Sons of Anarchy: Call of Duty (4×11)

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Wie wird Jax reagieren, wenn er Gemma sieht? Kann Lincoln Otto dazu bringen, ihm zu helfen? Ist für alle die Zeit gekommen, in den Krieg zu ziehen?

Im Vergleich zu Hands formt Call of Duty ein großes Fragezeichen. Call of Duty? Das könnten wir Zuschauer fragen. Denn die Ereignisse hinterlassen ein wenig den Eindruck, die Autoren hätten alles nur Mögliche hineinzupacken versucht, um jeden Handlungsstrang anzusprechen und sämtliche losen Enden zusammenzubinden.

Daran ist nichts auszusetzen, aber niemals sollte hinter einer Figur oder einem Handlungsstrang buchstäblich der Autor mit seiner Tastatur zu sehen sein. Man kann nicht leugnen, dass die Actionsequenz Spaß macht, als die Sons und Romeos Leute sich mit den Lobos einen Kleinkrieg inklusive Landminen und RPGs liefern: aber sie dient mehr oder weniger dazu, von Kozik Abschied zu nehmen. Natürlich zeigen Juices (Theo Rossi) Worte, dass er RPGs nur aus dem Videospiel Call of Duty kenne, in welchen Schlamassel sich die Sons manövriert haben – aber das wussten wir ja schon.

Auch was Taras (Maggie Siff) Situation betrifft, finde ich es extrem überraschend, nach so langer Zeit plötzlich Abels leibliche Mutter Wendy (Drea De Matteo) wiederzusehen. Warum? Um Tara noch tiefer in den Wahnsinn zu befördern, so dass Jax (Charlie Hunnam) eine Entschuldigung hätte, um in Charming zu bleiben, ohne Chance auf ein “neues” Leben? Sollte man ihn nicht besser endlich erkennen lassen, dass er nur für Samcro taugt, anstatt ihm immer neue Stolpersteine in den Weg zu legen? Viele Szenen in dieser Episode sind zwar beileibe nicht schlecht, führen aber meiner Meinung nach zu keinem Ergebnis – abgesehen von Ottos (Kurt Sutter) Deal mit Lincoln. Über weite Strecken hören wir Wiederholungen alter Beschuldigungen, Drohungen und Versprechen.

Von der Eskalation des Konflikts her gesehen, hätte eigentlich Hands die vorletzte Episode der Staffel sein sollen, damit das Finale die Explosion bringen kann. Jetzt aber fühlt sich jede Nach-Hands-Episode wie eine Verzögerung des Unausweichlichen an. Denn wir haben oft genug gehört und gesehen, dass Clay (Ron Perlman) die letzte Grenze überschritten hat und sterben muss. Gut, Call of Duty trennt Clay von seinem ältesten und treuesten Verbündeten Tig und ihn lässt ihn somit tatsächlich ganz allein dastehen.

In einer schönen Szene stehen Clay und Gemma an zwei unterschiedlichen Seiten vom Hof jeweils in einem Türrahmen und schauen einander an, im Dunkeln. Dann schließen beide ihre Tür. Diese visuelle Beschreibung drückt genug aus. Trotzdem wird die Geschichte mit Gemma von Clay unter “persönlicher Sache” abgetan; er bekommt zwar eine böse Ansprache von Jax, darf dann aber weitermachen. Irgendwann jedoch, finde ich, muss es genug sein damit, Clay als Teufel an die Wand zu malen: nicht weil er diesen nicht verkörperte, sondern weil sich das immer mehr nach einer Art Ausrede für den Rest des Clubs anfühlt für das, was sie alle taten.

Clay schlägt zwar Gemma (Katey Sagal) zusammen – aber war es nicht Jax, der vor nicht all zu langer Zeit einer Frau eine Lektion erteilte? Kann Samcro wieder eine glückliche Familie sein, nur weil Clay tot ist? Versucht man Jax aus der ganzen Geschichte herauszumanövrieren, damit er “neu” anfangen kann, während Opie den Märtyrer für den Club spielt und Clay erledigt, nachdem ihm Unser in der letzten Szene der Episode die Wahrheit erzählt? Auf jeden Fall hat Otto genug vom Märtyrer-Dasein für Samcro und schließt den Deal mit Lincoln ab. Dadurch ist Georgies Ermordung durch Bobbys, Tigs und Opies Hände auch nicht mehr wichtig: zu spät.

Die Geschichte mit Charming Heights wurde immer wieder in Nebenszenen und -sätzen erwähnt, so wie hier – und ich frage mich, ob damit der Grundstein für die nächste Staffel gelegt wird oder uns einfach daran erinnern will, wer die Sons wirklich sein sollen und waren, nämlich die Verteidiger der Charming-Community. Fragen über Fragen! Aber ich setze Vertrauen in Sutter & Co., entsprechende Antworten zu liefern und einen fulminanten Abschluss dieser Staffel hinzulegen.

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