The Cape: Review der Pilotenepisode (1×01)

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Wer anders als ein Superheld vermag auch die schlimmsten Bösewichter an der Übernahme der Weltherrschaft zu hindern? Die neue NBC-Serie bietet eine Schachpartie zwischen den Kräften des Guten und des Bösen. 

Die ersten zwei Episoden der NBC-Produktion sind keine Katastrophen, und vermutlich gehen sie für die Fans von Superhelden-Geschichten in Ordnung.

Das scheint mir überhaupt die beste Beschreibung der neuen US-Serie zu sein: Sie geht einigermaßen in Ordnung! The Cape nach nur zwei Episoden komplett abzuschreiben, wäre zu früh. Natürlich hört sich das Batman-Konzept altbacken an und wurde schon weitaus besser umgesetzt – aber gerade die Frage nach der Umsetzung erscheint hier wichtig.

The Cape will keine Genre-Revolution darstellen. (Oder doch?! In dem Fall allerdings verfehlte es sein Ziel.) Die Serie steht und fällt mit ihrer Umsetzung: mit der Art und Weise, wie Vince Faradays (David Lyons) (aka The Cape) Geschichte erzählt wird, wie die Autoren Spannung aufbauen und interessante Figurengeschichten flechten. Das muss sich in den kommenden Episoden herausstellen.

The Cape versucht, Fragen nach Identität, Heldentum, Familie und gesellschaftlichen Zuständen aufzuwerfen und dabei zwischen Ernsthaftigkeit und Komödie zu pendeln. Und während manche Comedy-Momente (wie der Banküberfall durch einen Waschbären) gut funktionieren, bleiben die ernsten Faraday-Szenen irgendwie blass. Zwar fügen sich die Flashbacks aus der zweiten Episode sehr gut ein, so dass Faradays Familiengeschichte stärker eingebunden wird; trotzdem fehlt (zumindest in meinen Augen) die emotionale Wucht bzw. wirkt aufgesetzt. The Cape muss noch zu seiner Balance finden.

Vielleicht geschieht das, wenn man sich mehr auf Faradays Kampf konzentriert, die eigene Identität wieder zu erlangen. Unausweichlich wird dieser Kampf ihn vor die Frage stellen: Ist die The Cape-Identität nicht doch die bessere? Oder kann er beide sein? Im Unterschied zu vielen anderen Superhelden besitzt Faraday keine Superkräfte, sondern muss etwas dafür tun, um gegen die Mächte des Bösen auftreten zu können. Damit schwenkt die Serie in Richtung asiatische Kung-Fu-Film-Tradition ein, deren Held häufig durch eine Familientragödie seinem normalen Alltag entrissen wird und sich nach hartem Training auf einen Rachefeldzug begibt.

Im Falle The Cape geht es nicht vordringlich um Rache, sondern um den Versuch, großes Unglück zu verhindern. Faraday wird durch Manipulationen seitens Peter Flemming (aka Chess, gespielt von James Frain), dem Konzernchef und Hauptbösewicht in der fiktionalen Stadt Palm City, von seiner Familie getrennt, zum Verbrecher gemacht, gejagt und anschließend für tot erklärt. So muss er – gerettet von der geheimnisvollen Bloggerin Orwell (Summer Glau) und einer Gruppe Zirkusartisten, die eigentlich Bankräuber sind – eine neue Identität annehmen.

Faraday wird zu The Cape, einem Superhelden aus dem Comic, den er zusammen mit seinem Sohn zu lesen pflegte. Kann er Flemmings Ark Corporation daran hindern, die Herrschaft über seine Stadt zu übernehmen?

Von Max Malini (Keith David), dem Anführer der Zirkus-Bankräuber, erhält Faraday einen magischen Umhang, mit dessen Hilfe er sich in The Cape verwandeln kann. Zwischen Faraday und Malini spielen sich die besten Szenen der zwei Episoden ab. Dabei mangelt es The Cape nicht an Nebenfiguren, wie zum Beispiel Rollo (Martin Klebba) oder aber Scales (seit seinen Fußballerzeiten bin ich ein großer Fan von Vinnie Jones!). Es bleibt die Frage: Wann und wie wird die Serie dieses Potential nutzen?

The Cape kommt in diesen zwei Episoden weder als Halbes noch als Ganzes daher – der NBC-Produktion steht eine Menge Arbeit bevor. Aber unter den Zuschauern herrscht ein so immenser Hunger nach Superhelden-Geschichten (und nach Summer Glau), dass es für die NBC-Ratings reichen könnte…

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