Sons of Anarchy: Una Venta (4×04)

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Die Sons müssen aufbrechen zum ersten Austausch mit Romeo und seinen Leuten. Währenddessen tut Lincoln Potter kleine, aber geschickte Schritte, um dem Club den Garaus zu machen.

Kurt Sutter & Co. lieben Musikmontagen als Eröffnung einer Episode, wenn auch manchen US-Kritikern ihr häufiger Gebrauch zu missfallen scheint. Nun, erstens folgen die Produzenten ihrer Episodendramaturgie – und zweitens: wenn man etwas gut macht, warum soll man es nicht wiederholen? In Una Venta, einer Episode, die hauptsächlich vom ersten Drogendeal zwischen Romeo und den Sons handelt, bekommen wir in den ersten Minuten eine mexikanische Cover-Version von Bob Dylans “The Times They Are A-Changin'” auf die Ohren. Ja, vieles verändert sich in Charming – um so mehr, je stärker Jax (Charlie Hunnam) und Clay (Ron Perlman) sich um einen sauberen Schnitt bemühen, um das Samcro-Kapitel abzuschließen.

Doch es gibt keinen sauberen Schnitt, genauso wie es keine saubere Abstimmung gibt, wenn das Geld stimmt. Ein Spiegelbild für ihre internen Konflikte finden die Sons bei ihren Arizona-Brüdern. Diese sollen bei der Übergabe mit den Mexikanern Begleitschutz gewähren, aber Clay & Co. finden heraus, dass Samtaz schon seit einer geraumen Weile mit Meth dealt. Angeblich haben alle abgestimmt – aber die Wahrheit sieht anders aus…

Nachdem in der letzten Season Sambel von den Clubidealen abwichen und Verrat begingen, wofür die Sons sie hart bestraften, kommt nun die Reihe an Samtaz, von Clay verurteilt zu werden. Aber, wie Bobby hervorhebt: Auf welcher Grundlage kann Clay Andere noch an Richtlinien binden, wenn er selbst mit Drogen handelt? Dealen versus Transportieren: wie gravierend ist dieser Unterschied wirklich? Kann man eine Trennlinie ziehen? Anscheinend hat ja jeder seinen Preis. „Siempre Una Venta.“

Nun, zunächst müssen die Sons entlang den Trennlinien von Arizonas Straßen rasen – um Lincoln Potters (Ray McKinnon) Agenten zu entwischen, die sie mit einem Van auf Schritt und Tritt verfolgen. Auch diese Episode bietet uns eine sehr schön gefilmte Motorradfahrt, die schließlich in ein Feuerwerk mündet. Wie wir erfahren, bereitet Linc Potter jeden seiner Schritte sorgfältig vor.

Obwohl seine Figur nicht in den Vordergrund gezogen wird, wie es in früheren Staffeln mit anderen Samcro-Gegnern der Fall war, spürt man von seiner Seite eine fast unausweichliche Gefahr für die Sons. Sein Auftreten, seine Handlungen wirken auf den ersten Blick harmlos, auf den zweiten aber zutiefst beunruhigend; sie beweisen, dass Potter bereit wäre, den Weg bis zum bitteren Ende zu gehen. Nehmen wir als Beispiel die vielleicht beste Szene der Episode: Potter stattet Otto im Gefängnis einen Besuch ab, nur um ihm zu suggerieren, dass Luann vor ihrem Tod ein Verhältnis mit Bobby hatte. Otto reagiert nicht, er liegt im Dunkeln, regungslos. Nachdem Lincoln weg ist, sieht man nur eine Träne seine Wange hinunterrollen. Nice done, Mr. Sutter!

Während mir Gemmas (Katey Sagal) Interaktion mit der Frau des Sheriffs sehr gelungen schien, empfand ich den ganzen Austausch und das ständige Hineinplatzen ins Krankenhauszimmer, als Tara und Piney über John Teller reden, als Treten auf der Stelle. Nichtsdestotrotz wurde die Episode sehr ausgeglichen konstruiert. Sie kocht auf Sparflamme, aber unter Dauerfeuer, so dass man buchstäblich die ersten Siedebläschen zu sehen, den ersten Dampf zu spüren meint. Irgendwann – bald – werden sich alle an einem Ort treffen.

Wird es der Ort sein, den Lincoln aufzusuchen beabsichtigt, wie er seinem Agenten mitteilt: „a place where bikers go to die?“ Die Sons steuern mit immer höherer Geschwindigkeit auf einen Zusammenprall zu. Sinnbildlich für das, was wir in naher Zukunft erahnen, steht die Explosionsszene in dieser Episode. There will be blood…

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