Sons of Anarchy: The Push (3×06)

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Diese Episode von Sons of Anarchy dreht sich um eine dieser wichtigen Entscheidungen, die jeder treffen muss. Werden sich solche Entscheidungen auf lange Sicht auszahlen oder eher rächen?

The Pull und The Push. Wir erinnern uns, dass in der Episode The Pull in der ersten Staffel Jax (Charlie Hunnam) und Tara (Maggie Siff) wieder zusammen kamen, nachdem Jax Kohn erschossen hatte. The Push liefert in gewisser Hinsicht den zweiten Teil der Jax-Tara-Story. Im ersten wurde sie in das Club-Leben hineingezogen – und in diesem zweiten “pusht” Jax sie aus seinem Leben wieder hinaus: „I’m done“, sagt er zu ihr in einer stillen Szene am Ende der Episode.

Eigentlich beschreiben die beiden Episodentitel die Dynamik der Beziehung: Pull – Push. Doch zugleich zeigt The Push, wie Jax langsam den Boden unter den Füßen verliert. Seine oberste Priorität – Abel wiederzubekommen – zwingt ihn dazu, alle anderen Brücken zu verbrennen. Eigentlich möchte Jax Tara vor schlimmen Konsequenzen bewahren – und schafft dabei selbst die Voraussetzungen für ihr Entstehen.

Im Hintergrund geht ihm immer wieder Clay (Ron Perlman) unter die Haut und stellt ihn vor unmögliche Entscheidungen: Das Geld für Belfast muss von dem Medikamentenverkauf kommen – und der Schlüssel zum Erfolg ist Tara. Wir Zuschauer wissen, dass Tara mit Jax’ Kind schwanger ist – außer uns weiß das anscheinend nur Gemma. Unwissentlich setzt also Jax für sein erstgeborenes Kind – Abel – sein ungeborenes Kind aufs Spiel.

In The Push hilft Tara Jax, die Medikamente einer Klinik zu verkaufen. Darby (Mitch Pileggi) aber, den man tot geglaubt hatte, wird in genau dieser Klinik behandelt und kann den Deal beobachten. Er gibt die Information an Hales Bruder – und der teilt alles der Polizei mit. So wird das Sons-Quartier auseinander genommen – ohne vorherige Warnung, denn Unsers und Clays langjähriges Abkommen hat seine Gültigkeit verloren: Clay hat seinen Teil der Abmachung nicht eingehalten, hat Charming nicht frei halten können von blutiger Gewalt.

Damit nicht genug: Wir sehen in dieser Episode, dass Clay, um Frieden mit den Mayans schließen zu können, auch das letzte der Sons-Prinzipien mehr oder weniger aufgibt. Mit einem geschickt inszenierten Drogenlieferungs-Überfall können die Sons dann den Mayans einen besseren Deal anbieten als die Salazars. Die Sons und die Grim Bastards wollen dafür sorgen, dass die Lieferungen problemlos vonstatten gehen. Heißt das aber nicht: Drogen durch und in Charming?

Es scheint, als würde jede Entscheidung in dieser Episode auf einem Kompromiss beruhen. Jede Entscheidung zieht Opfer nach sich. Auch Stahl (Ally Walker) bringt ein Opfer. Durch Jax lässt sie Gemma ein neues Statement zukommen: Gemma habe gesehen, dass auch Stahls Partnerin im Haus gewesen sei, als Camerons Sohn getötet wurde – wahrscheinlich habe sie abgedrückt… Mit jeder Episode setzt Stahl noch eins drauf.

Während sie die Sache mit Gemmas (Katey Sagal) Statement inszeniert, können Clay und Jax Oswald dazu bringen, den Sons den Transport nach Belfast zu organisieren. Wer von den Mitgliedern nach Belfast gehen wird, erfahren wir noch nicht. Aber der Club bekommt drei neue Prospects – und ein potentielles Mitglied, Kozik (Kenny Johnson). Tig (Kim Coates) votet gegen den Transfer, was eine Prügelei zwischen den beiden nach sich zieht.

Doch die Vergangenheit der beiden und damit der Grund, aus dem Tig einen solchen Haß auf Kozik hegt, bleibt weiterhin im Dunkeln. Chuck fungiert mittlerweile als Running Gag im buchstäblichen Sinne, denn in The Push muss er die Polizisten im Krankenhaus ablenken, während die Sons den mexikanischen Informanten beseitigen.

Nach den turbulenten Ereignissen bietet der Schluss eine Ruhepause: Es wird von einem Pärchen zum anderen geschnitten. Nur Tara liegt allein im Bett, während Jax es mit dem Pornosternchen treibt. Clay und Gemma, eingekuschelt im Bett, gucken sich „The King and I“ an, die Geschichte eines machtvollen Mannes, der von einer klugen, starken Frau gezähmt wird.

Am Anfang dieses Artikels sprach ich davon, dass Jax den Boden unter den Füßen verliert.

Weder den eigenen Ansprüchen noch denen der anderen vermag er gerecht zu werden. Ist jede Entscheidung ein Schritt weg davon, “ein guter Mann” zu sein? Wie definiert man “gut” in dieser Welt? Er schickt die Frau weg, die er liebt: Kann er dann ein guter Sohn und ein guter Vater sein? Schafft er sich damit nicht einfach emotionalen Ballast vom Hals? Gibt er außerdem die Prinzipien und Ideen, die er in den Worten seines Vaters entdeckt hat, auf?

Derzeit verkettet Sons of Anarchy so viele Handlungsstränge mit- und ineinander, dass man tatsächlich nicht weiß, was in der nächsten Minute passieren wird.

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