Castle: An Embarrassment of Bitches (4×13)

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Geht Castle langsam vor die Hunde, wie manch ein US-Kritiker schreibt – wenn Castle überhaupt einmal in irgendwelchen kritischen Auseinandersetzungen Beachtung findet? Die Antwort darauf lautet Nein. Noch nicht. Die Serie hat ihren Charme definitiv nicht verloren. Für diejenigen, die alles am Liebesproblem zwischen den zwei Hauptfiguren festmachen und eine Entscheidung fordern, mag sich die Sache in die Länge ziehen, aber Procedurals sind per definitionem unendliche Geschichten!

Was ich allerdings von Castle fordere, ist eine Lösung im handlungsübergreifenden Fall um Kates Mutter – und die Geburt eines neuen. Gab es nicht auch noch eine andere offene Geschichte? Mit dem Zusammenkommen von Kate (Stana Katic) und Richard (Nathan Fillion) habe ich es hingegen nicht so eilig und lechze nicht unbedingt nach einer Lösung. Im Grunde bin ich diesbezüglich wie ein Hund, den man erfolgreich mit demselben Knochen abspeisen kann. Wenn die Castle-Kate-Geschichte auf metaphorischer Ebene im Fall der Woche einen Spiegel findet und Sprachwitz und Situationskomik dabei funktionieren, dann ist alles gut.

Die neue Episode stellt mich diesbezüglich allemal zufrieden, sowohl die Handlung auf vier als auch die auf zwei Pfoten betreffend. Dieses Mal ist Hillary Burton (White Collar) der Gaststar der Woche, und ihre Darstellung des Reality-Sternchens Kay Cappuccio zählt zu den positiven Gastauftritten bei Castle. Das kann man leider nicht über Kays Chihuahua sagen, es sei denn, man steht auf Hello Kitty mit Psychose (ich entschuldige mich bei allen Chihuahua-Besitzern!).

Natürlich reflektiert die Serie Reality-TV und Sternchen-Leben etwas platt, aber darum geht es hier meiner Meinung nach nicht hauptsächlich: es sind nur Nebeneffekte anderer überlegungen, über den besten Freund des Menschen nämlich. Dabei ist es wichtig, von welcher Position aus man das Ganze betrachtet: von der eines Richard Castle, einer Kate Beckett, eines Hundetrainers, eines Hundepsychologen, eines Drogenkartells oder aber… einer versteckten Kamera. Wie man sieht, dreht sich der Fall der Woche um Hunde. Ein berühmter Hundeschau-Schiedsrichter und Hundetrainer wird ermordet aufgefunden.

Jemand hat anscheinend den Ausdruck “an der kurzen Leine halten” wörtlich genommen und die Leine ausreichend lange extrem kurz gehalten, um den Mann zu erdrosseln. Interessant fand ich nicht so sehr, wer der Mörder war, sondern die Verwicklungen um das Warum. Außerdem dürften sich die zwei, drei kleinen Szenen zwischen Alexis (Molly Quinn) und Castle und vor allem zwischen Kate und Richard für Caskett-Fans wie die warme Hundezunge an der Wange angefühlt haben! Sowohl Kate als auch Richard wollen den herren-/frauenlosen Hund… aber wir wissen, was sie wirklich wollen.

To enjoy each other, sagt Kate. Diese Aussage bezieht sich zwar auf die Beziehung zwischen Frauchen und Hund, aber Kates Blick verrät den indirekten Bezug. Letztendlich braucht Kate keinen Hund, denn sie hat ja schon seit langer Zeit einen: Castle, der ihr auf dem Fuße folgt. Und das sogar ohne Leine…

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