Covert Affairs: Walter’s Walk (1×02)

Standard

Covert Affairs kann von den Zuschauern gesehen werden, wie sie gerne möchten. Die fünf Millionen, die Annie Walkers (Piper Perabo) Abenteuer verfolgen, haben letzte Woche erleben können, wie schnell man bei der CIA einen Job bekommen kann. Viele, die an die Serie mit der gleichen Erwartung wie an Alias oder aber auch Rubicon angeschaut haben, bekamen genügend Grund, sich über Unzulänglichkeiten zu ärgern. Dabei beteuert die Serie, zu keinem Zeitpunkt eine „Hard Boiled“-James-Bond-Geschichte zu sein, sondern eher eine Mischung aus Alias und Chuck, die man ruhig Guilty-Pleasure-Spionage-Unterhaltung nennen kann. Aber Covert Affairs findet in ihrer zweiten Episode selbst einen Slogan für die eigene Beschaffenheit: „A spy story about the human element, the life.“

Diese Worte legt man dem MI6-Doppelagenten in den Mund, der unserer Annie vorführt, wie kompliziert dieser Job sein kann und wie wenig Vertrauen man in seinen Nächsten haben sollte – auch wenn dieser dein Leben rettet. War das eine Parabel auf die fortlaufende Handlung um Annies Liebhaber? Am Anfang von Walter’s Walk können wir die Ereignisse von letzter Episode noch einmal Revue passieren lassen. Die übliche „Was vorher geschah“-Einführung verpacken die Produzenten in einen Alptraum von Annie und erreichen damit nicht nur schnelle Informationsübermittlung, sondern auch schnellen Einstieg in die Gefühlswelt der Protagonistin. Klingt klischeehaft, entspricht aber den vor Gefühlen triefenden Tatsachen.

Damit sind die pathetischen Popmusik-Sequenzen gemeint, in welchen Annie traurig in die Gegend schaut und über Sachen, wie Familie, Liebe etc. nachdenkt. Der Nebenplot in dieser Episode, der von Annies Entscheidung handelt, „ihre Tante zu stehen“, wirkt ziemlich aufgesetzt: Wie Wasser für Kaffee ohne Kaffeemehl. Aber bei den emotional-persönlichen Storyelementen kommt das Kaffeemehl irgendwann rein und wird dann richtig gut schmecken oder aber man stellt fest, dass das ganze Wasser schon verkocht ist. Time will tell.

Apropos Kaffeekochen: Nach einem Vorspann à la Chuck und Human Target sehen wir, wie unser „Unofficial Guide to the CIA“, Annie Walker, zum Kaffeekochen (das ist ein CIA-Code) geschickt wird. Sie muss sich um die Informanten kümmern, die so genannten „Walk-ins“, die denken, Zeichen fremder Spionage-Tätigkeit in ihrem Alltag entdeckt zu haben. Das Problem: Ein Junge mit großer IT-Begabung hat tatsächlich kodierte Nachrichten einer IRA-Terrorzelle abgefangen.

Für Annie heißt das, die Spur weiterverfolgen und nicht nur die Zelle ausfindig machen, sondern auch Mutter und Sohn retten. Zum Glück kann man sich dabei auf den roten VW-Golf und auf die Nahkampftraininglektion von Auggie (Christopher Gorham) verlassen. Die Frage ist, ob sich Annie auf ihre Chefs verlassen kann. Denn wie wir erfahren, ist Annies neuer Kollege Jai Wilcox (Sendhil Ramamurthy) nur deswegen in ihre Abteilung versetzt worden, um sie unter die Lupe zu nehmen und immer im Blick zu behalten. An wen will man durch Annie kommen?

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s