The Event: Review der Pilotenepisode (1×01)

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Was ist The Event? NBCs neue Produktion nimmt die Zuschauer mit auf eine stürmische Reise. Wohin führt sie aber?

Wie fangen Reviews über „The Event“ an? Entweder mit einem Vergleich zu „Lost“ und „FlashForward“ oder mit dem expliziten Verzicht auf diesen Vergleich. Klar, wenn es sich um eine Mystery-Serie handelt, dann darf man sie auch innerhalb des Genres in Verbindung mit anderen Produkten bringen, um einerseits zu sehen, welche Genrekonventionen die jeweilige Serie bedient und andererseits nach Innovationen und Entwicklungen Ausschau zu halten.

Aber der Unterhaltungsfaktor setzt sich nicht nur aus dem Spielchen Tradition und Innovation zusammen, sondern aus mehreren unterschiedlichen Faktoren bis hin zu der Bereitschaft der Zuschauer nach dem Ende von „Lost“, „FlashForward“ und „24“ sich auf eine neue Mystery-Verschwörungs-Reise einzulassen. Aber ist „The Event“ Mystery? Was ist The Event? Wer generell nicht auf Erzählungen in medias res steht, darf mit „The Event“ überhaupt nicht erst anfangen, denn der Pilot der neuen NBC-Serie besteht nur aus Zeitsprüngen und versucht puzzleartig alles chronologisch zu rekonstruieren.

Sean Walker (Jason Ritter, „Joan of Arcadia“) ist ein nervöser Passagier an Bord eines Flugzeugs. Jemand versucht das Flugzeug vom Abheben abzuhalten, aber es klappt nicht. Ein nächster Zeitsprung zeigt zwar, wer das Flugzeug stoppen wollte, aber liefert keine weitere Informationen zu der Person. Stattdessen führt die Szene eine neue Figur ein, eine Frau namens Sophia (Laura Innes, „Emergency Room“), die in einem Hochsicherheitsgefängnis in Alaska sitzt. Zum ersten Mal fällt das Stichwort „The Event“.

Die Übergänge von einem Zeitpunkt zum nächsten oder zu dem vorherigen werden anhand einer Überschrift mit dem Namen der jeweiligen Figur, die zentral für den Abschnitt ist, markiert. Ansonsten würde man als Zuschauer tatsächlich die Orientierung verlieren. Die Zeitsprünge zeigen auch unterschiedliche Blickwinkel auf gleiche Szenen, um damit mehr Informationen zu den Ereignissen und den Absichten der Figuren zu liefern.

Seans Nervosität mündet darin, dass er alle im Flugzeug mit einer Waffe bedroht und versucht, in das Cockpit hereinzukommen. Aber die nächsten Bilder zeigen Sean als einen ruhigen, glücklich verliebten jungen Mann, der mit seiner Freundin Leila (Sarah Roemer, „Disturbia“) verreist und die Absicht hat, ihr einen Heiratsantrag zu machen. Leilas Vater (Scott Patterson, „Gilmore Girls“) gibt Sean seinen Segen, aber wirkt die ganze Zeit über auch nervös.

An einem anderen Ort und in einer anderen Zeitspanne will der frisch gebackene Präsident Elias Martinez (Blair Underwood, „In Treatment“) das Hochsicherheitsgefängnis in Alaska mit seinen 97 Insassen anscheinend schließen und der Welt darüber berichten lassen. Seine Berater und vor allem der CIA-Direktor (Zeljko Ivanek, „Damages“) wollen ihn daran hindern. Interessanterweise heißt das Gefängnis „Inostranka“, was auf Russisch „Ausländerin“ bedeutet. Was sind das für Menschen, die dort festgehalten werden und deren Anführerin anscheinend Sophia ist? Sind es überhaupt Menschen?

Martinez will sie frei lassen im Interesse der Menschenrechte und es wird uns mitgeteilt, dass sie „not Americans“ sind. Aliens? Zeitreisende? „How are we supposed to reassure the public when we don’t have answers yet?“ fragt der CIA-Direktor. In einer Rückblende sehen wir, wie Martinez das Gefängnis zum ersten Mal besucht und Sophia kennenlernt. In der Gegenwart bereiten sich die beiden vor, vor die Presse zu treten. Aber dazu kommt es nicht, denn ein Flugzeug kommt auf die Veranstaltung zu. Ja, es ist DAS Flugzeug!

Sean, wie der Air-Marshall und alle Passagiere feststellen, wollte nicht das Flugzeug entführen, sondern den Piloten daran hindern, eine Flugzeugattacke durchzuführen. Der Pilot ist sein zukünftiger Schwiegervater! Der Flug hat die Nummer 514 und wir sehen in einer weiteren Rückblende, wie Sean und Leila sich auf einem Kreuzfahrtschiff während ihres Urlaubs im Zimmer 5314 aufhalten. Zufall?

Sprung in das Haus von Leilas Familie. Ihre kleine Schwester wird entführt und ihre Mutter erschossen. Parallel zu diesem Ereignis verschwindet Leila und Sean wird mitgeteilt, dass er und sie nie an Bord waren. Zurück im Flugzeug versucht Sean, den Schwiegervater zu überreden, es nicht zu tun. Anscheinend sind beide Töchter als Druckmittel entführt worden, um ihn zum Anschlag auf den Präsidenten zu bewegen! Wer steht aber dahinter? Das Flugzeug kommt immer näher, Panik bricht auf dem Boden aus und in dem Moment, als man bereit ist, „The Event“ für eine normale „Anti-Terror“-Serie zu erklären, werden wir in die Mystery-Welt zurückversetzt.

Ein Loch öffnet sich im Himmel und das Flugzeug wird „verschluckt“. Sophia sagt zum entsetzten Präsidenten: „I haven’t told you everything.“ Die Produzenten von „The Event“ haben während der großen NBC-Werbekampagne in zahlreichen Interviews den Zuschauern genug Antworten versprochen. Mal sehen, wann sie damit anfangen. „The Event“ ist solide gemacht, liefert zwar einen hektischen Piloten, aber vierzig Minuten sind für eine Serie mit solcher Prämisse trotz Zeitsprüngen zu wenig Zeit.

Ist „The Event“ den hohen Ansprüchen der Mystery-Fans gewachsen? Wie wir aus anderen Mystery-Formaten wissen, muss man zuerst dem Event näher kommen und mehr erfahren, bevor man sich für oder gegen die Serie entscheidet.

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