The Finder: Review der Pilotenepisode (1×01)

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Wie oft hadert man damit, etwas nicht finden zu können. FOX verspricht, dieser Problematik ein Ende zu bereiten: Walter Sherman findet alles und jeden… und vielleicht manchmal zu viel. 

Als FOX dem Publikum das neue Projekt „The Finder“ mit Hilfe von „Bones“ präsentierte, indem Bones (Emily Deschanel) und Booth (David Boreanaz) zusammen mit Walter Sherman aka The Finder einen Fall bearbeiteten, schwante mir nur Negatives über die kommende Serie. Nach der Sichtung des Piloten muss ich gestehen, dass sich die schlimmsten Befürchtungen nicht bestätigt haben… zumindest nicht ganz.

„The Finder“ bringt nichts Besonderes in die TV-Landschaft, egal in welcher Hinsicht – sei es in erzählerischer und schauspielerischer oder die audiovisuelle Gestaltung betreffend. Nun muss man natürlich bedenken, dass Fernsehen in erster Linie Unterhaltung ist und nicht jede Serie an hohen qualitativen Maßstäben gemessen werden muss. Denn Serien wie „The Finder“ erheben einen solchen Anspruch nicht einmal an sich selbst! In einem solchen Fall müssen wir den Unterhaltungswert des Projekts begutachten.

Wie bei allen Produktionen üblich, die einen Ermittler mit besonderen Fähigkeiten zur Hauptfigur erheben, steht und fällt die neue FOX-Serie mit dem Interesse des Publikums an Walter Sherman (Geoff Stults), dem ehemaligen Kriegshelden, der nach einem Vorfall im Irak ein Hirntrauma erlitt und aus medizinischen Gründen ausgemustert wurde. Diese Verletzung entfachte in ihm beinah übernatürliche Fähigkeiten beim Finden von Sachen oder Personen.

Oft finde er mehr, als dem Auftraggeber lieb sei, sagt Walter – und dieses Grundthema möchte die Serie offenbar zwischen Humor, Action und manchmal dunklerem Drama variieren. Nur: Wenn „The Finder“ dramatisch-ernst zu werden versucht, wird es tatsächlich… langweilig, wie es Jaime Murray, Gastdarstellerin der Pilotepisode, in einer Szene schön zusammenfasst: „This is boring. I’m bored.“Walters Traumsequenz, die ihm den Schlüssel zur Lösung des Falls gibt, sollten wir besser gar nicht erst erwähnen… Andererseits funktioniert in meinen Augen das Zusammenspiel zwischen Walter und seinem Partner beim Bar- und Detektiv-Business, dem ehemaligen Anwalt Leo Knox (Michael Clarke Duncan). Was den weiblichen Cast betrifft, hat sich „The Finder“ bemüht, die FOX-Zielgruppe ausgiebig zu bedienen: mit Hilfe von U.S. Marshal Isabel Zambada (Mercedes Masöhn) – „In case you haven’t noticed, I’m hot. Like, smoking hot“ – und der jungen Straftäterin (unter Walters Aufsicht) Willa (Maddie Hasson).

Walter & Co. versuchen eine gestohlene Gitarre wiederzubeschaffen; kurz darauf erhalten sie von einem jungen Militärakademie-Kadetten den Auftrag, die Überreste seines verschollenen Vaters zu finden. Es erweist sich, dass Walter diesen Mann schon einmal fand und rettete: zu seinen Dienstzeiten im Kosovo. Die Balance zwischen Figuren-Einführung und dem Fall kippelt etwas in diesem Piloten, da die Serie eine Menge Zeit damit verbringt, alle vorzustellen und zu beschreiben – so, als säßen alle in einem Vorstellungsgespräch, oder als bekämen wir Zuschauer gerade die Menükarte aus Walters Bar gereicht.

Nun, das „The Finder“-Menü ist insgesamt ziemlich einseitig im Vergleich zu ähnlichen Projekten wie etwa „Human Target“, die bei FOX schon eingestellt wurden. Es bleibt abzuwarten, ob sich trotzdem genug Kundschaft findet. „The Finder“ ist keineswegs der Fund der Midseason, aber es kann nicht schaden reinzuschauen.

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