Sons of Anarchy: Smite (2×05)

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Sons of Anarchy steigert sich Episode für Episode: da kann man sich nur genüsslich zurücklehnen und freuen, dass es Kabelfernsehen ohne FCC-Regulierung gibt.

Wo bekäme man nämlich sonst eine Serienepisode geboten, die einen Nasenbruch, eine Straßenprügelei und eine Autobombenexplosion enthält und trotzdem als relativ „ruhige“ Episode bezeichnet werden kann?

„I’m going to get us out of all those things that you’re afraid of. You stay with me, I promise: I’ll find your place.“ Jax’ (Charlie Hunnam) Worte entstammen teilweise seiner festen Überzeugung, aber gleichzeitig enthalten sie auch eine Prise Verzweiflung: Die gestrige Episode Smite erinnerte uns Zuschauer und Jax selbst daran, was für eine fast unmögliche Aufgabe er sich und dem Club stellt.

Wie kann man Samcros Weste weiß waschen, die blutdurchtränkt über Charmings mit Gewalt überzogenen Straßen hängt? Ist es überhaupt möglich, zu John Tellers idealistischen Zielen und Zwecken zurück zu kehren in Zeiten, in welchen dein Nächster die Augen „nicht mehr im Kopf“ hat (Big Otto verliert auch sein einziges)?

Um sich aus dem Schlamassel zu befreien, muss der Club noch mehr Verbrechen auf sich nehmen. Die Sons of Anarchy-Handlung gleicht zur Zeit wirklich einem Hund, der sich in den eigenen Schwanz verbissen hat…

Mir gefällt sehr, dass Sons of Anarchy Jax niemals als Engel darzustellen versucht, sondern durchaus kontrovers: etwa wenn Jax zwar Clay (Ron Perlman) vorwirft, egoistisch und gewalttätig zu sein, selbst jedoch das mit Abstand temperamentvollste und „gewaltbereiteste“ Samcro-Mitglied ist.

Könnte unter diesen Bedingungen jemand anders als Jax eine größere Rolle übernehmen und das Schicksal des Clubs lenken? Jemand wie Bobby vielleicht? Dessen Figur, so habe ich das Gefühl, tritt im Laufe dieser Staffel immer mehr in den Vordergrund. Kurt Sutter hat es geschafft, ein spannendes Schachspiel aufzustellen, wo die Bewegung jeder Figur das komplette Spiel beeinflussen und vielleicht zu einem Ende führen könnte. Während die Männer sich fürs Endgame positionieren, gelingt es Tara (Maggie Siff), das Eis um Gemma (Katey Sagal) nach und nach zum Schmelzen zu bringen. Und eine gebrochene Nase ist das Mindeste, was man in Kauf nimmt, wenn man den Mann liebt und den Club auch lieben muss.

Was uns vor Augen führt, hat die Serie schon seit einigen Episoden vorbereitet: Wer Veränderungen will, muss Opfer bringen. Aber rechtfertigt das Erreichte das Opfer? Eine Variante der uralten Frage: Heiligt der Zweck die Mittel?

Sons of Anarchy kann man nur als „mad“ bezeichnen: und diese seine madness wird immer schlimmer. Positiv gemeint – für uns.

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