nicht weiß, als auch Nucky betroffen. Wenn sie ihrem “verdienten” Schicksal entgehen können, dann “erwischt es” ihnen nahe Stehende. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis beide auf die eine oder andere Art bezahlen müssen. Natürlich wurde Emilys Krankheit nicht durch Nuckys Feinde verursacht, sondern – um in der Sprache der Episode zu bleiben – von Gottes Hand. Ausgerechnet jetzt, da Nuckys Plan komplett aufgeht.

Wir sehen, wie der Streik Atlantic City lahm legt und wie der irische Whiskey Jimmys verdünnten Alkohol verdrängt, so dass er auf der ganzen Lieferung sitzen bleibt. Langsam verliert er den Boden unter den Füßen; das ist mehr als ersichtlich, auch für seine Partner. Sie wollen, dass er alles ins Reine bringt, aber er weiß selbst nicht wie. Nun, der Commodore müht sich in der Szene in seinem Haus nach Kräften, seinem Sohn einen Ratschlag zu geben. Dem folgt Jimmy mehr oder weniger, aber ohne Erfolg, den Chalkys Forderungen, um den Streik abzubrechen, übersteigen Jimmys Handlungsmöglichkeiten.

Lansky und Luciano üben nach wie vor Druck auf Jimmy aus, damit er in den Heroinhandel kommt, und Manny macht sich auf den Weg nach Atlantic City. Während die jungen Gangster mit ihren Geschäften hadern, wechselt Nucky den Anwalt und verlässt sich ab sofort auf Rothsteins William Fallon, der ihm im Black-Sox-Fall zur Seite steht. Ob das Nuckys Chancen erhöht, sauber aus der ganzen Geschichte herauszukommen? Boardwalk Empire lehrt uns allemal: Auch wenn man selbst davonkommt, gilt das nicht unbedingt für andere Menschen, die einem nahe stehen..

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