Sons of Anarchy: Caregiver (3×03)

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Ein bekannter Gaststar trifft in dieser Episode ein. Die Sons können auch jede Hilfe gebrauchen, denn die Probleme werden nicht weniger. 

„Kurt Sutter“ & Co. haben mit dem Titel dieser Episode wieder einmal einen Treffer gelandet, nicht nur was die Episode selbst betrifft, sondern auch die Gesamtentwicklung. Caregiver ist ein perfektes Beispiel für den Versuch seitens Samcro, Sachen in Ordnung zu bringen und sich um Sachen zu kümmern, aber je mehr man es versucht, desto tiefer steckt man in größeren Problemen drin. Im Vergleich zur zweiten Staffel und der Zoebelle-Story steht jetzt der Club auf deutlich schwächeren Beinen.

Die Sons sind nicht darauf vorbereitet, alle diese Probleme auf einmal zu managen. Wir sehen das durch ihre beinahe verzweifelten Versuche Allianzen zu bilden, um sich vor dem endgültigen Zusammenbruch zu retten. Abels Entführung hat ein Loch in der Sons-Mauer hinterlassen, das sich nicht so leicht stopfen lässt. In dieser Episode verwickeln sie sich in ein Handelsdreieck mit den Grim Bastards und der asiatischen Mafia. Es geht sogar so weit, dass die Sons für eine asiatische Pornofilm-Party Mädchen als Tausch für Waffen organisieren müssen. Lyla ist auch involviert.

Hiermit schlagen die Autoren geschickt zwei Fliegen mit einer Klappe: Verkomplizieren das Spiel noch mehr durch die Einführung einer weiteren Seite und adressieren Opies Problem mit Lylas Beruf. Während der Party eskaliert alles und Opie beendet das Ganze kurzerhand. Dieser Ausbruch kommt nicht von ungefähr, denn in den ersten zwei Episoden hat man auf subtile Art mit Hilfe kurzer Szenen angedeutet, wie sich Opie angesichts Lylas Beschäftigung fühlt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis alles eskaliert.

SoAs Gesetz der Dramaturgie, um das Innenleben von Figuren auszuleuchten, lautet: Vergieß genug Benzin in der Nähe einer Tankstelle und es wird sich im nächsten Moment jemand finden, der ein Streichholz anzündet. Dann brennt es lichterloh und alle Beteiligten können strahlen oder aber auch verbrennen. Im Vergleich zu den ersten beiden Staffeln ist die dritte nicht so sehr Opie-orientiert, aber Ryan Hurst braucht nicht viel, um Eindrucksvolles zu liefern, wie in der Szene, als er Lyla sagt, er will nicht, dass sie traurig ist. Dabei ist Opie die vermutlich traurigste Figur in dieser Serie.

Nicht weniger traurig scheint Maureen (Paula Malcomson) in Belfast zu sein. Nachdem Cameron getötet wurde, will Father Ashby Abel nehmen. Warum sie so an Abel hängt und sich anfangs weigert, ihn wegzugeben, erfahren wir von Ashby: Maureen hat John Teller geliebt und liebt ihn vermutlich immer noch. Ist Maureen die Gemma von Belfast? So direkt, glaube ich, können die beiden nicht verglichen werden.

Diesmal verbringen wir etwas mehr Zeit in Belfast und sehen zum ersten Mal Mitglieder der Belfast-Sons. Cameron wird entdeckt und die Nachricht über seinen Tod verbreitet sich wie ein Lauffeuer bis nach Charming. Es ist genauso, wie der Priester es geplant hat, aber warum will er Abel behalten? Geht es um den Machtkampf mit Jimmy O oder um die gemeinsame Vergangenheit mit John Teller? Was hat Ashby vor?

Wir wissen immer noch nicht viel darüber. Maureen entscheidet sich aber, heimlich Gemma (Katey Sagal) zu kontaktieren, und braucht dafür die Hilfe von Cherry (Taryn Manning in der Rolle von Half Sacks Freundin aus der ersten Staffel). Cherry versucht, Half Sack zu kontaktieren, nur um die traurige Nachricht zu hören. Außerdem bekommen wir Maureens Tochter Trinity zu sehen. Die Frage ist: Wer ist der Vater? Es ist eine sehr gute Entscheidung seitens der Autoren eine weitere starke Frauenfigur einzuführen, während Gemma sich an der Grenze zum Wahnsinn entlang bewegt.

Es war klar, dass Tara (Maggie Siff) nicht auf Jax (Charlie Hunnam) hören wird und zu Gemma eilt. Nun, das führt zu weiteren Komplikationen. Taras Gutmütigkeit und ihr beruflicher Ethos (Caregiver) lösen eine Kettenreaktion aus, bei der Amelia mit einem Messer in der Brust endet. Tigs Involvierung in Gemmas „Frauenplot“ finde ich eine großartige Entscheidung der Autoren und Kim Coates meistert seine Rolle grandios. Tig kann nicht mal für zehn Minuten (wie er selbst anmerkt) diese Frauen außer Rand und Band allein lassen, ohne dass etwas geschieht.

Es ist Zeit einen zu rufen, der tatsächlich aufräumen kann und sich um Sachen kümmert (Caregiver)! Tig ruft The Cleaner an und die Bühne ist frei für „Stephen King“s Cameo-Auftritt. Sein Name hier lautet Bachman, was ein Verweis auf Kings Schriftstellerpseudonym ist. Der Sons-Fan „Stephen King“ fügt sich irgendwie unerwartet perfekt in die Serie ein und sorgt im Zusammenspiel mit Tig, Gemma und Tara für schwarzhumorige Töne, als er sich daran macht, Amelias Leiche zu beseitigen: „I’m in the mood for some music, ’80s …“ Tigs spontane Antwort: „I’ll make that happen.“

Die Ausstrahlung dieser Episode an Stephen Kings Geburtstag ist bestimmt eines der schönsten Geschenke für den Master of Horror gewesen. Eines der schönsten Geschenke, die uns diese Episode macht, sind die zwei Szenen mit Hal Holbrook, als er zuerst gedenkt sich umzubringen und es doch nicht tut, um später mit Gemma einen sehr innigen Moment zu teilen. Er erzählt ihr, dass die klaren Tage, die er hat, viel schlimmer sind, als die, wenn seine Demenz ihn in ihren Fängen hält.

Für die Sons sind jetzt die Tage auch klarer und schwerer geworden, denn sie sehen deutlich in welchen Schwierigkeiten alle stecken. „You’re all very unbalanced individuals.“ Dieser als Spaß gemeinte Satz von Jax ist gleichzeitig eine gute Beschreibung der Lage: Unausgeglichen.

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