Sons of Anarchy: Dorylus (4×03)

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Wie werden sich die Samcro-Mitglieder entscheiden? Gemma und Tara unterhalten sich über die Vergangenheit, während Jax & Co. Probleme mit der Waffenlieferung haben. 

Dorylus gehört zu den Sons of Anarchy-Episoden, die man nicht hervorheben muss und schnell vergisst, die aber dennoch enorm wichtig für den Handlungsverlauf sind. Denn solche Episoden manövrieren die Kleinteile der Gesamtmaschinerie an die richtigen Stellen. Auf den ersten Blick würde man Dorylus als Füller-Episode bezeichnen, die einfach Zeit schindet, um zu der wichtigen Szene am Ende zu kommen. Aber hier geschieht mehr, als es den Anschein hat.

Fangen wir mit dem Grundkonflikt dieser Staffel an: Jax’ Entscheidung, Clay zu unterstützen, nur um den Club verlassen zu können. Jedes Mal, wenn Jax (Charlie Hunnam) in Taras Nähe ist, scheint er entschlossen, diesen Weg zu gehen – aber manchmal, Minuten später, sagen sowohl seine Augen als auch sein Auftreten etwas Anderes. Er hob Tara (Maggie Siff) gegenüber hervor, dass er diesen letzten Deal über die Bühne bringen müsse, da er im Grunde kein anderes Handwerk erlernt habe als das Outlaw-Dasein. Natürlich stellt sich die Frage: Falls er aus dem Club herauskommt – was gedenkt er dann zu tun? Als Mechaniker in einer fremden Werkstatt arbeiten und ansonsten den Rasen vor dem Familienhaus mähen?

Opie (Ryan Hurst) ist derjenige, der seinen Freund am besten kennt und genauestens beobachtet. Er sieht den Leader in ihm und vor allem, welchen Spaß Jax an der Sache hat. Aus diesem Grund dient die Nebenhandlung um den gestohlenen LKW mit Waffen, den Kozik an die schwarzen Jungs verliert, eigentlich nicht so sehr dem Zeitschinden, sondern zeigt ein weiteres Mal, wie gut Jax in seinem “Job” ist. Das Ganze führt zu Opies Entscheidung, Jax bei der Abstimmung zu unterstützen – aber nur unter der Voraussetzung, dass Jax nach Clays Abschied die Führung übernimmt und mit Opie an seiner Seite den Club wieder zu dem macht, was er einmal war.

Jax äußert nur zurückhaltendes Einverständnis. Aber möglicherweise wirkt es genau deswegen zurückhaltend, weil er sich immer noch nicht von dem Gedanken verabschiedet hat, das Samcro-Ruder an sich und herumzureißen. So kommen wir zurück zum Ursprungskonflikt, zu dem Erbe, das Jax’ Vater hinterlassen hat.

Diese Vergangenheit will Gemma (Katey Sagal) – wie immer schon – begraben wissen und unternimmt einen weiteren Gang zu Taras Büro, indem sie Unser als eine Art “Wachhund” einsetzt. Dieser Handlungsstrang ist nichts Neues; die Unterhaltung zwischen Gemma und Tara wird zwar von beiden Frauen großartig gespielt, bringt uns aber nicht weiter mit dem Geheimnis um die Club-Geschichte.

Ein anderes Geheimnis aus Juices (Theo Rossi) Vergangenheit graben Potter und Roosevelt aus, und Letzterer konfrontiert ihn damit. Juices Vater war farbig, eine Tatsache, die Juice dem Club verschwiegen hat und die ihn laut Roosevelt in große Schwierigkeiten bringen könnte. An dem Punkt habe ich mich allerdings gewundert, warum die Sons mit einem Puertorikaner (als den sie Juice ja kennen) kein Problem haben, aber ein farbiger Vater eines werden kann. Außerdem: Ausgehend von Juices Rolle im Club sowie seiner Loyalität scheint es sehr unwahrscheinlich, dass sich die anderen gegen ihn wenden und er deshalb Maulwurf spielt – erst recht zu einem Zeitpunkt, an dem die Sons ohnehin schon fast jeden Club-Kodex gebrochen haben. Die Sache scheint etwas weit hergeholt. Aber mal abwarten.

Nicht nur Roosevelt könnte ein As aus dem Ärmel zaubern. Durch einen Zufall bekommt ausgerechnet Unser mit, dass Mr. und Mrs. Roosevelt anscheinend zur Fruchtbarkeitsbehandlung gehen. Währenddessen stößt Clay (Ron Perlman) bei Bobby nicht wirklich auf fruchtbaren Boden bei seinem Versuch, ihn für die Abstimmung zu gewinnen. Er bietet Bobby seine eigene Stelle im Club an, bekommt aber die Stimme letztendlich nicht. Clay weiß allerdings nicht, wie Jax Opies Stimme bekam, denn er geht davon aus, dass Jax dasselbe getan hat wie er selbst mit Bobby. Wie sehr Clay entschlossen ist, den Deal durchzuziehen, bekommt Gemma zu spüren: Nachdem Piney ihr alles erzählt hat, konfrontiert sie Clay damit – und eigentlich zum ersten Mal in der Serie wird Clay ihr gegenüber handgreiflich und droht mit Gewalt.

Nach drei Episoden der neuen Staffel kann man durchaus sagen, dass die Sons nicht so sehr mit einem Über-Gegner zu kämpfen haben. Vielmehr sorgt Clays Plan für eine Menge kleiner Konflikte und für enorme Spannung innerhalb des Clubs. Die Abstimmung geht, ausgerechnet mit der Stimme des Ex-Junkies Kozik, knapp zu Clays Gunsten aus, aber das ist nur der Anfang… vielleicht vom Ende?

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