Sons of Anarchy: Balm (2×10)

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Beim Zuschauen jeder Episode, egal welcher Serie, mache ich mir immer Notizen. Für Balm habe ich ganze drei Seiten verbraucht. Keine Angst, ich werde versuchen, nicht alles direkt hierher zu übertragen, aber in dieser Episode geschah wirklich Einiges.

Ich finde es bemerkenswert von den Sons of Anarchy-Autoren, wie sie es kein bisschen fürchten, ihre Figuren in Situationen hineinzumanövrieren, aus welchen es kaum ein Entkommen gibt. Und mit Entkommen meine ich natürlich Überleben. Obwohl die Bestellung einer dritten Staffel der Serie eher eine Formalität sein dürfte, ist man als Zuschauer in den Ereignissen dermaßen involviert, dass wir gar nicht daran denken, wie es in einer dritten Staffel weitergehen könnte.

Hier und jetzt – das ist SoAs grandiose Leistung, uns immer und mit jeder Episode einen Schock zu verpassen, den wir (fast) nie so kommen sehen. Der Auftritt vom IRA-Chef Jimmy (Titus Welliver aus Deadwood, Supernatural) als das nächste Teil, das das „Charming“-Puzzle so gut wie komplett und noch komplizierter macht, war nicht nur überraschend, sondern auch überzeugend!

So erfahren wir endlich Hintergrundinformationen über Chibs (Tommy Flanagan), der im Laufe der bisherigen Handlung ziemlich im Hintergrund stand. Jetzt ist er plötzlich Dreh- und Angelpunkt der Ereignisse. Aufgrund der Tatsache, dass Jimmy seine Familie mehr oder weniger gefangen hält und über Chibs versucht mit Samcro wieder Geschäfte zu machen. Und dass wiederum Agent Stahl (Ally Walker) Chibs einen Deal anbietet, könnte er plötzlich für das Schicksal des Clubs eine entscheidende Rolle spielen.

Und da wir beim Wort „Spiel“ sind: Agent Stahl scheint ihre Zweifel an der eigenen Arbeitsweise, die zu Donas Tod führte, überwunden zu haben. Sie ist wieder mit den selben Mitteln zu Gange, wie damals mit Opie, indem sie Jax droht, seinen Sohn ins Heim zu schicken. Vielleicht war es tatsächlich nicht besonders klug von Jax damals im Gefängnis Cohns Namen ins Spiel zu bringen, denn Stahl verspricht ihm, wenn sie mit IRA fertig ist, ganz’ Charming nach einem „flachen Grab“ zu durchsuchen.

Während Jax (Charlie Hunnam) mit Stahl Spielchen spielt, die ganze „go nomad“-Geschichte durchzieht und Opie mit Lyla Sex auf dem Fußboden (aber nicht auf dem Ehebett!) hat, ist Clay (Ron Perlman) dabei neue Verbündete zu finden und alte Verbindungen wieder zu beleben.

Die Einheimischen scheinen sich auf die Produktion von jeder Art von Munition spezialisiert zu haben und sind bereit, Clay zu beliefern. Aber es sind nicht nur die Kugeln, die sie herstellen, sondern auch gewisse „Pilze“. Während Clay mit den Niners die Munition testet, testen Tig (Kim Coates) und Half Sack (Johnny Lewis) die andere Ware. Dieser Test führt zu den einzigen humorvollen Bildern in dieser Episode, die zum wiederholten Mal zeigen, wie sehr Tig von Schuldgefühlen zerfressen wird. Der Prospect? Er badet im Matsch mit den Worten: „It’s cool and warm. It’s cwarm!“ Man braucht nichts mehr dazu sagen!

Immerhin entschuldigt sich Jax bei Clay für seine Verdächtigungen in Sachen Caracara-Brand und fragt ihn, ob er einverstanden ist, dass Jax geht. Die Antwort ist: Ja! Genau die gleiche, die jedes Mitglied auf der anschließenden Versammlung, wenn auch ungern, gibt, um Jax Willen zu erfüllen. Dabei zeigt die Kamera in Close-Ups sehr deutlich die unterschiedlichen Emotionen die dieses erzwungene „Ja“ begleiten: Die Resignation und die Abwesenheit in Clays Blick, Bobbys (Mark Boone Jr.) Frustration und Opies (Ryan Hurst) Trauer, während Chibs das Ganze immer noch nicht wahr haben will! Vielleicht kann er wirklich was ändern!

Etwas geändert hat die letzte Szene der Episode, die genial inszeniert war und zeigte warum Katey Sagal den Emmy verdient hat und warum Sons of Anarchy so gut ist!

Geschrieben von Dave Erickson und Stevie Long, gefilmt von Paris Barclay (In Treatment, The Shield) und wundervoll umgesetzt von den Schauspielern Katey Sagal, Ron Perlman, Charlie Hunnam und Maggie Siff. Gemma erzählt „ihren Männern“ über die Vergewaltigung und statt Wutausbrüche und Rachegelüste, sitzen einfach alle still da – bis auf Jax Schlag auf den Tisch und die anschließenden Küsse auf die Hände seiner Mutter.

Was viel wichtiger ist – anschließen legt er die Hand auf Clays Schulter und dieser hält sie für einen Augenblick fest, während die Tränen in seinen Augen nicht mehr festzuhalten sind. Hier schließt sich ein Kreis und deutet sich der Anfang vom Ende an: Zobelle (Adam Arkin) wollte durch den Gewaltakt den Club destabilisieren, aber die stille Anführerin des Clubs gab nicht nach. Samcro manövrierte sich trotz Unwissen über das Ereignis zwar in die Misere, aber das Auftauchen der Wahrheit genau an diesem Punkt ist mehr als bestes Timing, denn was anderes könnte die Zerwürfnisse der Männer kitten, als Gemmas Opfer für den Club: Großartig, Mr. Sutter!!!

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