Game of Thrones: The Prince of Winterfell (2×08)

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Mit “The Prince Of Winterfell” hält Game of Thrones kurz die Luft an, bevor es richtig zur Sache geht. Stannis nährt sich an King’s Landing, Dany an The House of the Undying, Robb an Talisa usw. Vielleicht wäre “Seufzer” die bessere Bezeichnung für dieses Luftanhalten? Kurz vor dem Ende der Staffel und vor der großen Schlacht um Westeros nimmt sich die Erzählung Zeit auch für die romantischen Verwicklungen, die in Game of Thrones generell mehr ein Randthema sind. Während Jorahs Liebe zu Dany nach wie vor höchstens wie ein Hauch der Wüstenbrise zu spüren ist, fallen sich  Robb und Talisa in die Arme. Die Gespräche der beiden, die ihrer “heißen” Szene vorausgehen, sind nicht nur dafür da, um die Figuren zu “vertiefen”, sondern um zu zeigen wie kompliziert Robbs Position ist. Die Problematik besteht in seiner eigenen Unsicherheit, wie er die Bewegungen und Verschiebungen um ihn herum in den Griff bekommen soll: Die Nachrichten aus Winterfell, seine Abhängigkeit von den Freys, die Liebe zu Talisa, den Verrat der eigenen Mutter und nicht an letzter Stelle den Zweifel an Sinn und Zweck dieses Krieges.

Dem Topos der zum Scheitern verurteilten Liebe scheinen auch zwei weitere Beziehungen geweiht zu sein. Sowohl Jon und Ygritte als auch Tyrion und Shae bewegen sich aud dünnem Eis. Tyrions Herz setzt für einen Augenblick einen Schlag aus, als Cersei seine Geliebte verkündet gefunden zu haben. Zu Tyrions Glück und wieder einmal zu Ros’ Pech ist es sie und nicht Shae, die Cersei präsentiert. Aber dieses Ereignis veranlasst ihn dazu sich vor Augen zu führen, wie sehr er eigentlich in Shae verliebt ist und wie dünn das Eis ist, auf dem sich ihre Beziehung bewegt.

In Jons Fall ist das Eis nicht nur metaphorisch gemeint, denn er wrid als Gefangener zusammen mit Halfhand immer tiefer in den Norden verschleppt. Nur dank Ygritte wird er nicht an Ort und Stelle getötet. Man könnte behaupten, dass Ygritte und Jon ihre Spiegelung (mit vertauschten Rollen) in Brienne und Jamie finden.

Die beiden machen sich auf den Weg nach King’s Landing. Catelyn befreit Jamie auf sein Wort hin, ihre Töchter zu ihr zurückzuschicken. Letzte Episode haben wir gehört, wie viel das Wort des Kingslayers in seinem bisherigen Leben Wert war. Briennen soll aber dafür sorgen, dass Jaime dieses Mal sich an dem Versprechen hält. Briennes Gradlinigkeit und Jaimies Zynismus sind die perfekte Grundlage für eine amüsante Reise.

Nicht so amüsant ist Yaras Besuch in Winterfell, wo Theon Greyjoy anstatt von ihr Lob und Bewunderung zu bekommen, als “stupid cunt” betitelt wird. Es ist eine traurige Note, die in dieser Episode mitschwingt. Sie zeigt uns eine Reihe von Figuren, die unbedingt etwas erreichen oder haben wollen und dabei Fehler begehen. Wir haben schon über Robb und Catelyn gesprochen, aber Theon erscheint als die tragischste Figur von allen. Mit seinen Taten (obwohl Bran und Rickon noch leben) in Winterfell hat er nicht nur “strategisch” falsch gehandelt, sondern auch jede Liebe und jeden Respekt der Winterfell-Bevölkerung ihm gegenüber unmöglich gemacht. Yaras Bitte mit ihr nach Hause zu kommen, enthält zwar einen Funken schwesterlicher Liebe, aber der Anteil an Mitleid ist größer.

Bei Arya ist es nicht Mitleid, als sie sich umentscheidet und Tywin nicht mit dem Messer angreift, sondern die Überlegung, wie eine solche Tat ihr weiter hilft? Sie findet eine bessere Möglichkeit, um ihre Freiheit wieder zu erlangen, nämlich Jaqen. Nach einem schlitzohrigen “a girl” gegen “a man” Austausch hilft er ihr. Aber der Preis dafür sind mehrere Leben… Unbedingt etwas zu wollen, bedeutet meistens, dass Blut fließen wird.

Und das wird es in der nächsten Episode!

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