Sons of Anarchy: Bainne / June Wedding (3×11 und 3×12)

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Jax (Charlie Hunnam) trifft in Bainne eine Entscheidung, die er sehr schnell bereuen muss. Obwohl „bereuen“ nicht wirklich die zutreffende Bezeichnung scheint: Jax entscheidet sich, Abel vom Club-Leben und dadurch von sich selbst zu trennen – aber die Adoptiveltern werden von Jimmy erschossen, und wieder einmal dient Jax’ Sohn als Tauschobjekt. Einerseits setzt die Serie damit die Lektion fort, die Jax zu lernen hat: dass sich jede Entscheidung, die er trifft, schließlich auf irgendeine Art und Weise als falsch erweist. Der Grund für diese Fehlerhaftigkeit liegt im Kern des Lebens, das Jax führt, mit all seinen Regeln und Motivationen. Damit kehrt die Serie geschickt zurück zur Prämisse der zweiten Staffel und zum Grundproblem von Sons of Anarchy, das durch die Suche nach Abel in den Hintergrund geriet: Die Suche nach Jax!

Jax schubste Tara von sich, und in Bainne ist er bereit, auch Abel wegzugeben. Letztendlich versucht er, sich mit Hilfe äußerer Umstände von emotionalem Ballast zu befreien. Er will zwar Tara und Abel in Sicherheit wissen, aber gleichzeitig macht er sich alles leichter – indem er die Verletzlichkeit des Clubs und seine eigene durch die Trennung drastisch reduziert. In den ersten zwei Staffeln wurde uns Zuschauern immer wieder nahe gelegt, dass der Club (wie) eine Familie sei. Die dritte Staffel hinterfragt diese Aussage, beginnend mit Donnas Tod.

In June Wedding schließlich entscheidet sich Jax dafür, sich zuerst um seine Familie zu kümmern, wenn auch auf Kosten des Clubs. In Bainne sahen wir, wie Maureen John Tellers Briefe in Jax’ Sachen versteckte, nachdem wir einen kurzen Auszug zu hören bekamen, der uns auf die mögliche Involvierung Gemmas (Katey Sagal) und Clays (Ron Perlman) in Johns Tod hinweist. Nicht nur sind diese Briefe eine tickende Zeitbombe, sondern sie reflektieren dieselbe Problematik: Haben damals Gemma und Clay die Familie für den Club geopfert?

Auf jeden Fall sind wir – hinsichtlich des Titels June Wedding – Zeugen blutiger Hochzeiten bei SoA. Allen voran die Bindung zwischen June Stahl (Ally Walker) und ihrer Partnerin, aber auch die zwischen Stahl und Jax. Bainne ist das offizielle Ende der Suche nach Abel; June Wedding beendet die Suche nach Tara. Unser will Salazar lebendig, damit dieser gegen Hale aussagt, die Mayans wollen ihn aus persönlichen und geschäftlichen Gründen tot sehen, und Jax… will nur seine Familie. Und er will denjenigen bestrafen, der sie bedroht hat. Er tötet Salazar, obwohl er ihn lebendig hätte haben können, und verkompliziert damit die Sache für den Club und Charming selbst. Clay-Style!

Nicht zufällig steckt Stahls Vorname im Episodentitel, denn was sie tut, schockiert – obwohl man von ihr Einiges gewöhnt ist. Sie tötet ihre Partnerin und inszeniert das Ganze als mexikanischen Übergriff, um dann die selbst erdachten letzten Worte ihrer Partnerin zu Protokoll zu geben: Gemmas Statement sei korrekt; ihre Partnerin sei Edmonds Mörderin, und Gemma habe aus Notwehr gehandelt. Ganz abgesehen davon, ob die Logik der von Stahl beschriebenen Ereignissen so haltbar ist, erreicht dieses Wendung ihr dramaturgisch-dramatisches Ziel: Jax’ Famile ist komplett und in Sicherheit – Tara und das Baby, Abel und Gemma. Was wird aus der Club-Familie?

Auf Gemmas Rat hin macht Opie Lyla einen Heiratsantrag, während Tig und Kozik ihre Differenzen nicht ausbügeln können. Denn es geht schließlich … um einen Hund namens Missy!  Ich bin mir nicht sicher, ob diese Enthüllung hierher passt; aber auf SoA-Art und Weise wirkt sie lustig. Falls aber Kozik wirklich nicht in Charming aufgenommen würde, würden wir Kenny Johnson nicht mehr sehen, was sehr schade wäre!

Die kleine Szene zwischen Tig und Kozik erinnert allerdings daran, wie wenig die Serie in dieser Season für ihre Nebendarsteller übrig hatte. Nichtsdestotrotz funktioniert die SoA-Mischung als Ganzes, als komplette Erzählung, als mehrteiliges Buch – und man muss bedenken, dass diese dritte Staffel generell mehr plot-driven als character-driven war. Wie alles enden wird? Vielleicht so: Im Bund der Lügen – mehrere Begräbnisse und zwei Hochzeiten?

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