Lie to Me: The Canary’s Song (3×05)

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Wer Anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Früher oder später. Unter dieses Motto kann man die neue Lie to Me-Episode stellen. 

Nach der einwöchigen Pause kehrt Lie to Me mit einer weiteren starken Episode zurück. Außerdem wagt sich die Serie erneut erfolgreich auf das für sie bislang unwegsame Territorium der zwei Plots. Episoden mit zwei Fällen gehörten in den vorherigen Staffeln nicht unbedingt zu den stärksten der FOX-Serie. Kein Wunder eigentlich: Natürlich wird der Hauptplot der Woche immer von Cal Lightman (Tim Roth) bearbeitet und konzentriert dadurch den Zuschauerblick auf sich. Für den zweiten Fall der Woche bleibt wenig Luft zum Atmen.

Aufgrund der veränderten Situation – keine Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden mehr – und der fortgeschrittenen Verflechtung persönlicher Beziehungen innerhalb des Teams funktioniert The Canary’s Song mitsamt seinen zwei Fällen. Natürlich muss man zugeben, dass Cal die Verbindung zwischen beiden darstellt: In den ersten ist er persönlich involviert, und in den zweiten … auch. Rein körperlich ist er nicht dabei, aber seine Seele, auf einem Foto festgehalten, schon. Seine Gambler-Seele.

Lie to Me hat des Öfteren Einblicke in Cals Pokerleidenschaft geboten – Gesichter lesen, den Gegner lesen, Emotionen erfassen. Es scheint so, als würde Cal trotz Versprechen und Verboten weiterhin diesem Hobby nachgehen. Sein alter Nicht-Freund aus dem FBI bringt Gillian (Kelli Williams) Fotos von Cal bei einem illegalen Pokerspiel mit Mitgliedern des organisierten Verbrechens. Er droht Cal anzuzeigen, wenn er ihm nicht verrät, wo und wann das nächste Spiel stattfinden wird:

Das FBI ist an einem der Teilnehmer interessiert! Wieder einmal tut Gillian das, was sie in fast allen Episoden der neuen Staffel getan hat – sie nimmt Cal in Schutz und setzt sich für ihn ein.

Das ist auch nötig, denn die dritte Staffel gräbt immer tiefer hinein in die problematische Natur des Vertrauens und die noch problematischeren Folgen von Vertrauensbrüchen. Im Fall der sechs toten Bergarbeiter muss Cal immer tiefer unter die Erdoberfläche gehen – und unter die Oberfläche menschlicher Gefühle. Dort braucht sogar ein Lightman zusätzliches Licht!

Tim Roth mit einem Bergarbeiterhelm und eingeschaltetem Licht sieht nicht nur amüsant aus, sondern ist eine wandelnde Metapher des eigenen Problems. Wer Menschen ständig durchleuchtet, vergisst manchmal, das Licht auf sich selbst zu richten. Ein Funken hin und wieder genügt, um zu wissen, wie und ob man das Vertrauen anderer missbraucht. In einer Mine aber kann ein Funken schon zu viel sein.

Es gelingt Cal und Loker (Brendan Hines), das Netz aus Hass, Lügen und Schuldgefühlen zu entflechten, aber im Zuge dessen fliegen die Funken mehrmals, so dass Cal eine zerbrochene Flasche als Waffe einsetzen will und Eli einen Baseballschläger. Am Ende von The Canary’s Song sehen wir eine betrunkene Gillian: Zusammen mit Torres (Monica Raymund) hat sie die Whiskey-Flasche aus Cals Büro geleert – sie wünscht sich doch nur eines vom immer noch behelmten Cal: ein “Dankeschön”!

Die Szene zwischen den beiden gelingt den Schauspielern wunderbar und schafft einen runden Abschluss dieser Episode.

Zwei Fragen bleiben: Wie weit ist Cal mit seinem Buch? Und wieso sehen wir in letzter Zeit keine Emily und keine Wallowski?

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