The Philanthropist: Review der Pilotenepisode (1×01)

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James Purefoy (Rom) als Teddy Rist, ein Millionär, der die Schwachen liebt, ist sympathisch. Die Bilder des Piloten sind (abgesehen von den lächerlichen Aufnahmen der Flutkatastrophe) opulent. Jesse L. Martin (Law & Order) und Neve Campbell (hier seine Serienfrau) mussten nicht unbedingt dabei sein. Wieso waren die beiden eigentlich da? Um mehr Treffer bei einer Google-Suche zu erzielen? „Tom Fontana“ (Homicide: Life on the Street) überrascht uns hier (im Negativen) mit einem Produkt, das von Pathos und Sentiment nur so trieft (war Spielberg auch beteiligt?).

Erster Seufzer: Wenn wir nur genug Millionäre hätten, dann wäre die Welt definitiv gerettet! Ich bin wirklich der letzte, der in einer fiktionalen Serie nach Realismus sucht, aber bitte, verschont mich mit diesen Tarzan-Einlagen, die mit „Bed Stories“ enden. Der tapfere weiße Mann kriegt die dankbare schwarze Frau – aber das ist natürlich nur ein Nebeneffekt, denn, ach ja, es ging um Trauerbewältigung. Noch in keiner Serie hatte ich (auch als Vater) so wenig Mitgefühl für jemanden, der sein Kind verloren hat. Dieser Erzählstrang ist hier so künstlich umgesetzt und so übertrieben dahingeklatscht, dass einem schlecht wird.

Zweiter Seufzer: The Philanthropist ist ein heißer Kandidat für die schlechteste Serie des Jahres. Erstaunlicherweise bewerten viele US-Kritiker die Serie mit „gut“ bis „sehr gut“ (haben sie Mitleid mit NBC?) – das Erwachen von Teddy Rist sei glaubwürdig und man wünsche, dass er der (fehlerhafte) Superman ist, der er … ist! Ich hab mir gewünscht, dass er von den Söldnern im Dschungel getroffen wird und alles endet. Nicht mal die Giftschlange konnte den weißen Mann aufhalten. Ich hoffe, dass die Ratings uns vor mehr spirituellem Neo-Kolonialismus retten werden!

Dritter Seufzer: Im Vergleich zu Royal Pains ist The Philanthropist nicht mal „guilty pleasure“. Die Serie ist weder seriöse noch leichte Unterhaltung, sie ist einfach dumm. Und entgegen ihrer Prämisse, dass man mit Geld alles kaufen kann, beweist NBC dass es nicht immer geht. Qualität kann man nicht einfach kaufen.

Noch etwas – kompetente Network-Verantwortliche gucken sich zuerst einen Piloten an, bevor sie bestellen. Aber na ja, die Kompetenten sind NBC längst ausgegangen.

Zitat aus NBCs Pressemappe: „The heroic adventures of a billionaire playboy-turned-vigilante/philanthropist.“

Das ist das einzig lustige, woran ich, in Verbindung mit dieser Serie, denken kann. Man braucht keine Episoden mehr zu sehen (lieber UNICEF-Berichte lesen), um über das The Philanthropist-Schicksal zu grübeln. Schade, dass die Serie nicht bei FOX läuft, denn sie sind die schnellsten, was Absetzung betrifft.

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