Sons of Anarchy: Brick (4×05)

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Roosevelt verfolgt hartnäckig Juice, während die Sons dabei sind, das Geschäft über die Bühne zu bringen. Piney konfrontiert Clay mit der Wahrheit über John Teller und die Briefe. 

Mit dieser Episode hat sich endgültig das handlungsübergreifende Thema der Staffel etabliert: Bricks. Ob Geldbündel oder Kokainpäckchen, macht keinen Unterschied: Bricks sind Bausteine von Entscheidungen und lasten gleichzeitig auf jedem einzelnen Leben. Wie eine Mauer aus einzelnen Bausteinen, aus einzelnen Lügen, schützen Bricks die Sons vor der Vergangenheit und bilden zugleich ihr einziges Polster, ihre einzige Rückendeckung für die nahe Zukunft. Und wenn eine Mauer ausgerechnet am Fundament zusammenzufallen beginnt, dann ist sie nichts mehr als ein Kartenhaus, das der nächste Windstoß wegfegen kann.

Aus diesem Grund sind Clays (Ron Perlman) Handlungen nicht wirklich paranoid, sondern gerechtfertigt. Er weiß, dass er derjenige sein wird, den die Mauer beim Einstürzen unter sich begraben wird, und ist zum Äußersten bereit, um sie noch für eine gewisse Zeit aufrecht zu erhalten. Sogar Tara ist nicht sicher vor ihm, ganz egal, wie Gemma (Katey Sagal) ihn zu beruhigen versucht. Brick dreht sich die meiste Zeit um Unsers von Gemma und Clay beauftragte Suche nach den Briefen – denn wie wir erfahren, hat Unser damals den Mord an John Teller vertuscht und Clay geholfen. Als Piney ihn mit den Briefen erpresst, gibt Clay zum ersten Mal zu, John getötet bzw. den Mord organisiert zu haben.

Die kleinen Nebenstorys fand ich viel interessanter als die Haupthandlung um die Briefe, denn jede von ihnen könnte in der nahen Zukunft in eine unvorhersehbare Richtung abdriften, was sowohl Überraschungseffekte als auch eine gewisse Spannung verspricht. Fangen wir jedoch mit dem Kritikpunkt an, mit Juices Story: Roosevelt lässt nicht locker und übt weiterhin Druck aus – so lange, bis Juice tatsächlich im Begriff ist, Verrat am Club zu üben, indem er einen „brick“ Kokain entwendet. Allerdings gebe ich Roosevelt Recht, der im Gespräch mit Lincoln sagt, dass dieser die „race card“ nicht wirklich überlegt zu spielen versuche. Nach wie vor kann mich Juices Herkunft als Druckmittel, den Club zu verpfeifen, nicht wirklich überzeugen.

Aber mit Roosevelts Versprechen, den Club in Ruhe zu lassen und nur das Kartell vernichten zu wollen, erscheint die Story in einem anderen Licht. Roosevelt helfen, um die Sons aus dem Drogengeschäft herauszubekommen – das ist eine in jeder Hinsicht bessere Begründung für Juices Handeln! Aber auch hier bauen die Beziehungen auf Lügen: Stein auf Stein, Lüge auf Lüge. Roosevelt belügt Juice, während Lincoln wiederum ihm Versprechen gibt, die nicht einzuhalten sind. Wie in den bisherigen Seasons, so sind auch diesmal die Gegner der Sons ebenso in Lügen und Verrat verwickelt; ihr Kartenhaus wird genauso einstürzen.

Die Frage ist: Wer wird überleben? Otto will nicht, dass Luanns Mörder am Leben bleibt, und beauftragt die Sons, mit Gemmas Hilfe den Mörder zu finden und zu beseitigen. Übrigens: wenn ich mich nicht täusche, ist Gemmas Besuch bei Otto im Gefängnis die erste gemeinsame Szene der Familie Sutter/Sagal? Eine sehr gute allemal – wie jede der (wenigen) Szenen mit Otto. Jax & Co. gehen also zu Dondo (David Hasselhoff), dem Pornoregisseur, den Luann groß gemacht hat. Wie wir zu hören bekommen, war er immer schon groß, aber nur in einer Hinsicht: „She told me that I am more than just a big cock!“ Mit Dondos Hilfe locken sie Georgie Caruso, den vermeintlichen Mörder, zu einem Treffen. Das jedoch endet zu Dondos Unzufriedenheit nicht mit Georgies Tod, sondern mit einem Deal. Clays Gier verleitet ihn dazu, die von Georgie versprochenen Anteile vom Business anzunehmen.

Währenddessen findet Opie heraus, dass alle Versuche, ein Kind mit Lyla zu bekommen, von vornherein zum Scheitern verurteilt waren, da sie die ganze Zeit Antibabypillen nimmt. Eine weitere Lüge, die zu weiteren falschen Schritten führt und noch führen kann. Genauso wie Bobbys Lüge gegenüber Otto, als er ihm versichert, dass Caruso getötet und Luann gerächt wurde. Am Ende der Episode stellen die Sons und die Myans fest, dass eine Packung Kokain fehlt. Mit Rammsteins Worten kann man nur sagen: „Stein um Stein!“ Der Anfang vom Ende einer jeden Mauer. Stein um Stein, Lüge um Lüge, Auge um Auge…

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