Inside Men: Episode 2

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Was war der Plan? Und wieso wurde Chris angeschossen? Sind die drei Männer tatsächlich so, wie wir glauben, dass sie sind, oder lauert mehr unter der Oberfläche?

Inside Men behält in der zweiten Episode die Konstruktion der ersten bei und fängt in medias res an, so dass wir wieder in der Gegenwart, im September, Zeugen der Ereignisse nach dem Überfall werden. Marcus scheint zutiefst erschüttert, dass Chris angeschossen wurde; zumindest aus seiner Sicht ist nicht alles nach Plan gelaufen. Aber wie sah der Plan wirklich aus, und wer ist darin verwickelt? Diese Frage macht Inside Men so spannend – und die Kunst der BBC-Serie, ihr auszuweichen. Der LKW mit dem entwendeten Geld hält in einer Ortschaft; in einem dort befindlichen Lager arbeiten etliche Personen (Frauen und Männer ausländischer Herkunft) daran, das Geld umzupacken. Wer die Outside Men sind, erfahren wir etwas später, als wir in der Rückblende unser Trio zu dem Entschluss kommen hören, dass man für den Job auch Leute von außen anheuern muss: Call Center und Internet-Cafes sind längst nicht mehr das, was sie mal waren.

Inside Men leidet ein wenig unter dem selbst angesetzten hohen Tempo – sowohl was die psychologische Ausgangssituation der Beteiligten anbetrifft als auch die Schnelligkeit, mit der man die Outside Men an Bord bekommt. Nur die Performance der drei Hauptdarsteller und die Atmosphäre machen dieses Manko wieder wett. You don’t know anything about me, sagt Johns Voice Over. Die drei Männer, die wir in der Pilotepisode kennen lernten, gleichen nur bedingt den dreien, die wir jetzt erleben; am deutlichsten zeigt sich das an Marcus und John: Wir glaubten sie zu kennen, aber die BBC-Serie belehrt uns eines Besseren. Und vielleicht war die schnelle Exposition einfach ein Täuschungsmanöver?

Durch die zeitliche Konstruktion der Erzählung fühlt sich Inside Men neben der kriminellen Verschwörung auch wie eine Geschichte über drei Männer an, deren Essenz man zu entblößen versucht, indem Gegenwart und Vergangenheit zu einem Knoten zusammengezogen werden. Was Inside Men mit dieser zweiten Episode sehr geschickt erreicht, ist die Einbeziehung der Inside Women in den Fokus: Natürlich stehen Chris, John und Marcus im Zentrum der Ereignisse, und ihre Kollegen und Freunde ahnen nicht, was sich hinter der Maske des Alltagslebens versteckt – aber ihre Frauen, vor allem Gina, sind die emotionalen Drahtzieher im Leben dieser drei Männer. I don’t have to believe in you to love you, sagt Gina, die dafür sorgt, dass Marcus den Job nicht vermasselt. Und Kirstys Familienbegehren scheint die Schlinge um Johns Hals immer enger zu ziehen. Geschieht es aber nicht allzu leicht, dass John – der Mann, dessen Hände bei dem kleinsten Missverständnis zu zittern beginnen – in die Rolle des kriminellen Mastermind schlüpft? Oder ist diese Rolle gar nicht neu für ihn? Ist sie tief sitzendes Begehren oder weit zurückliegende Vergangenheit? Die Frage bleibt bestehen, ob Inside Men diese heftigen und schnellen Wendungen zu einem plausiblen Ganzen flechten kann?

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