Nikita: Review der Pilotenepisode (1×01)

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Stilettos, die genau so tödlich sein können wie ein Maschinengewehr? Ein Blick, der wie ein funkelnder Diamant den Bildschirm zerschneidet? Nikita hat, was Männer und Frauen wollen.

Im Vorfeld der CW-Produktion wurde schon so viel diskutiert und beurteilt, dass es für uns Zuschauer beinahe unmöglich ist, die Serie unbelastet und ohne bestimmte Erwartungen zu sehen. Hinzu kommt die mediale Vorgeschichte: Luc Bessons Thriller „La Femme Nikita“ (1990, mit Annie Parillaud in der Hauptrolle), das amerikanische Remake „Point of No Return“ (1993, mit Bridget Fonda) und die TV-Serie La Femme Nikita, die fünf Staffeln umfasste. Viele haben sich gefragt, ob die neue Nikita-Version die alten wiederholt – und wenn ja, in welchem Ausmaß.

Obwohl ich die beiden Filme kenne – die Serie leider nicht komplett -, werde ich mich nicht in den tiefen Abgrund der Vergleiche stürzen, sondern das Wort-Potential für diesen Artikel in Maggie Qs Performance und andere wichtige Bestandteile der neuen Serie investieren:

Ob Alias, Dark Angel oder Buffy the Vampire Slayer: schon immer wussten die Fernsehzuschauer kampfstarke Ladies zu schätzen. Im von „Danny Cannon“ (CSI: Crime Scene Investigation) gefilmten Piloten bringt Maggie Q in die Rolle von Nikita eine Mischung aus Kaltschnäuzigkeit und Verletzlichkeit ein, die viel versprechende Bewerbung für die Reihe der TV-Heldinnen darstellt. Abgesehen von der soliden Performance der Hauptdarstellerin wartet CWs Nikita mit einer interessanten Ausgangsposition der Erzählung auf:

In der ersten Hälfte der Episode muss Nikita einige Monologe führen und in Situationen gebracht werden, wo sie die Möglichkeit bekommt, uns Zuschauern von ihrem bisherigen Leben zu erzählen. Zusammen mit diesen Erzählungen wird uns vor Augen geführt, in welch tödliche Waffe man sie verwandelt hat. Parallel zu Nikitas Flashbacks und Voice Over-Enthüllungen sehen wir, wie ein junges Mädchen denselben Weg gehen muss, den Nikita gerade beschreibt: Auch Alex (Lyndsy Fonseca) wird von der Regierungsorganisation “gerettet” und mit einer zweiten Chance als trainierte Auftragskillerin versorgt.

Ganz am Anfang können wir sehen, wie ein Überfall schief geht und sie verhaftet wird. Anstatt im Gefängnis wacht sie in einem Zimmer auf, wo ein Mann namens Michael (Shane West, Emergency Room) ihr das neue Leben in der Division anbietet. Zugegeben: bis zu dem Zeitpunkt schmeckt alles nach Klischee; bis auf die glanzvollen Bilder und Melinda Clarkes Auftritt als Amanda (die Division-Verantwortliche für den Feinschliff der Damen) ist wenig Aufregendes zu sehen.

Es stellt sich das Gefühl ein, die Serie wolle alles in einem Rutsch und viel zu schnell erzählen. Aber Nikita bewegt sich gezielt auf einen ganz bestimmten Punkt zu: Wir bekommen zunächst den Eindruck, dass Nikita und Alex sich auf zwei Seiten der Erzählung befinden. Diese werden jedoch zusammengeführt: Alex und Nikita bilden nicht die zwei Seiten einer Medaille, sondern befinden sich auf derselben.

Nachdem Nikita eine Operation sabotiert hat, bemühen sich die Divisions-Verantwortlichen herauszufinden, welche Großmacht ihr hilft. Sie erklären Nikita den Krieg, ohne zu wissen, dass der in ihren eigenen Reihen schon anfängt…

Vielleicht wirkt sie an manchen Stellen überhastet: aber dennoch verdient die neue CW-Produktion die Aufmerksamkeit ihrer Zuschauer – auch noch jenseits des Piloten.

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