Covert Affairs: Review der Pilotenepisode (1×01)

Standard

Covert Affairs ist eine weitere Serie aus dem Reigen der Agentengeschichten, die das Fernsehen zu überfluten scheinen. Hier erlebt eine angehende CIA-Agentin ihren ersten Arbeitstag und dieser ist komplizierter als man denkt. 

Bottom Line: „The truth is complicated.“ Dieser Satz ist die Leitlinie einer jeden Agenten-Produktion und USA Networks „Covert Affairs“ hält sich daran. Im Fall von „Covert Affairs“ ist die Wahrheit aber überhaupt nicht kompliziert: Der Pilot ist gut. Die Serie ist inmitten all der dunklen Agenten-Storys, die der US-Film- und Fernsehmarkt in letzter Zeit anbietet, eine willkommene Abwechslung. „Life imitates Hollywood“, könnte hier die Schlagzeile lauten. Nachdem Serien wie „Covert Affairs“, „Rubicon“, „Undercovers“ oder Filme wie „Salt“ (mit Angelina Jolie als Doppelagentin) mit Geheimnissen aus der Spionage-Welt aufwarten, beschloss das FBI im letzten Monat, elf russische Geheimagenten zu verhaften. Die Russen sind wieder da!

Timing ist alles, würde der CIA-Agent Kort aus „NCIS“ sagen. Bei „Covert Affairs“ stimmt das Timing. Die Serie um die frisch gebackene CIA-Agentin Annie Walker (Piper Perabo), die mehrere Fremdsprachen beherrscht und nach einer traurigen Liebesaffäre Agentin zu werden beschließt, ist exzellent gemachte Unterhaltung. Natürlich wird man die Serie mit „Alias“ vergleichen und dem Vorwurf aussetzen, was da alles im realen Leben so nicht funktionieren würde, trotzdem erfüllt sie ihren Zweck. Der Pilot ist ein ideales Zeugnis dafür, wie kostbar Zeit für die Produktionen geworden ist. Wenn auch manches überhastet wirkt (der Aufstieg von Walker zur Agentin), schafft es die Episode, alle Figuren einzuführen, einen handlungsübergreifenden Erzählstrang einzuflechten und mit sehr guten Actionsequenzen aufzuwarten.

„Covert Affairs“ vergeudet keine Zeit und kreiert damit den Zeitdruck, unter dem die Menschen in diesem Job stehen. Die Produzenten, unter anderem auch Doug Liman (Regie bei „The Bourne Identity“, „Mr. and Mrs. Smith“, nächster Film: „Fair Game“), übermitteln uns noch in den ersten Sekunden die wichtigsten Informationen über die Hauptfigur. Dafür eignet sich ein Lügendetektortest am besten. Meiner Meinung nach eine sehr gelungene Idee, die der Serie unnötige Verzögerungen erspart. Annie leidet unter einem gebrochenen Herzen, wohnt bei der Familie ihrer großen Schwester Danielle (Anne Dudek) und kann sehr gut Russisch.

Natürlich, schließlich rückt die Serie die Hauptfigur gerade wegen einer besonderen Eigenschaft ins Rampenlicht, dann muss man sich etwas mehr Mühe bei den Unterhaltungen in der jeweiligen Sprache geben. Ihr erster Job: mittels ihrer exzellenten Sprachkenntnisse einen russischen Doppelagenten zu kontaktieren. ABER: Wer nach kleinen Plotlöchern sucht, der verdirbt sich den Spaß bei diesem Piloten.Und der ergibt sich zum Teil aus der überzeugenden Besetzung aller Rollen, aber auch, wie schon erwähnt, von den atemberaubenden Actionsequenzen, bei der die Kameraführung einfach exzellent ist. Apropos Kameraführung: Auffällig ist der ständige schnelle Wechsel (auch innerhalb derselben Szene) zwischen High-Angle- (extreme Aufsicht) und Low-Angle-Aufnahmen (fast aus der Froschperspektive), der nicht nur für Tempo sorgt, sondern auch thematisch sehr gut die Handlung unterstützt. Denn es geht hier um Beobachten und Beobachtetwerden. Gut, die laut ansetzende Pop-Musik, die Annies Melancholie in manchen Szenen zu unterstreichen gedenkt, könnte uns erspart bleiben, aber wenn in einer nächsten Szene das Feuer der Scharfschützen das Hotelzimmer zerfetzt oder der Golf gegen den BMW den Kampf um die Straßenbeherrschung aufnimmt, dann sind die Balladen entschuldigt. Auch die fehlende agententypische dunkle Ausrichtung wird von dem äußerst unterhaltenden Zusammenspiel der Darsteller wettgemacht (für die, die es etwas ernsthafter haben wollten).

Auggie Anderson (Christopher Gorham) ist der blinde CIA-Technologieexperte, der weiß, was Frauen wollen bzw. er kann es „riechen“ und Annies neue Chefin Joan Campbell (Kari Matchett) hat nicht nur einen anstrengenden Job, sondern auch ein anstrengendes Eheleben mit ihrem Chef Arthur Campbell (Peter Gallagher), dem sie durchgehend Affären unterstellt: Arthur: „Why can’t you just be a good CIA wife?“ Joan: „Because I’m not a CIA wife. I’m a wife who’s in the CIA.“ Aber eine Figur lernen wir nicht wirklich kennen! Wer ist der Unbekannte, mit dem Annie eine schöne Zeit in Sri Lanka hatte und der plötzlich verschwand und nur die Notiz hinterließ: „The Truth is complicated.“ Den bekommen wir am Ende der Episode wieder zu Gesicht als Retter von Annies Leben.

Aus der Unterhaltung zwischen Annies Chefs erfahren wir, dass sie wissen um wen es geht, und dass Annie nicht die Einzige ist, die ihn wiedersehen will. Was ich sehen will, sind die nächsten Episoden, denn trotz des guten Piloten – Annies Reifeprüfung kommt noch. Mit der neuen Serie bleibt sich USA Network treu und schenkt den Zuschauern noch eine weitere Produktion aus dem Genre Action-Thriller-Lite!

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s