Endgame: Review zur Pilotenepisode (1×01)

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Schachweltmeister Arkady Balagan benutzt seinen brillanten Kopf, um Verbrechen aufzulösen.

Die neue Showcase-Serie Endgame stammt aus Avrum Jacobsons Feder. ReGenesis’ Showrunner, der auch an Republic of Doyle beteiligt war, baut sein neues Projekt um das Leben eines genialen russischen Schachspielers namens Arkady Balagan (Shawn Doyle) auf, der in einem schicken Hotel namens The Huxley residiert und Kriminalfälle löst. Ja, es ist eine weitere Serie um einen ungewöhnlichen “Beautiful Mind”, der Verbrechen auf ebenso ungewöhnliche Art und Weise bekämpft.

Der Trick der neuen kanadischen Produktion: Balagan kann das Hotel nicht verlassen. Als er mit ansehen musste, wie seine Verlobte im Kugelhagel starb, fiel er in einen agoraphobischen Zustand – und so blieb der Schach-Weltmeister im The Huxley sitzen. Doch das Geld geht zu Ende, und der pausenlos, im Bademantel und barfuss, durch die Hotellobby wandernde Balagan kann die Rechnungen nicht mehr bezahlen. Durch Zufall und seine Vorliebe zu Vodka gerät Balagan mitten in einen Entführungsfall und hilft letztendlich einem schwulen Pärchen, ihren Sohn wieder zu finden, der vom biologischen Vater entführt wurde.

Natürlich erhält Balagan Hilfe, da er Augen und Ohren in der Außenwelt braucht. Der junge Student und Schachliebhaber Sam (Torrance Coombs, The Tudors), die Bardame Danni (Katharine Isabelle, Supernatural) und die Putzfrau Alcina (Carmen Aguirre) greifen ihm unter die Arme, während Hugo (Patrick Gallagher, Glee und True Blood), der Security-Chef des Huxley, Arkady am liebsten von hinten sehen würde…

Endgame ist eine Serie, die von Telefonaten und ihrem Hauptdarsteller leben soll – und natürlich von dem handlungsübergreifenden Erzählstrang, in dem Arkady und seine Schwester Pippa herauszufinden versuchen, wer seine Verlobte Rosemarie getötet hat. War sie wirklich das Ziel des Attentats – oder vielleicht doch Arkady selbst?

Der Pilot glänzt mit ein paar schönen Aufnahmen in Vancouver, wo die Skyline wie ein Schachbrett aussieht; die spiegelnden Oberflächen im Hotel lassen die Farbpalette oft in Einzelstückchen zerfallen, wie die Felder eben jenes Schachbretts.

Was das Schachspiel im Fall der Woche und in Arkadys Kopf betrifft, sind die Eindrücke weniger spektakulär: Die Serie versucht ein besonderes Flair zu entwickeln, indem wir buchstäblich in Arkadys Kopf hinein geführt werden; seine Gedankengänge, in welchen er zu Tatorten geht und Verdächtige befragt, werden visualisiert – aber das alles lässt einen irgendwie uninteressiert und gelangweilt zurück. Wie Balagan sagt: um sich zu verteidigen, muss man angreifen können.

Nach der durchschnittlichen ersten Episode kann die Serie nur noch gewinnen – vom Schachmatt ist sie für meinen Geschmack noch weit entfernt.

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