Castle: Cuffed (4×10)

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Beinahe unbemerkt durch viele Pausen und gelegentliche Regenfälle kommt Castle zu einem Winterfinale der “verbindlichen” Art. Nicht weil man uns über das “Cliff” hängen lässt, sondern weil Cuffed, Castle genau das bietet, was Castle-Fans in meinen Augen an die ABC-Serie bindet. Das Kriegen-sich-kriegen-sich-nicht-Spielchen ist selbstverständlich das zentrale Thema der letzten Episode in diesem Jahr, aber die Sache gelingt nicht durch die Antwort darauf, ob Castle (Nathan Fillion) und Beckett (Stana Katic) zueinander finden, sondern durch das Spielen mit dem Umstand, dass sie es längst getan haben.

Nein, sie sind nicht unbemerkt in einer der vielen Pausen ein Paar geworden, ohne dass wir es mitbekommen hätten. Oft geht es bei solchen Geschichten vom Begehren darum, wie beide Seiten – im Laufe einer Zusammenarbeit zum Beispiel, oder einfach durch häufigen Kontakt miteinander – über die jeweils andere Person mehr erfahren und dieses Mehr die Person aufwertet. Darüber hinaus werden generell dramatische Situationen benutzt, die den Helden den letzten Schritt zueinander erleichtern.

Ich glaube, man kann getrost davon sprechen, dass Castle und Beckett längst über dieses Level des Spiels hinaus sind – nur: Keiner der beiden gibt es zu! Da fragt man sich natürlich, was das Spiel so am Leben erhält, dass sich der Zuschauer immer noch unterhalten fühlt? Ganz einfach: das Spiel mit dem Spiel. Solange Castle auf sich selbst, auf das eigene Thema, auf die eigenen Fans auf amüsante Art und Weise zu referieren weiß und dazu eine Prise Spannung auf Lager hat, bin ich zufrieden. Cuffed, Castle also verschwendet keine Zeit mit Herumtigern – das kommt später – und wirft sich auf… eine Matratze.

Dort liegen Castle und Beckett, beide mit einem Lächeln im Gesicht und beinahe aneinander geschmiegt. Der Bruch in der Soundtrack-Melodie reißt uns jedoch rasch aus dem verträumten Zustand – und Beckett aus dem Schlaf. Aber der Versuch, vom Bett bzw. der Matratze zu springen, kann nicht gelingen, denn sie ist an Castle angekettet! Nein, nicht metaphorisch, sondern wirklich! Oder doch metaphorisch? Oder beides?

Die Caskett-Fans haben Castle und Beckett in Tausenden von Foreneinträgen und auf anderen Meinungsplattformen längst fest aneinander gekettet, so dass es kein Entkommen gibt. Also gilt es, das Beste daraus zu machen. Während die beiden zu rekonstruieren versuchen, wie sie in diesen dunklen Keller und in die Handschellen geraten konnten, durchziehen ihre Suche nach einem Ausweg kleine verbale und physische Spielchen – kontextbezogene und außerhalb dieses spezifischen Kontexts wirkende.

Auf dem Revier, wo man langsam unruhig wird ob des Verschwindens von Castle und Beckett, verläuft der metaphorische Bild-Wort-Austausch ähnlich gelungen. Ryan holt sich Espositos Rat bezüglich der kommenden Feiertage mit der Familie und seiner Verlobten; Esposito teilt ihm mit, alles sei ein relationship test. Nachdenklich nimmt Ryan das Holzstäbchen, das Esposito gerade abgeleckt hat, und rührt in seinem Kaffee. Dieser Beziehungstest ist längst bestanden! Aber Lanie und Esposito – das ist ganz andere Geschichte. Oder doch die gleiche?

Eine Beziehung, die sich im Kreis dreht. Das sagt zwar Esposito über Ryan und Jenny, aber es betrifft genauso seine eigene Beziehung mit Lanie. Kate erklärt Castle Lanies und Espositos Problem: Sie wollen zusammen sein, aber keiner will es zugeben. Keiner will der erste sein. Auf wen bezieht sich das Ganze eigentlich? Von Espositos Worten wird direkt auf Kate und Rick geschnitten.

Wir sehen sie aus der übersicht, wie sie im Kreis gehen – sich im Kreis drehen, besser gesagt. Dann spricht Castle Becketts Drang an, immer zu führen, immer die erste zu sein, immer als erste die Tür zu öffnen. Nun, vielleicht im beruflichen Leben… aber im privaten? Dort scheut sie davor zurück, die Katze aus dem Sack zu lassen. Cuffed, Castle aber nimmt diese Redewendung wörtlich: Während Castle die Geschichte von Saw (Beckett soll ihre Hand abschneiden, weil kleiner!) bis zum Menschenhandel zu entziffern versucht, lassen beide unfreiwillig die Katze aus dem… Nebenraum.

Beide glauben, dass dort noch jemand festgehalten wird, und brechen ein Loch in die Wand – nur um festzustellen, dass der Jemand ein hungriger und ungeduldiger Tiger ist. Genauso wie die Fans um Castles und Becketts Liebesgeschichte kreisen, geht die Wildkatze im Kreis um die beiden herum und versucht, sie von der Gefriertruhe herunterzuholen. Die Verbrecherfamilie, der Castle und Beckett unbewusst auf die Schliche gekommen sind, handelt nicht mit Menschen, sondern mit geschützten Tierarten.

Dank Gates Entschlossenheit und Espositos und Ryans Einsatz können Castle und Beckett gerettet werden. Eigentlich hätte ich erwartet, dass Nathan Fillion zum Abschluss Eye of the Tiger zum Besten gibt, wie Jensen Ackles in Supernatural damals… aber mit Becketts The next time we are cuffed together all night, let’s do it without the tiger kann man bis Januar auch leben, oder?

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