Castle: Blue Butterfly (4×14)

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She walks in beauty, like the night… Oft verhält es sich mit gewollt “besonderen” Episoden so, dass man als Zuschauer mit einer bestimmten Erwartungshaltung an sie herangeht bzw. die Ereignisse aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtet. Film-Noir-Episoden bieten die Möglichkeit, entweder die Figuren in komplett ‘anderen’ Rollen zu präsentieren, wodurch ein humorvoller Aspekt entsteht – oder aber man kreiert eine nostalgisch-melancholische Atmosphäre und blickt zurück zu Zeiten großer Gefühle und… großer Geschichten.

Irgendwo tief unter der Oberfläche aus Krimi, Charme und Romantik reflektiert Castle, was oft vergessen wird, über Geschichten, über das Kreieren spannender und emotionaler Geschichten, über die Magie der Worte. Aus diesem Grund ist die Figur Richard Castle (Nathan Fillion) ein Schriftsteller, und Blue Butterfly, Castle ist in meinen Augen ‘seine’ Episode. Natürlich bekommen wir in dieser 40er-Jahre-Detektiv-Geschichte alle Figuren innerhalb der Castle-Geschichte zu sehen, aber Rick steht im Zentrum des Respekts, den die Serie Castle der Kunst des Erzählens erweist.

Und wer könnte von sich behaupten, sich nicht mindestens einmal in eine Figur aus einer spannenden Geschichte hineinversetzt zu haben? Die Worte, die Castle aus Joes Tagebuch vorliest, als mit den bekannten Figuren besetzte Bilder sichtbar zu machen, ist an sich eine gute Idee – wenn auch die eine oder andere Performance vielleicht etwas übertrieben wirkt. übrigens, da wir bei Vergangenheit sind: Wer mehr von Jon Huertas sehen will, ist bei der HBO-Mini-Serie Generation Kill gut aufgehoben!
Zurück zu Rick und Kate – oder besser gesagt, zu Joe und Vera.

Vera als Name für Kate (Stana Katic) ist ein absoluter Treffer, was man über den weißen Yeti-Pelz, den sie trägt, nicht sagen kann. Marta (Susan Sullivan) als Joes Sekretärin und Alexis (Molly Quinn) als Veras angebliche Schwester und Drahtzieherin eines Rachekomplotts boten eine sehr willkommene Abwechslung, und Mark Pellegrino ist tatsächlich der König der Nebenrollen, obwohl er hier wenig zu tun hatte.

Wie so oft in Film-Noir-Stories, so ist auch hier die Liebe ihr Kern und ihre treibende Kraft: Where have you been all my life, flüstert Joe, als er Vera zum ersten Mal sieht. Die Antwort auf diese Frage – und auch auf die zweite, was nämlich damals wirklich geschah – lautet: direkt neben dir. Ganz egal, ob auf Kate und Rick oder auf Joe und Vera bezogen, die hier sehr gelungen von Chad Everett und Ellen Geer verkörpert werden: Genau darum geht es hier. Zwar ist The Blue Butterfly eine billige Kopie, aber nicht die Geschichte von Kate und Rick.

In zwei Szenen kommt das sehr schön zum Tragen: Deren erste hat mit Castles Respekt gegenüber guten Erzählungen zu tun – als Rick aus dem Tagebuch vorliest, verzweifelt die gebannt lauschende Kate beinahe daran, nicht erfahren zu können, wie es weiter geht. Die zweite Szene… nun, sie hat zu tun mit einem möglichen Ende genau dieser Geschichte: I can’t give you anything but love, sagt Castle – und für einen Augenblick steht diese Aussage nur in dem Kontext, den die beiden, nebeneinander stehend, bilden. Gute Stories zeichnen sich dadurch aus, solche Momente möglich zu machen…

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