Game of Thrones: The Old Gods and the New (2×06)

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Die alten Götter und die neuen – welche werden die Überhand gewinnen? Vielleicht sind die neuen Götter einfach die alten, die dazugelernt haben? Alte Götter verschwinden nicht, genauso wie  das Begehren nach Macht in einem Menschen. Um an die Macht zu kommen, muss man anderen beweisen, dass man/frau der/die richtige für den “Job” ist, aber vor allem muss man es sich selbst beweisen. Ist ein Mensch bereit den ganzen Weg zu gehen? Falls ja, stellt sich die Frage auf wieviel Menschlichkeit dabei verzichtet und wieviel davon beibehalten wird? In der sechsten Episode der zweiten Game of Thrones-Staffel haben wir eine sehr ausgeprägte Simultanität der Ereignisse, die seit dem roten Kometen in der Staffelpremiere nicht mehr so stark zu spüren war. Wenn ich mich nicht täusche, dann umfasst die Erzählung von The Old Gods an the New die Geschenisse eines kompletten Tages in Westeros, während in den Qarth-Szenen natürlich die Zeitverschiebung berücksichtigt wird, da Qarth auf einem anderen Kontinenten liegt:

In Westeros tobt eine kleine Strasserevolte, während Winterfell von Theon eingenommen wird, Catelyn zu Robb zurückkehrt, Jon und seine Mitstreiter ein paar Wildlinge angreifen, Dany Schiffe für ihre Rückkehr nach Westeros zu bekommen versucht und Arya von ihrem zweiten Wunsch Gebrauch macht.

Die Handlung ist in kleinen Portionen aufgeteilt, in kleinen Häppchen, die nicht sättigen, sondern Appetit nach mehr machen. Vor allem aber ist das verbindende Element der Appetit danach mehr zu sein, als man im Moment ist, auch im Kontext des Frauen-Männer-Machtkampfes betrachtet, über den wir schon mehrmals in den Reviews zu Game of Thrones sprachen. Joffrey sieht sich zum ersten Mal in seiner Machtposition wirklich bedroht, als nach Myrcellas Abscheid Richtung Dorne, Joffrey und sein Gefolge von der unzufriedenen King’s Landing-Bevölkerung angegriffen werden. Joffrey schreit Hinrichtungsbefehle aus, aber keiner kann sie ausführen, da seine Leute in Unterzahl sind und keine Macht über die Situation besitzen. In dem Getummel ist aber nicht Joffrey die wichtige Figur, sondern The Hound, der auf der einen Seite seine Pflicht erfüllt und Joffery in Sicherheit bringt und auf der anderen macht er, was er für richtig hält, nämlich Sansa vor der Vergewaltigung retten. Das gibt ihm, auch wenn es komisch klingt, in diesem Moment zusätzlich zu der physischen auch moralische Überlegenheit.

Macht bedeutet aber auch sich schlau anzustellen. Zwischen “schlau” und “mutig” gibt es einen Unterschied. Während Jon als “brave but stupid” bezeichnet wird, ist seine Halb-Schwester Arya beides – schlau und mutig. Aus diesem Grund scheint Tywin Gefallen an Aryas Präsenz zu finden. Tywin wird hier etwas differenzierter und aus der Nähe “betrachtet”, als in den Büchern. Die Abweichungen von dem Buch sorgen hier nach wie vor für interessante Szenen wie die zwischen Tywin, Littlefinger und Arya, als Arya um jeden Preis versucht, ihr Gesicht vor Littlefinger zu verbergen. Nicht erkannt werden, wer sie ist – darin liegt die Macht ihrer Position und auch einen “Freund” zu haben, der das Töten für sie übernimmt. Das Unvermögen selbst einen tödlichen Schlag zu verpassen, bekämpft sie mit Schlauheit. Übrigens Tom Wlaschiha  und Maisie Williams sind als Jaqen und Arya wieder einmal großartig zusammen in der Szene als sie ihn auffordert und drängelt, an Ort und Stelle Amory Loch zu ermorden. Er kann nur die Augen verdrehen und … den Wunsch erfüllen.

Auch bei Dany handelt es sich um ein momentanes Unvermögen, darum, den Prozeß des Erwachsenwerdens durchzumachen. Erlangen von Macht heißt bei ihr, dass man sie irgendwann als diejenige sieht, die sie ist – eine Targaryen-Königin, DIE Westeros-Königin. Dafür reichen ihre leidenschaftlichen Worte nicht, sie braucht auch das Feuer ihrer Drachen und diese sind weg. Die weitere Abweichung vom Buch wird vermutlich dafür sorgen, dass sich der Handlungsstrang um die Warlocks aus The House of the Undying schnell zuspitzt. Außerdem bekommen die vielen Buchseiten mit Danys innerem Monolog, mit ihren Zweifeln und Träumen, “aktiv” thematisiert zu sehen…

Theon nimmt Winterfell ein und um sich vor seinen Leuten zu beweisen, beschließt er Rodrik zu köpfen, aber schafft es nicht mit einem Schlag, was zu einer abscheulichen Szene führt. Abscheulich ist vor allem Theons Verrat nicht nur an den Menschen in Winterfell, sondern auch an sich selbst. An diesem Punkt ist Theon schon verloren und er scheint es zu realisieren. Ich bin mir nicht sicher, inwieweit die Autoren seiner weiteren Geschichte Raum geben können und wollen, aber sie ist sehr interessant und gleichzeitig tief traurig. Natürlich ist der misslungene erste Schlag die Beschreibung von Theons Gemütszustand und von seiner dem Scheitern geweihten Mission. Während Osha ihre “weibliche” Seite ausnutzt um Bran zu retten, ist sein Half-Bruder Jon hinter einer Frau her.

Auch Jon zeigt ein Unvermögen, was Töten betrifft. Tief in dem Norden, umgeben von atemberaubender Kulisse (nur die kleinen Linsenrichtreflexe wirkten etwas störend), bekommt zunächst Jon Snow eine Lektion von Halfhand, wo die Grenzen von Mut liegen und wo der Verstand ums Überleben zu kämpfen beginnt. Aber es ist eine Frau, die Wildling-Gefangene Ygritte, die zu Jons Lektion werden könnte, nachdem er es nicht fertig bringt, sie zu töten. Man kann sagen, dass seine Reise hier beginnt, allein mit Ygritte im kalten Norden, dort wo die alten Götter die neuen sind!

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2 responses »

  1. <> du meinst Tom Wlaschiha.
    Großartige Folge, tolle Review. Allerdings muss ich zugeben, dass Danys Part für mich von Folge zu Folge langweiliger wird. Schade, in den Büchern ist sie eine meiner liebsten POV-Charaktere 😦

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