King: Review der Pilotenepisode (1×01)

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Ein Mädchen wird als vermisst gemeldet, und Torontos Major Task Force untersucht den Fall. Aber innerhalb der Einheit gibt es große Veränderungen: Man bekommt eine neue Chefin vorgesetzt. 

Der Sender Showcase beweist mit der neuen Krimi-Serie King, dass in den letzten Jahren die Kanadier die Procedural-Mischung oftmals besser hinbekommen als ihre amerikanischen Kollegen. Natürlich ist King keine Offenbarung oder Genre-verändernde Innovation im Krimi-Bereich, aber sie schafft eine unterhaltsame Mischung aus sympathischen Figuren und einem Erzählton, der dem Zuschauer zeigt, dass sich King selbst nicht allzu ernst nimmt.

So wie bei Serien üblich, die zwar den Zuschauern ein Team präsentieren, aber sich eindeutig auf eine Hauptfigur konzentrieren, steht und fällt King mit der Antwort auf die Frage, ob man Amy Price-Francis (Californication, The Cleaner und 24) in der Rolle von Jessica King mag oder nicht. Interessanterweise hatte ich Price-Francis schon in den letzten Wochen mehr Screentime gewünscht – beim Schauen von The Chicago Code nämlich, wo sie die Ex-Frau des Detective Jared Wysocki (Jason Clarke) spielt. Dieser Wunsch geht jetzt in Erfüllung, aber nicht in Chicago, sondern in Toronto.

In letzter Zeit kommt es einem schon ungewöhnlich vor, ein Krimi-Procedural ohne Hauptfigur mit besonderen und sogar übernatürlichen Fähigkeiten zu erleben. Die komplett in Toronto gefilmte und von Indian Grove Productions und Shaw Media produzierte achtteilige Serie erinnert ein wenig an The Closer und setzt auf ironische — ich nenne sie mal Schuss-Gegenschuss-Dialoge, auf geregeltes Chaos, die Farbe Rot und elegante Schuhe.

Es fällt auf, dass die Produzenten fast in jeder Szene rote Flecken eingebaut haben: seien es Kleidungsstücke (Schuhe, Krawatten), die Stühle im Verhörraum oder natürlich und speziell High Heels (nein, das sind nicht einfach Schuhe!).

Die rote Farbe unterstützt durchaus den Auftritt Jessica Kings, die wie eine Art Lauffeuer von einer Szene in die nächste huscht.

Die King-Autoren beschreiben ihre Hauptfigur folgendermaßen: „Unapologetic about her femininity, she is also very smart and wickedly funny.“ Getrieben von Leidenschaft für ihre Arbeit (und für ihre Schuhe), versucht sie den neuen Auftrag von Polizeichef Peter Graci (Tony Nradi) zu erfüllen. Während ihrer acht Jahre bei der Mordkomission hatte Jessica Einiges verbrochen und wurde in die polizeiliche Telefonzentrale zwangsversetzt. Nun aber hat Graci einen neuen Auftrag für die Frau mit der bunten Vergangenheit: Sie soll Chefin einer Spezialeinheit werden.

Neben der Verbrecherjagd versucht Jessica, auf Biegen und Brechen schwanger zu werden: Sie will einen Kinderwunsch erfüllen – ihren eigenen, ja, aber mehr noch den ihres dritten Ehemannes, der ebenfalls Polizist ist (gespielt von Gabriel Hogan). Ob man aber die Zeit für Schwangerschaft und Kindererziehung findet – als neue Chefin von Torontos Major Crimes Task Force?

Für meinen Geschmack wirkt der Pilot manchmal etwas überladen. Man versucht, in hohem Tempo und kürzester Zeit alle Figuren darzustellen und auch noch interessante Details aus ihrem persönlichen Leben zu vermitteln. Und die wirken etwas “over the top”, während der Fall der Woche fast in Vergessenheit gerät. Nichtsdestotrotz gelingt ein durchaus unterhaltsamer verbaler Schlagabtausch zwischen King und den Figuren, die ihr begegnen – jedenfalls dann, wenn er nicht zu sehr herbeigezwungen wird: etwa die Streitszenen mit dem bisherigen Chef der Einheit, Detective Sg. Derek Spears (Alan Van Sprang), und seinem anschließenden Versuch am Ende der Episode, Jessica zu küssen.

Auch Suzanne Coy (Dan for Mayor) als Eleni Demaris, Zoe Doyle (The Border) als Det. Gordon und Aaron Poole (ZOS: Zone of Separation) als Det. Jason Collier sind mit von der Partie, aber wie schon erwähnt fällt das Hauptaugenmerk auf Jessica King und ihre feurige Art. Ohne große Ansprüche zu erheben, ist Showcases King durchaus unterhaltsam. Nach zwei Episoden scheint der Funken auf das kanadische Publikum übergesprungen zu sein, denn King erfreut sich besserer Ratings als Endgame und die zweite neue Krimi-Serie XIII.

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