Twin Peaks: Rest in Pain (1×04)

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Everybody knew she was in trouble, but we didn’t do anything. All you good people you wanna know who killed Laura? You did. We all did! Das ist Bobby Briggs’ Rede auf dem Begräbnis von Laura Palmer. Ausgerechnet Bobby ist derjenige, der den Vorhang aufmacht, um zu zeigen, was nicht gezeigt werden soll. ‹brigens, als er  Amin schreit, ist sein Schrei wie ein lautes durchdringendes Kreischen, das nicht aufzuhören droht.

Lynchs Figuren neigen – nicht nur in  Twin Peaks – zu einer exzessiven Darstellung von Emotionen, die oft anhand von lang gezogenen Schreien stattfindet. Damit wird vor allem ihre Hilflosigkeit ausgedrückt, aus ihrem Alptraum, den sie erleben, frei zu kommen. Dasselbe gilt hier für Sarah Palmer, die erleben muss, wie sich Leland (Ray Wise) auf den Sarg von Laura wirft und in einer gleichzeitig belustigenden aber auch Grauen erregenden Szene mit dem Sarg rauf und runter führt. Don’t ruin this too, schreit Sarah (Piper Laurie). Plötzlich bricht alles auseinander. Damit meine ich die Fassade, die jeder vorsichtig für dieses Zusammentreffen aufgebaut hat. Denn  Rest in Pain schildert Szene für Szene die Vorbereitungen der einzelnen Familien und ihrer Mitglieder auf Lauras Begräbnis.

Laura selbst muss auch vorbereitet werden und an dieser Stelle geschieht der zweite Ausbruch innerhalb der Episode. Als Coopers Kollege Albert Rosenfield (Miguel Ferrer) an Lauras Leiche weitere ausgiebige Untersuchungen durchführen will, stößt er auf heftigen und handgreiflichen Widerstand von Doc Hayward und dann von Harry. Cooper nimmt bei dieser Auseinandersetzung die Seite der Stadt ein und vielleicht ist das der Grund dafür, dass die Anwohner ihn anschlieflend in ihre Geheimnisse einweihen. Harry (Michael Ontkean), James (James Marshall), Hawk, Ed und Joey (und vielleicht auch andere) haben eine Art Secret Society – The Bookhouse Boys – gegründet, um nicht nur das Drogengeschäft von Jacques Renault (Walter Olkewicz) zu unterbinden, sondern auch gegen das Böse zu kämpfen, das seit langer, langer Zeit in den Wäldern haust.

Nachdem sich in der letzten Episode Cooper (Kyle MacLachlan) als ein an das Ungewöhnliche und Esoterische Glaubender bekannte, bekennen sich jetzt die Twin-Peaks-Bewohner zum Gleichen und die surreale Reise kann beginnen. Es gibt nur ein Problem: Cooper hat vergessen, welchen Namen ihm Laura Palmer im Traum zugeflüstert hat. Also wissen wir nach wie vor nicht, wer Lauras Mörder ist. Aber die Bäume neigen sich bedrohlich nach rechts und die Ampel (das letzte Bild der Episode) hat eine deutliche Botschaft: Rot. Leland tanzt einen einsamen Tanz im Roadhouse. Vielleicht findet er aber eine Partnerin. Welcome to Twin Peaks, Madeleine! Lauras Cousine (wird auch von Sheryl Lee gespielt), die für das Begräbnis eintrifft, sieht Laura erstaunlich ähnlich:  Dream Souls.

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