Monthly Archives: July 2012

Breaking Bad: Madrigal (5×02)

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Namen, wohin das Auge blickt. Namen, Namen, Namen: Whiskerstays, Haau Chuen Wok, Burger Matic, Palmieri Pizza. Nur kein Los Pollos Hermanos mehr. Um bei den ersten Bildern des Teasers zu bleiben, kann man sagen, dass jeder Name einen Geschmack hat und manche bekommen mit der Zeit einen faden Beigeschmack, wie Herr Schuler feststellen muss. Er sitzt in dem Vorstand des Unternehmens Madrigal Electromotive GmbH.

Es ist das Unternehmen, zu dem Gus’ Restaurantkette gehörte. Aus diesem Grund will die Polizei mit ihm sprechen. Als seine Assistentin ihm das mitteilt, ist er dabei unterschiedliche Soßen zu testen. Aber die allererste, die als ein kleiner Haufen auf dem Tisch in der Episodeneröffnung zu sehen ist, hat die Farbe Gelb. Wie wir wissen,  gehört sie nicht nur zu Breaking Bads Lieblingsfarben, sondern sie ist direkte Verbindung mit Gus’ Operation – Gus trug meistens gelbes Hemd und seine Mitarbeiter gelbe Schutzanzüge. Und die ganze Geschichte von Gus fing unter der glühenden mexikanischen Sonne an. Die nächste Farbe, die Herr Schuler “probiert” ist die rote. Sie führt uns zurück in die Vergangenheit, in das Underground-Labor, während Herr Schuler seine Starre verlässt, um sich dann auf der Toilette zu verschanzen. Dort ist alles blutrot, sogar das Klopapier. Er begeht Selbstmord und fällt vom Klositz herunter, wobei die automatische Klospülung anspringt.

Es ist aber nicht so leicht, die “Scheisse” runterzuspülen, die der Zerfall von Gus Imperium hinterlässt. Die ganzen Verflechtungen, alle Knoten sind jetzt offen und verwandeln sich in lose Enden. Denn das Meth-Lied, das zu Gus Lebzeiten angestimmt wurde, war ein Madrigal. Das Madrigal ist ein mehrstimmiges Vokalstück und Walter scheint sich dieser Tatsache nicht bewusst zu sein. Dafür aber Mike. Walter verlässt sich auf die automatische Klospülung, aber die geht nicht an. “Going forward” – Walter ist dabei sein eigenes Madrigal anzustimmen und bietet Mike gleichwertige Beteiligung. Er lehnt ab, um sich kurze mit einem weiteren Angebot konfrontiert zu sehen.

Dieses kommt nicht von Walter, sondern von einer extrem angespannt wirkenden Unbekannten (für uns Zuschauer) namens Lydia. Anscheinend ist sie Teil von Gus’ Imperium gewesen. Sie bittet Mike darum, elf “Mitarbeiter” zu töten und er lehnt auch dieses Angebot ab. Er ist sich sicher, dass sie nicht singen werden. Aber was, wenn das Geld weg ist? So bewegen wir uns zum dritten Angebot für Mike in dieser Episode, dem von Hank & Co. Nachdem das Verhör nichts nutzt, erzählen sie ihm, dass das Geld aus dem Kaimainseln-Konto auf dem Namen seiner Enkeltochter, beschlagnahmt wird. Mike lehnt trotzdem jegliche Mitarbeit ab. Aber ihm wird klar, dass andere den Text des Gus-Madrigals jeden Augenblick verraten könnten.

Dasselbe denkt Lydia über Mike – er ist plötzlich einer der elf Männer auf ihrer Liste, aber er kann der Falle entgehen. Das geschieht dank dem LOL Rollover Bacon the Pig seiner Enkeltochter. In frühen Staffeln hatten wir den Rosa-Teddy – wird er jetzt von einem Schweinchen ersetzt? Mike stattet Lydia einen Besuch ab, aber anstatt sie zu erschießen (Lydias Tochter ist auch im Haus), was er ursprünglich auch vorhat, bringt er sie zu dem Heisenberg-Madrigal. Sie kann Methylamine beschaffen und Walter, wie wir von ihm hören, braucht es dringend, um kochen zu können. I’m in, teilt Mike Walter per Telefon mit.

Walters zufriedenes Lächeln bedeutet ein weiterer Sieg und letztendlich bringt er Mike, wenn auch unbewußt, in die Lage, das Ja-Wort zu geben. Während es sich mit Skyler und Jesse ganz anders verhält. Er manipuliert die beiden in zwei Ecken, aus welchen sie nur herauskommen können, wenn sie seine ausgestreckte Hand nehmen. In Jesses Fall ist es eine verzeihende Hand und in Skylers eine drohende. Im Grunde misshandelt Walter beide und Skyler benimmt sich in diesen zwei Episoden sogar wie eine misshandelte Frau. Aaron Paul und Bryan Cranston zeigen in der Szene, als Walter das “Auftauchen” der Ricin-Zigarette inszeniert, warum beide Emmy-Träger sind.

Walter kreiert eine “neue” Zigarette (nur mit Salz drin) und bringt Jesse dazu diese zu “finden”.  Somit “pflanzt” er in Jesse die Schuldgefühle, die den jungen Mann komplett aus dem Bann werfen, nur um von dem vergebenden Walter wieder aufgefangen zu werden: You and I working together, having each other’s back, it’s what saved our lives. I want you to think about that as we go forward.

Walters sexuelle Ouvertüre in der letzten Szene der Episode, nachdem er zu Skyler ins Bett steigt, beinhaltet, nichts Geringeres, als den Zwang zum Anstimmen des gleichen Liedes: It gets easier, If what we do, we do for good reasons, then we’ve got nothing to worry about. And what better reason than family?
Er gibt Skyler die Entschuldigung, wie es früher Heisenberg mit Walter tat, aber macht ihr gleichzeitig klar, dass es kein Entkommen gibt. Sie ist an Bord von The Crystal Ship’s und muss mitsingen…

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Breaking Bad: Live Free or Die (5×01)

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Was bedeutet eine tödliche Krankheit besiegt zu haben? Was bedeutet von anderen Menschen respektiert zu werden? Was bedeutet Geld zu haben? Oder / Und Macht? Zum Teufel mit diesen Fragen! Was bedeutet eigentlich Gott zu sein? Fühlt es sich so an, Gott zu sein, Walter?

Die ersten Aufnahmen der neuen Staffel zeigen uns Walter White, der was Kopf- und Gesichtsbehaarung betrifft, The Reinhold Messner Way gewählt zu haben scheint. Oder musste er das? Er hat doch gewonnen? So endete die letzte Staffel, mit dem Mann, “der klopft”, als Gewinner: I won, sagte Walter zu Skyler am Telefon. In ihren Augen sieht man, metaphorisch gesprochen, wie sie die Tür gerade aufmacht und tatsächlich Walter vor sich stehen sieht, den Mann, der klopft. Während Breaking Bad in den ersten Staffeln eine Erzählung über Machtlosigkeit und dann über den Verlust der Kontrolle war, ist sie jetzt eine Darstellung von Walters  Empfinden der Über-Macht. Über was? Über sich, über andere? Über alles, lautet die Antwort.

Live Free or Die steht auf dem Nummernschild von Walters Wagen. Die letzten zwei Ziffern sind “53”. Davor sehen wir Walter mit dem Bacon auf seinem Frühstücksteller eine Art Geburtstagstorte kreieren. Die Zahl ist 52. Er gibt vor der Kellnerin zu, dass heute sein Geburtstag ist. Wird es der letzte sein? “Free is always good,” sagt die Kellnerin. Als Breaking Bad Zuschauer kann man den Hinweis nicht übersehen: Die Frage nach der Essenz der Freiheit…

Von einem Unbekannten erhält Walter die Schlüssel für einen neuen Wagen, in dessen Kofferraum ein Maschinengewehr liegt. Breaking Bad setzt übrigens mit der neuen Staffel in alter Tradition das Spielchen mit den Aufnahmen aus extremer Unter- bzw. Aufsicht fort. Die Erzählung ist zwischen Extremen situiert – zwischen Oben und Unten. Und Walter befindet sich jetzt oben.
Breaking Bad schickt uns dann zurück zu Walter direkt nach dem Tod von Gus. Er räumt auf und stoßt anschließend mit sich selbst im Spiegel an. Walter und Heisenberg kann man anscheinend nicht mehr voneinander trennen. Nur, um “Gott” zu sein, bedeutet sich um die Details kümmern zu müssen. Wir wissen alle, wie der Spruch über Gott und die Details lautet.

Warum nenne ich eigentlich Walter “Gott”? Weil diese erste Episode der neuen Staffel aus einer dreiteiligen (heiligen) Einheit an Aussagen besteht, die Walters Empfinden seiner eigenen Machtstellung ausdrücken. Als Mike die Gewissheit über die Richtigkeit von Walters Annahme anzweifelt, antwortet Walter simpel: Because I say so. Zu Saul, der das Verhältnis beenden will, lautet die Ansage: We’re done when I say we’re done! Und in Skylers Ohr flüstert er: I forgive you. Allwissend, bestrafend und gnädig. Aber nicht unsichtbar… Obwohl das Kochlabor vernichtet wurde, bleiben die Videoaufnahmen aus den Überwachungskameras. Mike ist auch noch da. Er erfährt vom “Arzt” über Gus’ Tod und macht sich wütend auf den Weg, nur um … fast mit Walter und Jesse zusammenzustoßen.

Man braucht eigentlich nicht viel über die glühend-faszinierenden Außenaufnahmen in der mexikanischen Wüste sagen. Die Bilder transferieren eine Hitze, die beinahe physische Reaktion beim Zuschauer hervorbringt. Gefilmt aus der Distanz rasen die Autos aufeinander zu und aus der Perspektive gibt es kein Ausweichen in letzter Sekunde bzw. wir sehen es nicht. Sie fahren zwar natürlich aneinander vorbei, aber für den Beobachter entsteht für eine Sekunde der Eindruck eines Ineinader-Verschmelzens. Während Skyler Walter fürchtet, wie sie es ihm in einer späteren Szene mitteilt, macht Mike keine Anstalten vor einem neuen Boss knien zu wollen. Jesse ist der einzige Grund, warum er Walter nicht sofort eine Kugel verpasst.

An diesem Punkt wird eine interessante Dynamik in Gang gesetzt. Jesse befindet  sich in der Mitte und ver-mittelt. Als Walter und Mike in Jesses Haus (auf dem Tisch sind Gegenstände in Breaking Bads Grün zu sehen) darüber streiten, wie man an Gus’ Laptop in der Asservatenkammer kommt, befindet sich Jesse im Hintergrund. Er sitzt auf dem Sofa und ist “unscharf”, während Walter und Mike auf Fokus den linken und rechten Vordergrund einnehmen. Sie sind so sehr aufeinander und die verbale Auseinandersetzung fokussiert, dass sie den “unscharfen” Hintergrund, die Stimme der Vernunft nicht hören: “What about, like, a magnet?” Was danach folgt ist Breaking Bad-Slapstick vom Feinsten: Yeah, bitch! Magnets!

Der Magnet-Trick funktioniert, aber durch die Unordnung, die in der Asservattenkammer entsteht, stoßt die Polizei auf eine versteckte Notiz in Gus’ Sachen. Es ist ein Bankkonto auf den Kaimaninseln.  Walter zieht wie ein Magnet Probleme an, während er glaubt welche zu beseitigen. Ted ist auch noch am Leben, aber nachdem Skyler ihn besucht, hören wir ihn um sein Leben betteln. He’s not gonna talk, sagt sie zu Walter später, der von Saul über das Geld und Ted erfährt. I forgive you, lautet die Antwort, die szenisch sogar als eine Anspielung an das Ende der Episode “I.F.T.” gesehen werden kann.
Perfekter Einstieg in die neue und letzte Breaking Bad-Staffel:

We’re done when I say we’re done.

Game of Thrones: Valar Morghulis (2×10)

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Die zweite Game of Thrones-Staffel kann in meinen Augen als sehr gelungen bezeichnet werden. Dabei geht es nicht hauptsächlich darum, ob die TV-Erzählung sich von Martins Büchern entfernt hat oder nicht, sondern darum, wie die Autoren in den multiplen Handlungssträngen und Figurengeschichten das Feuer nicht erlöschen und uns Zuschauer die eisige Kälte permanenter Bedrohung spüren lassen. Wir haben schon einmal darüber gesprochen, wie diese zweite Staffel eine Art Einleitung in eine neue Dynamik darstellt. Während wir bisher meistens Handlungsstandorte hatten, schickt man jetzt etliche Figuren auf den Weg. Game of Thrones wird zum Road Movie. Die Reise der Helden und Heldinnen in Martins Geschichte ist eine solche nicht nur im metaphorischen Sinne. Jede Figur bewegt sich zu einem Ziel, aber gleichzeitig auch zu sich selbst. Es handelt sich sowohl um einen Selbstfindungstripp (wie bei Bran und Denny), als auch um eine Sich-Selbst-Neu-Erfinden-Reise (Jaime, Theon).

Am Anfang der Staffel thematisierten die Autoren die Suche nach der Macht, nach ihren Quellen und nach ihrer Verteilung. “An die Macht kommen” bedeutet Bewegung und nicht Stillstand. Am Beispiel von Denny demonstriert man die Diskrepanz zwischen dem Anspruch auf Macht und der Verfassung, in der sich man / frau  befindet, um diese Macht ausüben zu können. Aus diesem Grund haben wir, was Daenerys betrifft, auch im Finale eine Art Reise innerhalb der Reise. Natürlich ist das Durchwandern des House of the Undying “einfacher” als in den Büchern beschrieben.

Die Visionen, die die Warlocks Denny durchlaufen lassen, inklusive einer Begegnung mit Drogo, sind in den Büchern zu surreal und halluzinatorisch, dass man sie hier entsprechend und zufrieden stellend inszenieren könnte. Außerdem würden manche Bilder vermutlich zu viel über kommenden Ereignisse verraten. Deswegen, denke ich, “reduziert” man die Visionen auf ihren emotionalen Kern und zeigt uns dazu die drei Drachen zum ersten Mal zusammen und in Aktion. Das bedeutet: Feuer frei!

Nun, Dennys Erkenntnis und die Sprünge zwischen den vielen Handlungssträngen im Staffelfinale sind nicht mehr als ein kurzes Aufflackern. Aber man muss den Umfang des Materials bedenken und die Art und Weise, die diese zweite Staffel aus dramaturgischer Sicht insgesamt strukturiert war. In meinen Augen bestand sie aus Doppelepisoden. Viele Nebenhandlungen bestanden aus zwei Teilen, die in jeweils zwei Episoden präsentiert wurden und diese auch vom Grundthema her miteinander verbunden waren. Das Finale hat hingegen keine zweite Hälfte. Sie ist gleichzeitig eine Art Zusammenfassung und Einleitung:
Wir sehen, wie Sansa Joffrey entgehen kann, weil er Margery heiraten will, dafür Robb und Talisa sich das Ja-Wort geben, Tyrion mehr oder weniger machtlos und verwundet sich auf die wenigen Freunde verlassen muss (Shae, Pod und Varys) und nicht nur Shae, sondern auch sich selbst zugibt, “süchtig” nach dem Spiel um Macht zu sein…

Kann man dasselbe über Melissandre behaupten? Schwer zu sagen. Die “rote” Priesterin balanciert auf einem dünnen Seil, würde man meinen. Es ist aber das Feuer, das ihr Kraft zum Balancieren gibt und in dieses Feuer lässt sie Stannis blicken. Was er in den Flammen sieht, wird vorerst ein Geheimnis bleiben. Aber diese Flammen scheinen von ihm Besitz zu ergreifen, ihn in einen Bann zu ziehen, aus dem es kein Entkommen gibt.

Währenddessen gerät Jon Snow in die Fänge der eisigen Kälte. Dabei handelt es sich nicht nur um den Norden, sondern auch um Jons Seele, denn Halfhands Tod ist der Preis, der bezahlt werden muss, damit Jon von den Wildlingen akzeptiert wird.
Was in den Seelen von Brienne und Jaime auf ihrer Reise vorgeht und sich ändert, wird nach wie vor eine der interessantesten Nebenhandlungen dieser Geschichte. Dasselbe gilt für Theon. Obwohl man schwer sagen kann, ob seine Erzählung hier endet oder von den Produzenten weiter geführt wird (so wie es in den Büchern). Unabhängig davon ist die Szene zwischen ihm und Luwin, als der Maester ihn zu überreden versucht, zu The Wall zu gehen, eine der besten in diesem Finale.

Theons Schicksal hat sowohl etwas Pathetisches als auch Trauriges an sich, so dass man als Zuschauer in dieses sprichwörtliche Wechselbad der Gefühle gesteckt wird. Und auch Gesichter können wechseln, wie Arya nach der Flucht aus Harrenhal, bei ihrer vorerst letzten Begegnung mit Jaqen erfährt. Er verabschiedet sich, aber hinterlässt ihr einen wichtigen Schlüssel. Damit sind nicht nur die Worte “Valar Morghulis” und die Münze gemeint, sondern auch einen Hinweis auf den Weg, den Arya zu sich selbst zurücklegen muss. Es ist nicht so einfach, wie bei einer Münze mit nur zwei Seiten. Menschen können viele Gesichter haben. Auch wenn man zwischen Identitäten hin und her gleiten kann, muss man lernen, mit dem eigenen “Ich” umzugehen.

Die komplette Episode ist in meinen Augen um eins der ersten und das allerletzte Bild strukturiert. Am Anfang sehen wir, wie Tywins Pferd vor dem Thronsaal einen Haufen legt. Man kann es als eine Beschreibung von Tywins Haltung gegenüber Joffreys und Cerseis Machtspielchen deuten, als eine Geste der Macht. Mit dem letzten Bild der aus dem Schneenebel auftauchenden “Others” lässt man wiederum die bisherigen Machtspiel nichtig erscheinen.
Der Winter kommt … und reitet auf einem toten Pferd.

Immer wieder im Laufe der Erzählung wurden wir daran erinnert, dass es in dem Game of Thrones-Universum nicht nur die Macht des Feuers gibt, sondern auch eine andere, verschwunden geglaubte. Genauso wie die Drachen zurück in diese Welt kommen, tauchen The Others wieder auf und bringen mit sich die Kälte der Unausweichlichkeit.
In diesem Sinne: Valar Morghulis!

White Collar: Under the Radar (2×16)

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Die zweite Staffel von White Collar eröffnete mit der großen Frage nach Kates Mörder, die Hand in Hand ging mit der Frage, was Neal (Matthew Bomer) tun und welche Auswirkungen Kates Tod auf ihn haben wird. Wir haben in den letzten Wochen mehrmals darüber gesprochen, dass die zweite Staffel die Bindung zwischen Peter (Tim DeKay) und Neal verfestigt, dass sie das Misstrauen-Vertrauen-Spielchen in eine echte Freundschaft verwandelt.

Seit Mitte der Staffel wurde klar, dass Neal mit seiner Vergangenheit Frieden schließen und einen neuen, eigenen Weg gehen möchte. Die Serie stellt ihn vor die Entscheidung, welcher Mann er sein will. Neal hat begriffen, dass er eine Wahl hat – aber bevor er sie trifft, muss er herausfinden, wer er wirklich ist und sein möchte. Während White Collar am Ende dieser zweiten Staffel eine  die Frage nach Kates Mörder beantwortet und die Geschichte um Vincent Adler auflöst, liefert sie keine Antwort auf die Frage nach Neal. Was wird er als nächstes tun? Er muss ja auch noch eine Entscheidung auf romantischer Ebene treffen: Alex oder Sara?

Mit Saras Hilfe finden Peter und Neal heraus, dass Adler hinter einem deutschen U-Boot her ist, das damals vor New Yorks Küste unterging. Als sie Alex um Hilfe bitten wollen, realisieren sie, dass Adler sie in der Hand hat. Sie machen sich auf die Suche – nur um selbst in eine Falle zu geraten… In diesem Finale braucht jeder die Hilfe von jedem: Adler braucht Neal, um in das U-Boot zu kommen, das er schon geborgen hat. Den Schutzmechanismus können Peter und Neal nur mit Alex’ Hilfe öffnen, und am Ende können Sara, Diana und Jones nur mit Mozzies Hilfe rechtzeitig zur Rettung kommen.

Was sich an Bord des U-Boots befindet? Der größte Nazi-Schatz, den die Welt je gesehen hat. Wir erfahren, dass nicht nur Alex’ Großvater davon wusste, sondern Adler selbst an Bord war. A propos Adler: Für mich ist er der Schwachpunkt der Episode und beweist, dass White Collar in puncto Bösewichter den Dreh noch nicht raus hat. Neals Kommentar über Adler – „He’s taking the whole archvillain thing pretty seriously“ – bezeichnet am besten den überzeichneten Auftritt Adlers. Als Drahtzieher im Schatten funktionierte er besser! Am Ende geht das U-Boot hoch, und Peter rettet Neals Leben, indem er Adler erschießt, bevor dieser Neal erledigen kann.

Und ausgerechnet an diesem Punkt kehrt der dunkle Schatten des Verdachts aus der ersten Staffel wieder: Hat Neal alles inszeniert? Durch den Teil eines Bildes aus dem brennenden Lagerhaus, das man aus Neals Wohnung kennt, kommt Peter darauf, dass sich im U-Boot vermutlich Kunstfälschungen befanden.
Neal verneint das und scheint über Peters Verdacht empört. Aber ein anonymes Zettelchen und ein Schlüssel führen ihn zum Nazzi-Schatz. Wer hat ihn entwendet? Wir wissen, dass Neal es nicht war. War es Alex? Am Ende steht Neal zwischen den „Schatztruhen“ mit Swastika; die Kamera zeigt sein Gesicht im Close-Up, das in einem breiten Lächeln erstrahlt. Was wird Neal mit dem Schatz tun?

Obwohl Alex zum wiederholten Mal von Neal Abschied nimmt, sieht man, dass zwischen den beiden noch längst nicht alles aus ist. Aber Neal hat Sara! Eigentlich hat er alles, was er wollte – und muss nun, genau wie Michael Weston in Burn Notice, entscheiden, was er tun soll. Kehrt er zu seinem alten Leben zurück?
White Collar lässt sich alle Möglichkeiten offen…

White Collar: Power Play (2×15)

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Die White Collar-Autoren bleiben ihrem Weg in der zweiten Staffel treu, zeigen sich selbstironisch und liefern uns mit Power Play eine amüsante Stunde, in der Neal (Matthew Bomer) tatsächlich zu einem anderen Mann wird: nämlich zum FBI-Agenten Peter Burke (Tim DeKay)! New York wird von einer Hitzewelle heimgesucht, und während sich Peter mit einer Klimaanlage zu Hause herumquält, wird Elizabeth von jemandem um Peters Hilfe gebeten.

Energiekonzerne manipulieren das Stromnetz der Stadt. Elizabeth schlägt Peter vor, dass Neal mit seiner Vertrauen erweckenden und beruhigenden Ausstrahlung bei dem Treffen mit Brooke, einem Angestellten des Energiekonzerns, dabei sein sollte. Wie der Zufall es will, verspätet sich Peter – und aus der Not heraus muss Neal als Elizabeths Mann posieren.

Ab diesem Zeitpunkt legt man sozusagen den Schalter um. Jeder schlüpft in die Haut des anderen, denn Brooke will nur mit Peter (als Neal) verhandeln – und um den Chef zu überführen, bedarf es eines Meisterdiebs wie Peter (als Neal). Der Tausch führt zu etlichen Lachern, aber die besten Szenen gehören wohl Mozzie (Willie Garson) und Peter, der zu Mozzie in die Dieb-Ausbildung geschickt wird. Diese Episode tut genau das, was White Collar auszeichnet: In perfektem Timing ‚switcht‘ sie hin und her – zwischen einem Fall der Woche, in den das Duo Peter-Neal persönlich involviert ist und seine Fähigkeiten unter Beweis stellen muss,  und den Neuigkeiten zu der übergreifenden Story um Adler und die Musik-Box.

A propos Adler: Auf der Straße begegnet Neal Sara (Hilarie Burton), die gerade aus Argentinien zurückgekehrt ist und herausgefunden hat, dass Adler starkes Interesse an dem ehemaligen deutschen Soldaten Gerhardt Wagner zeigt. Wagner kam nach dem Krieg nach Amerika und behauptete, wichtige Geheiminformationen zu besitzen. Daraufhin verschwand er offenbar spurlos.

Um herauszufinden, was mit ihm geschehen ist, müssen Neal und Sara ins Archiv. Diesen Gang machen sie aber nicht nur buchstäblich, sondern auch im übertragenen Sinne. Auf Neals Frage hin, warum sie bei der Sache bleibe, antwortet Sara: wegen ihrer eigenen Vergangenheit… und Neals. Auch ihre Schwester ist damals spurlos verschwunden, und Sara fand nie Frieden. Nun will sie Neal helfen, damit er für seine Vergangenheit um Kate einen Abschluss finden kann. Natürlich stehen außerdem  die unausgesprochenen Funken hinter Saras Entscheidung, die seit geraumer Zeit zwischen ihr und Neal fliegen. Diesmal zünden sie auch, was zu einer heißen Szene im Archiv führt, die Mozzie unwillentlich unterbricht.

Demnächst aber dürfte es noch heißer werden. Gerhardt Wagner mag verschwunden sein, aber eine alte Bekannte von Neal erweist sich als einzige lebende Verwandte des Mannes, der sich in Hunt umbenannte: Alexandra Hunt – oder kurz: Alex.  An dieser Stelle schließt sich der White Collar-Kreis. Bleibt zu erfahren, was in seiner Mitte zu finden sein wird.

White Collar: Payback (2×14)

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Wie wir alle wissen, gehört es zum Repertoire seriellen Erzählens (vor allem der Mischformen unter den Serien) Bösewichter aus vergangenen Episoden für erneuten Gastauftritt wieder zu bringen. Während es bei Serien wie Burn Notice es sehr gut funktioniert, gelingt es in meinen Augen White Collar mit Payback nicht wirklich.

Der alte Feind von Neal (Matthew Bomer) Matthew Keller (aus der Episode “Bottlenecked”) betritt wieder die Bühne und manövriert Neal und Peter (Tim DeKay) in eine Falle, obwohl er selber im Gefängnis sitzt. Aber nicht für lange. Denn Keller (Ross McCall) hat mit mehreren Zügen seinen Fluchtplan im Voraus  vorbereitet. Ein Teil davon sind Peter und Neal. Während Neal denkt, mit Keller ein Schachspiel zu spielen, erweist sich am Ende, dass alle nur Figuren in Kellers eigenem Spiel sind, das er lieber alleine spielen möchte.

Wenn eine jede Figur ihren Zug gemacht hat, neigt Keller dazu sie zu beseitigen. Schon in Bottlenecked haben es McCall und die White Collar-Autoren nicht geschafft die Figur interessant zu gestalten, so dass man sich von ihrer Rückkehr etwas versprechen würde. Die komplette Keller-Story wirkt wie aus den Fingern gesaugt und das merkt man vor allem an den wirklich schlechten repetativen Monologen, die er dazu nicht wirklich überzeugend von sich gibt.

Sogar Adam Goldberg in der Rolle von Kellers Helfer Jason Lang wirkt interessanter und das Zusammenspiel mit Peter ist durchaus gelungen. Aber als Mittel zum Zweck hat die Sache mit Keller etwas Gutes an sich, das der übergreifenden Erzählung in dieser Staffel doch im Dienste steht.

Wir haben schon darüber gesprochen, dass White Collar sich damit beschäftigt,  die Veränderung in Neal und seinen Weg zu der Antwort auf die Frage „Who is Neal Caffrey?“ aufzuzeigen. Neal ist derjenige, der mittlerweile seine Tätigkeit bei dem FBI durchaus ernst nimmt, genauso wie die Freundschaft mit Peter und bereit ist, nur und nur für den Freund, das Gesetz zu übertreten.

Genauso wie in dieser Episode, als Peter entführt und als Geisel gehalten wird. Zuzusehen, wie die beiden aus der Distanz es hinbekommen, Peter aus der lebensbedrohlichen Situation herauszuholen, bereitet beim Zuschauen Freude. Dazu nimmt man noch Mozzie (Willie Garson) mit einer Tasche voller Hammer und einer russischen Wanze und der Spaß ist trotz Keller komplett.

White Collar: Countermeasures (2×13)

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Nicht nur Neal Caffrey (Matthew Bomer) wird in letzter Zeit von der Vergangenheit eingeholt, sondern auch June (Diahann Carroll) bekommt in dieser Episode unerwarteten Besuch. Es handelt sich um einen Mann namens Ford (Billy Dee Williams), ein jahrelanger Freund ihrer selbst und ihres verstorbenen Mannes Byron.

Gleich findet Neal heraus, dass Byron und Ford „partners in crime“ waren. Fords Präsenz beschert uns eine Szene, in der June und Neal unter seiner Klavierbegleitung ein schönes Duo abgeben – und laut Elizabeth (Tiffany Thiessen) soll Peter (Tim DeKay) ein begnadeter Salsa-Tänzer sein. Leider gibt es keine Vorführung dieser Künste, aber vielleicht heben sich die Autoren das für ein anderes Mal auf… Kunstvoll spürt Neal Fords früheren „Jobs“ nach, aber er macht sich Sorgen um June und lässt seine FBI-Freunde überprüfen, was Ford im Schilde führen könnte.

An dieser Stelle setzt White Collar beinahe unauffällig die bereits begonnene Arbeit fort: Neals Hinterfragen der eigenen Zukunft. Neals Blick ist nicht mehr auf die Vergangenheit gerichtet, sondern auf die Zukunft. Am Ende der Episode, in einer sehr schönen Szene, fragt er sich selbst und zugleich den neben ihm sitzenden Mozzie (Willie Garson), wie alles enden soll.
In Ford, der zurückgekommen ist, um ein letztes großes „Ding zu drehen“, sieht Neal einen weiteren Beweis dafür, dass es so etwas wie den letzten Job nicht gibt: dass man nie aufhört – und zugleich realisiert er, dass sich ihm selbst doch diese Möglichkeit bietet. An der Art und Weise, wie Neal seinen Undercover-Job erledigt und am Ende Ford hintergeht, sehen wir seine Veränderung: Zwar war er von Anfang an der Dieb mit dem goldenen Herzen, aber in “Countermeasures” sehen wir, wie sich sein Blickwinkel auf das Ganze verändert hat.

An seiner absoluten Loyalität zu Peter besteht kein Zweifel mehr. Außerdem gibt ihm die Zusammenarbeit die Möglichkeit zu entscheiden, wer er sein will – anstatt wie Ford auf den eigenen „Schwanengesang“ zuzusteuern. Während Bomers Figur zu Beginn von ihrem Charme lebte, haben ihr die Autoren nun mehr Tiefe verliehen. Ich bin gespannt, wie sich die Sache mit Adler auf Neal noch auswirkt…

White Collar: Burke’s Seven (2×10)

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White Collar setzt an dem Punkt ein, an dem die US-Serie in die viel zu lange Winterpause gegangen war. Damit ist nicht nur der Handlungsablauf gemeint, sondern auch das qualitative Niveau der zweiten Staffel. Es wundert einen immer noch, warum White Collar während der deutlich besseren zweiten Staffel Zuschauer verlor – aber Hauptsache, dass die Serie und ihre verbliebenen, treuen Zuschauer eine liebenswerte Figur nicht verlieren: Mozzie (Willie Grason), der im Cliffhanger des ausklingenden letzten Jahres niedergeschossen wurde.

Am Anfang von Burke’s Seven sehen wir Mozzie im künstlichen Koma im Krankenhaus liegen. Neal (Matthew Bomer) und Peter (Tom DeKay) machen sich auf die Spuren von Julian Larsson (The Dresden Files’ Paul Blackthorne), der nicht nur Mozzie beinah tötete, sondern laut Fowler (Noah Emmerick) auch für Kates Tod verantwortlich ist.
Wir sehen nun, wo Neals Reise ihn hingeführt hat. Alles begann mit seiner Liebe zu Kate, die er unbedingt finden wollte. Die US-Serie verzichtete auf ein Happy End: Man ließ Kate sterben (falls sie tot bleibt). Somit veränderte sich Neals Ziel: Nun musste er ihren Mörder finden, was wiederum all seine Freunde und Bekannte mit in die Sache hineinzog. Dadurch konnte man uns noch mehr über seine Figur erzählen: den romantischen Dieb mit dem schicken Hut…

Der zweiten Staffel vermag die Freundschaft und das Vertrauen zwischen Neal und Peter so zu festigen, dass – wie wir in dieser Episode sehen – jeder von beiden bereit ist, ohne Hintergedanken dem Plan des anderen zu folgen. Kein Doppelspiel mehr! Prompt fällt Larsson dem von Neal und Peter inszenierten Spiel zum Opfer…

Burke’s Seven bietet durch und durch gelungene Unterhaltung und bezieht nach der langen Ausstrahlungspause geschickt nahezu alle Figuren in die Handlung mit ein. Außerdem führt White Collar die Tradition fort, dem Zuschauer visuelle Aufklärungs-Hinweise zu geben. Nicht nur kann man auf diese Weise das Rätsel vor den Figuren lösen, sondern wenn die Figuren selbst darauf kommen, erscheint es uns plausibel und zufrieden stellend. Aus-heiterem-Himmel-Plotverdreher gibt es bei White Collar nicht – ein extrem wichtiger Umstand, denn die Stärke der Serie liegt gerade in der Konstruktion: Burke’s Seven = Die glorreichen Sieben?

Ja, die Gleichung geht auf! Zu den üblichen Verdächtigen – Mozzie (aus dem Koma erwacht, im Rollstuhl und doch auf Rente verzichtend), Neal, Peter, Diane und Jones (frisch in die Music-Box-Story eingeweiht) – stoßen zwei neue Mitglieder: Elizabeth (Tiffani Thiessen) und Sara Ellis (Hilarie Burton). Ich weiß, dass viele Fans Saras Anwesenheit nicht begrüßen, aber ich finde das Zusammenspiel zwischen ihr und Neal durchaus gelungen. Ob es der Wille der Autoren ist, dass zwischen ihr und Neal mehr passiert? Man belässt es zunächst bei der Möglichkeit: gut so, denn dieses Nichts-Halbes-und-nichts-Ganzes-Verfahren erhält die Spannung. So wie im langen Prozess des Vertrauen-Misstrauen-Spielchens zwischen Peter und Neal.

Bei einer Serie über Täuschung, Schwindler, Trickbetrügereien und dergleichen kann man den nächsten Schritt und die nächste Wendung kaum voraussagen. Peter und Neal aber erkennen Larssons nächsten Schritt im Voraus und können Larsson so mit Hilfe der Fälschungspapier-Community fassen. Doch wer jemandem eine Grube gräbt, könnte selbst hineinfallen! Peter wird kurzzeitig suspendiert, da sich seine Fingerabdrücke auf der Waffe befinden, mit der Mozzie angeschossen wurde. Wie kamen sie da hin? Nun, wer auf Details achtet, weiß es schon!

Peter und Neal bleibt nichts Anderes übrig, als mit Hilfe des neu gegründeten Teams eine zweite Falle zu stellen. Das Team profitiert vor allem von Peters Pferderennen- und Reiterkenntnissen… und zwingt den nigerianischen Prinzen (“He’s a Nigerian prince.” “I thought those only existed in spam e-mail.”) Frederick Bilal zum Mitmachen. Der schmuggelt als Larssons Kontaktmann Nazi-Geschirr aus dem Land, das nach Argentinien verschickt wird.
Es erweist sich, dass es einen Mann hinter dem Mann gibt. Laut Larsson lautet der Name des Drahtziehers Vincent Adler. Neals Reaktion: The man who made me who I am today! White Collar verspricht, eine spannende zweite Season-Hälfte abzuliefern!

White Collar: Point Blank (2×09)

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All die Geheimnisse, die in der ersten Staffel angedeutet und in der zweiten zur Entfaltung und gleichzeitiger Verkomplizierung gebracht wurden, rücken in diesem Sommerfinale in unmittelbare Nähe: Point Blank. Die letzte Episode, bevor die Serie im Januar wieder fortgeführt wird, sollte lose Enden zu einem fest verschnürten Ganzen binden. Eine Story, viele Teilnehmer: Neal (Matthew Bomer), Peter (Tim DeKay), Mozzie (Willie Grason), Diana (Marsha Thomason), Alex (Gloria Votsis), Fowler (Noah Emmerich). Alle sind dabei bis auf die zuletzt eingeführte Versicherungsagentin Sara (Hilarie Burton).

Sie hätte ja hier auch nichts verloren, denn die Sache wird in Point Blank persönlich. Nach Kates Tod haben alle und immer nach Fowler gesucht, denn er war die einzige Verbindung mit dem Fall, über die man wusste. Aber wer hat tatsächlich gedacht, dass Fowler hinter der ganzen Geschichte steckt? Aus diesem Grund ist für mich die große Enthüllung in Point Blank keine wirkliche. White Collar ist dramaturgisch wie die Musik Box strukturiert: Man findet für einen Plot den Schlüssel, aber wenn man die Tür öffnet erwartet einen eine weitere Tür. In dieser Hinsicht sind sich Burn Notice und White Collar ziemlich ähnlich.

Ein Puzzle führt zum nächsten. Mit Hilfe von Alex, die auf Neals Bitte die Box aus Dianas Wohnung entwendet, schafft es Neal Fowler aus seinem Versteck herauszulocken. Die Musik Box wird dem Russian Heritage Museum anonym überreicht und bevor sie zurück zu ihrem ursprünglichen Standort nach Russland transportiert wird, findet eine Ausstellung statt. Peter ist ziemlich außer sich, dass Neal wieder einmal sein Vertrauen missbraucht und schafft es im letzten Moment Neal davon abzuhalten Fowler zu erschießen. Denn nicht alles ist so, wie es zu sein scheint. Dasselbe gilt auch für die Box. Das Geheimnis ist in ihrer Melodie verschlüsselt und Mozzie bedarf die Hilfe eines alten Freunds, um den Code zu knacken.

Übrigens eine der besten Szenen ist, wie Mozzie und Neal ein FBI-File „altern“ und Peter affin machen, indem sie jede Handlung und jede Gewohnheit der FBI-Agenten in Peters Büro genau studiert haben und sich zu Nutzen machen. Mozzie und der asiatische Codespezialist schaffen einen Durchbruch, während Neal Fowler mit auf ihn gerichteter Waffe Rede und Antwort stellt. Nachdem Peter ihn davon abbringt Fowler zu töten, erfahren wir, dass der Drahtzieher in der Musik Box-Story auch Fowler benutzt hat. Fowler wurde vom großen Unbekannten gezwungen Neal und Kate wegen der Musik Box zu verfolgen. Er wollte sogar Kate und Neal helfen, aber die Explosion – als Ablenkungsmanöver um ihre Flucht zu ermöglichen – gedacht, kam zu früh. Ob es für Mozzie zu spät sein wird, wenn man ihn entdeckt?

Denn in der letzten Szene dieses Finales sehen wir, wie Mozzie auf einer Bank niedergeschossen wird, genau von dem Mann, den Fowler als seine Kontaktperson beschrieb und von dem Pete und Diana das „Puzzlegesicht“ hatten. Wird es Mozzie überleben? Ich bezweifle, dass die Autoren sich von einer Figur, die den Zuschauern vor allem in der zweiten Staffel ans Herz gewachsen ist, trennen werden. Wer hinter der Musik Box wirklich ist, werden wir erst im Januar erfahren. Bis dahn gilt es, Mozzie die Daumen zu drücken.

White Collar: Company Man (2×08)

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Manchmal überkommt einen das Gefühl nicht das Richtige gelernt und sich die falsche Arbeit ausgesucht zu haben. Nein, es ist nicht die Rede von Midlifecrisis, sondern von den Verführungen des Lebens, von den „What if“-Angeboten, die dem Menschen tagtäglich begegnen oder medial vermittelt werden. Wenn man das Leben anderer ausprobieren darf und einen Gefallen daran findet, was dann? White Collar geht in Company Man spielerisch mit solchen Fragen um und benutzt sie mehr oder weniger um Peter (Tim DeKay) die Möglichkeit zu geben ins Zentrum der Ereignisse zu rücken.

Neal (Matthew Bomer) ist der Strahlemann von White Collar, aber die Serie hat es mit der zweiten Staffel geschafft die beiden erfolgreich zusammen in den Vordergrund treten zu lassen, als Partner. Aus diesem Grund ist Company Man eine sehr wichtige Episode. Denn sie vollendet kurz vor dem Sommerfinale einen Prozess, den die USA-Produktion seit der ersten Episode vorantreibt. Es geht um das Vertrauen zwischen Peter und Neal, um das Offenlegen der Karten. Der Fall der Woche, der sich um Industriespionage dreht, ist nicht so spektakulär oder voller Wendungen, aber ermöglicht Peter im Rampenlicht zu scheinen. Seine Vor-FBI-Ausbildung verhilft ihm bei dem Undercover-Job.

In der Rolle des Wirtschaftsprüfers gerät er aber in eine Welt, die sehr leicht seine sein könnte, hätte er sich vor Jahren anders entschieden. Man könnte meinen, dass seine Monologe, die streng genommen Unterhaltungen mit Elizabeths Foto sind, melodramatisch und aufgesetzt wirken. Tim DeKay bringt aber eine gewisse warmherzige Note, die das Ganze entschärft und ehrlich erklingen lässt. Können aber Neal und Peter ehrlich zueinander sein? Seitens der Fans wurde schon die Tatsache bemängelt, dass die Autoren zu sehr das Spielchen um Vertrauen und Misstrauen hinauszögern. Trotzdem ist das Timing nahezu perfekt, denn das besagte Spielchen war ein wichtiger Teil der Teamdynamik, wie sie schon in der ersten Staffel in Gang gesetzt wurde. Der Zeitpunkt ist aber gekommen und die beiden legen die Karten auf den Tisch. Na ja, nicht ganz.

Peter und Neal lassen Mozzie (Willie Garson) und Diana (Marsha Thomason) zusammen an Kates Fall arbeiten. Peter hat von Sara erfahren, dass Neal die Aufnahmen hat. Die Zusammenarbeit verläuft zwar nicht glatt – Mozzie bezeichnet Diana als Lady Suit oder Nancy Drew und sie ihn als “pocketsized pal”. Mozzie findet mit Entsetzen heraus, dass Peter doch nicht ganz ehrlich war. Die Musikbox! Nachdem Peter im Zuge seines Undercoverjobs fast das Leben verliert, kommt es nach seiner Rettung zu der lang ersehnten Szene, als die beiden vor der Musikbox stehen, Neal den Schlüssel (den ihm Alex gab) reinsteckt und beide die Box aufmachen. Was in der Box ist und ob wir Garrett Fowler wieder sehen, werden wir nächste Woche im Sommerfinale erfahren.