Game of Thrones: Blackwater (2×09)

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“Those are brave men knocking at our door. Let’s kill them!” Mit diesem Aufruf ist der kleine Mann, Tyrion, ein ganz großer. Er ist nicht mehr der große Schatten an der Wand oder der Imp, über den auf King’s Landing-Straßen hergezogen wird. Nein, ausgerechnet er  führt die Männer in die entscheidende Schlacht. Mit Blackwater  kommt die Episode, auf die die Fans lange gewartet haben. Es wurde oft die Tatsache angesprochen, dass wir von den bisherigen Schlachten so gut wie nichts zu sehen bekamen. In meinen Augen war es auch nicht nötig, denn die Serie manövrierte uns geschickt um solche massive Inszenierungen herum, ohne das Gefühl eines Fehlens zu hinterlassen.

Aber alle Buchleser wussten, dass man um Blackwater herum nicht kommen wird. Ausgehend von der üblichen dramaturgischen Struktur der Episode stellte sich die Frage, wie die Produzenten eine spektakuläre Auseinandersetzung und all die Handlungsstränge unter einem Hut bringen wollen? Die Antwort ist ganz einfach: Man lässt alles aus und konzentriert sich auf den Kampf vor den Toren von King’s Landing. Der Fokus nur auf ein Ereignis kombiniert mit dem großen Aufwand für die Kampfszenen macht Blackwater eine besondere Episode. Die Nachtaufnahmen haben dabei zwei Vorteile: Man sparrt Kosten und gleichzeitig kommt das Spektakulärste besser zum Tragen: Wildfire!

In der Game of Thrones-Welt sind Feuer und Eis die Elemente, die um die Vormacht kämpfen. Die Jahreszeiten sind Sommer und Winter. Nicht viel wurde uns bisher über die alten Zeiten verraten. Früher haben anscheinend Magie und Übernatürliches die Geschichte dieser Welt bestimmt. Aber das sei vorbei, lassen uns etliche Figuren wissen. Ist das wirklich so oder hofft man es nur? Aus unserer Zeit “beyond the wall” und Ygrittes Andeutungen wissen wir, dass der Winter kommt und er ist nicht nur als Jahreszeit gemeint. Nein, das Eis bringt einen Horror mit sich, der jegliche Beschreibung im Hals gefrieren lässt. Und mit Danys Drachen kommt auch das Feuer zurück in diese Welt. Aber diese Auseinandersetzung zwischen Feuer und Eis scheint im Moment unwirklich, unter mehreren Schichten versteckt, so wie das “dragonglass”, das Sam und seine Freunde finden.

In Blackwater geht es um die Auseinandersetzung zwischen Männern. Wenn es nach Cersei gehen würde, würde es auch Frau gegen Mann heißen. Um sich von der Hilflosigkeit der eigenen Lage abzulenken, trinkt die Königin ein Glas Wein nach dem anderen. Da man schwer aus dem Blickwinkel mehrerer Figuren wie im Buch die Schlacht präsentieren kann, wählen die Autoren eine in meinen Augen sehr interessante Herangehensweise. Wir sind an Tyrion und Cersei “gebunden”. Die Ironie der Geschichte liegt in den Positionen, die die beiden belegen. Cersei ist mit allen adligen Frauen und Kindern in Maegor’s Holdfast (Cersei voller “Optimismus”: These fine women should be in for a rape.”), wo nur – wenn überhaupt – der Lärm des Krieges dumpf und aus der Ferne wahrzunehmen ist, während Tyrion sich mittendrin in der Schlacht befindet. Während Cersei das Schlimmste befürchtet, erlebt es Tyrion … fast.

Er muss sogar die Truppen anführen, nachdem The Hound das Schlachtfeld mit Horor und gleichzeitig Erkenntnis in den Augen verlässt: “Fuck the King’s Guard! Fuck the city! Fuck the king!” Das Feuer, der Alptraum aus seiner Kindheit, holt ihn wieder ein und lässt ihn plötzlich feststellen, dass es hier Nichts gibt, wofür er eigentlich kämpft. Indem man uns den Horror dieser Schlacht durch die Augen des stärksten anwesenden Kriegers erleben lässt, verleiht man dem Ganzen mehr emotionales Gewicht und auch der Entscheidung von Tyrion an die Spitze zu rücken. Nachdem Sansa von einer zunehmend betrunkenen Cersei eine Lektion bekommt, wie es ist Königin zu sein, wartet in Sansas Zimmer eine viel wichtigere.

Dorthin ist The Hound gegangen, um Sansa mit in die Freiheit zu “entführen”. Aber er hat ihr auch etwas Wichtiges mitzuteilen, nämlich, dass alle Männer, die sie kannte, kennt und kennen wird “killers” sind: The world is built by killers. So you’d better get used to looking at them. Diese Szene ist mindestens genauso eliktrisierend wie der Moment, in dem Davos feststellt, was auf ihn und Stannis Schiffe zukommt. Ob Davos noch am Leben ist, Stannis es zu fliehen schafft und Sansa mit The Hound geht, bleibt abzuwarten. Genauso unsicher sieht die Zukunft auch für Tyrion aus, der von “freundlicher” Hand beinahe geköpft wird. Eins ist sicher, nachdem Tywin und Loras Stannis Armee auseinandernehmen: Es wird wieder ein Sieg des Vaters und nicht des Sohnes sein …

Wie es weiter geht? “Gehen” ist hier das richtige Wort: Ab sofort kann man Game of Thrones ruhig auch als Road Movie bezeichnen, aber mehr wird, hoffe ich das Finale verraten.

 

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