Sons of Anarchy: Fruit for the Crows (4×07)

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Als die Sons den Mayans einen Besuch abstatten, bricht plötzlich die Hölle los, und keiner weiß genau, wer hinter dem Angriff steckt. Gemma findet die Notiz in Taras Auto, während Roosevelt sich gezwungen sieht, weiterhin Druck auf Juice auszuüben. 

Wie schon in den letzten zwei Wochen bemängelt, wirkt der Handlungsstrang um Juice arg konstruiert, aber Theo Rossi macht in dieser Episode das Beste daraus. Juices Misere lässt er uns buchstäblich spüren: das bohrende Empfinden, dass man sich in eine Sache hineinmanövriert hat, ohne zu wissen, wohin sie führt und wie sie enden soll. Dasselbe gilt mit ähnlichem Gewicht für Sheriff Roosevelt, der Lincolns Vorgehensweise nicht mehr tolerieren, ihn aber auch nicht aufhalten kann.

An diesem Punkt tritt Sons of Anarchy in die eigenen Fußstapfen. Denn was wir mit Lincoln erleben, kennen wir bereits von Agent Stahl – zwar leicht variiert, aber mit derselben Prämisse: Die Menschen, die das Gesetz vertreten, müssen es übertreten, um den Sons das Handwerk legen zu können. So schenkt man uns Zuschauern zugleich eine gewisse moralisch-ethische Rechtfertigung unserer Liebe zu den Sons – und des Wunsches, sie siegen zu sehen! – Allerdings haben wir über Lincoln noch nicht alles erfahren, und ich bin mir sicher, dass er nicht nur dazu dienen soll, von Roosevelt durch die Gegend gepusht zu werden: Bestimmt hat Kurt Sutter noch die eine oder andere zusätzliche Geschichte für Lincoln auf Lager.

Vorläufig bleibt er eine enigmatische Figur, aber um ihn als wirklichen Gegner etablieren zu können, braucht es Zeit.

Die Zeit dieser Episode wird durch viel dringendere Probleme beansprucht: Das neue Geschäft der Sons breitet sich wie ein Lauffeuer auf die einzelnen Schicksale aus. Zuerst findet Gemma (Katey Sagal) den Zettel mit der Todesdrohung in Taras Auto und bringt sie und die Kinder sofort in den Club. Als sie Jax (Charlie Hunnam) und Clay (Ron Perlman) die Neuigkeit mitteilen will, schweben die selbst in Lebensgefahr: Während des Besuchs bei den Mayans eröffnen unbekannte maskierte Männer das Feuer.

Wieder einmal nimmt Jax (Charlie Hunnam) als erster und diesmal einziger die Verfolgung auf. Und wieder einmal stellt man ihn, seine ungebändigte Aggression, seinen Einsatz für den Club im Kontrast zu seinen Worten am Anfang der Staffel dar und lässt uns fragen: Kann er – oder besser: will er – jemals den Club verlassen? Dieselben Gedanken scheinen Tara zu beschäftigen, als sie sich von Gemma und dann von Jax bestätigen lässt, dass der Club ins Drogengeschäft involviert ist. Wenn man einmal drin steckt, kommt man so schnell nicht wieder raus. Und wie sich zeigt, fallen die internen Probleme des Kartells auf jeden zurück, der mit Galindos Männern arbeitet.

Fruit for the Crows zieht die Schlinge um Clays Hals enger: Er erfährt, dass Unser ihn hintergeht, dass es nicht so leicht sein wird, Tara zu beseitigen und das Bobby eine Abstimmung für neuen Clubpräsidenten will. Wie Clay so lange mit eiserner und zugleich streichelnder Hand den Club führen konnte, zeigt die Szene zwischen ihm und Juice: Clay überreicht Juice den Aufnäher mit Men of Mayhem für besondere Verdienste gegenüber dem Club und erklärt, er sei stolz auf ihn. Ironischerweise ist es in meinen Augen ausgerechnet diese Geste Clays, die Juice gleichsam den Rest gibt und ihn zu einem letzten Akt treibt: zum Selbstmord.

Obwohl die Episode etliche Actionszenen enthält und ziemlich hektisch verläuft, ist sie geladen mit Emotionen. Die typische Musikmontage am Ende betont noch einmal die gegenwärtige Ausweglosigkeit für die Figuren. Der abschließende Song, Billie Holidays “Strange Fruit”, wird von Katey Sagal performt und gibt diese Stimmung sehr gut wieder. Und der Cliffhanger? Die Bezeichnung selbst wirkt an dieser Stelle makaber, als wir sehen, wie Juice sich zu erhängen beschließt. Zwar deutet das letzte Geräusch darauf hin, dass der Ast abbricht, aber wir werden sehen! Die Äste des Samcro-Baums jedenfalls brechen einer nach dem anderen, denn er krankt schon an seinen Wurzeln: seiner Vergangenheit…

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