The Unusuals: Review der Pilotenepisode (1×01)

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Es ist interessant zu schauen, wieso eine Serie, die von unüblichen Ereignissen und unüblichen Figuren handeln soll, auch so heißen muss. Würden die Zuschauer auch nicht alleine darauf kommen? Bei der neuen ABC-Serie „The Unusuals“ war es wirklich unnötig im Titel alles deutlich zu machen, denn die Serie ist seit ihrer ersten Minute bemüht außergewöhnlich zu wirken.

Am ABC-Mittwochabend drücken sich auf den 10 Uhr-Sendeplatz die Serien die Klinke in die Hand und das schon seit geraumer Zeit. Mittlerweile könnten die Wettbüros schon Einsätze annehmen, welche Serie mehr als zwei Seasons überstehen wird. „The Unusuals“ ersetzt die seit letzter Woche abgesetzte „Life on Mars“, die „Dirty Sexy Money“ ersetzte, die für „The Nine“ kam, die wiederum „Invasion“s Platz einnahm, die „Wife Swap“ ablöste, die „Karen Sisco“s Nachfolgerin war und so geht es weiter bis in die 80er und bis zu „China Beach“.

All die Serien wurden keine Dauerbrenner, obwohl manche einen Kultstatus bei den Fans erreichten. Und nach der Sichtung des Piloten von „The Unusuals“ sieht alles danach aus, als würde sich die Tradition fortsetzen. Das heißt nicht, dass „The Unusuals“ schlecht ist, genauso wie man es nicht über alle die aufgezählten Serien behaupten kann, aber eine episch-lange Geschichte wird es wohl nicht werden. Also, was die wirtschaftliche Umstände und Zustände betrifft: Es ist nichts un- bzw. außergewöhnliches in Sicht. Bleibt nur die Frage zu beantworten, wie die Serie inhaltlich ihrem Namen gerecht wird?

An erster Stelle ist hervorzuheben, dass der Cast der Serie, die sich um das Leben der Detectivs einer New Yorker N.Y.P.D-Abteilung dreht, teilweise außergewöhnlich gut besetzt ist. Zum Beispiel die Partnerschaft zwischen den Detectives Eric Delahoy (Adam Goldberg) und Leo Banks (Harold Perrineau Jr.) funktioniert brillant. Der erste sehnt sich buchstäblich danach getötet zu werden, weil er bald an einem Gehirntumor sowieso sterben wird. Das erweist sich aber schwerer als zunächst gedacht, da er wie durch ein Wunder alles doch noch überlebt. Leo wiederum wird (glaubt er) vom Schicksal der männlichen Mitglieder seiner Familie verfolgt, die einer nach dem anderen im Alter von 42 Jahren starben. Aus diesem Grund trägt er Tag und Nacht eine kugelsichere Weste. Die Chemie zwischen den beiden sorgt für eine amüsante Untersuchung in dieser ersten Folge, als sie nun doch einem außergewöhnlichen Fall nachgehen – sie versuchen einen Katzen-Serienmörder zu überführen. Und am Ende klappt es mithilfe von … Katzen.Natürlich sind solche Cop-Kombinationen und solche „Fälle“ nichts Neues oder Außergewöhnliches in dem Genre, aber als Zuschauer amüsiert man sich trotzdem. Die Chemie zwischen der Neuen in der Abteilung, Casey Schraeger (Amber Tamblyn), und dem mit allen Wassern gewaschenen (Ex-Baseballspieler und Imbissbesitzer) Jason Walsh (Jeremy Renner), ist wiederum nicht vorhanden. Und in dieser ersten Episode dreht sich alles um die Untersuchung an dem Mord seines alten Partners, der ein Cop mit vielen Geheimnissen war.

Cops mit Geheimnissen: Das scheinen alle in der Abteilung zu sein. Deswegen wurde auch Casey geholt, wird ihr von ihrem Vorgesetzten gesagt, um diese Geheimnisse zu lüften. Nun, sie hat aber selbst eins. Eddie Alvarez (Kai Lennox), der über sich nur als “Eddie Alvarez” redet und nie „I“ oder „me“ sagt, übernimmt die Rolle eines rampenlichtsüchtigen Klischees mit dem dazugehörigen Schnurrbart.

Teilweise hat man den Eindruck, als würde „The Unusuals“ seinen Vorgänger auf diesem Sendeplatz auf die Schippe nehmen wollen. Wie gesagt, die Serie bietet nette Unterhaltung, der Cast ist exzellent. Entwicklungspotential ist auch vorhanden, nur wie es in der nahen Vergangenheit bei manchen ABC-Serien immer der Fall war, ist alles etwas überstürzt und übertrieben. Man merkt es der Serie an, dass sie mit aller Kraft versucht humorvoll und außergewöhnlich zu wirken. Wir werden sehen, ob sich das Ganze in den nächsten Episoden beruhigen wird, wie es bei „Leverage“ nach einem genauso übertriebenen Piloten der Fall war, oder man wird weiterhin den Schild Unusual hochreißen, wie jemand, der vergeblich am Flughafen wartet.

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