Castle: Cops and Robbers (4×07)

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Oft tritt in Procedural-Serien der Fall ein, dass eine Hauptfigur um ihr Leben fürchten muss. Aber das heißt nicht automatisch, dass wir Zuschauer unsererseits um die Figur fürchten müssten. Denn jede/r weiß, dass Hauptfiguren nicht einfach so das Zeitliche segnen. Es sei denn, Meldungen über Auflösung von Verträgen etc. wären in Umlauf geraten… Wenn also die Spoiler keinen Alarm schlagen, dann gibt es in aller Regel nichts zu befürchten.

Warum dann aber überhaupt solche Situationen eintreten lassen? Woher nimmt man die Spannung, wenn dem Zuschauer von vornherein klar ist, dass keine wirkliche Gefahr besteht? Solche Episoden begeben sich auf dünnes Eis, denn sie schöpfen ihre Spannung allein aus der Geschichte, die darunter liegt. Der Protagonist schwebt in Lebensgefahr, aber warum? Und wie wird man aus der Sackgasse herauskommen? Das sind die spannenden Fragen.

Cops and Robbers, Castle legt mehr Wert auf das Warum – mit Erfolg. Sowohl bei Castle als auch bei anderen Krimi-Serien, ganz egal ob ernstes Drama oder Dramedy, geht es um die Ebenen des Rätsels, die Geschichten hinter der Geschichte: wie viele will und kann man einbeziehen, ohne dabei komplett den Kopf und damit die Zuschauer zu verlieren? Nun: Wenn Trapper John auf Dr. Quinn trifft, dann kann es nicht ohne diverse Verwicklungen abgehen. Am Anfang der Episode allerdings sitzt Castle (Nathan Fillion) zunächst einmal einem genervten Bankmanager gegenüber, der einer sehr aufgebrachten Martha (Susan Sullivan) ihre finanzielle Situation zu erklären versucht.

Der Ausweg: Mit Kate telefonieren! Und Kate (Stana Katic) liest zwischen den Zeilen, als er das Gespräch mit dem (aus seiner Sicht) “harmlosen” Satz Tell me you need me eröffnet. Ich musste dabei an den Titel der abgesetzten HBO-Serie Tell Me You Love Me denken… Kate Beckett auch?

Viel Zeit zum Nachdenken bleibt ab diesem Zeitpunkt nicht mehr, denn während die beiden telefonieren, wird die Bank überfallen. Die Polizei kann schnell reagieren, da Castle Kate warnt und die Räuber überdies den Fehler begehen, den so genannten silent alarm auszulösen. Das eigentlich Interessante an der Episode ist nun Castles Schritt-für-Schritt-Konstruktion der Geschichte hinter dem Bankraub: spannend, obwohl am Ende eine ziemlich triviale Geschichte herauskommt.

Zu den wirklichen Enttäuschungen der Episode zählt aber die Verschwendung von Dean Norris (Breaking Bad) in der Gastrolle als SWAT-Teamleiter, dessen Szenen mit Beckett Sackgassen bilden. Die Verhandlungen mit den Bankräubern führen ebenfalls in eine Sackgasse und werden durch eine Explosion abrupt beendet. Genauso beendet Martha die stille kleine Szene zwischen Kate und Castle, als sie ihn in der Bank lebendig vorfindet. Schlechtes Timing, Martha! Dafür endet die Episode mit der ganzen Familie, inklusive Kate – versammelt in Castles Wohnung zum üppigen Abendessen.

Für Alexis (Molly Quinn) freilich hat derzeit alles einen faden Beigeschmack, denn Ashley scheint den “silent alarm” nicht gehört zu haben: Ausgelöst durch die Ereignisse und die Sorge um ihre Familie, entlädt sich Alexis’ Enttäuschung in der telefonischen Trennung von Ashley. Also wird es nichts mit Stanford – und uns bleiben die kleinen netten Vater-Tochter-Szenen erhalten. Alles in Allem kann man genau das über die Episode sagen: nett, aber auch nicht mehr als das.

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