Castle: Eye of the Beholder (4×05)

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Eye of the Beholder ist zu 100 % die Castle-Fall-der-Woche-Episode, die ich mir gewünscht hätte! Die berühmt-berüchtigte Castle-Atmosphäre wurde diesmal in höchsten Tönen getroffen, und es durchzieht sie der Duft eines teuren Frauenparfüms… Detective Kate Beckett (Stana Katic) allerdings ist das Aroma ein bisschen zu viel des Guten – sie rümpft vehement die Nase. Die Serie Castle präsentiert in ihrer laufenden Ausstellung das Kunstwerk “Die eifersüchtige Kate”!

Man kann behaupten, dass jedes Mal, wenn Castle White Collars Kunst-Territorium betritt, das Ergebnis ein Gemälde wert ist. Diesmal aber tropft die Farbe Rot (und nicht Lila!) vom Pinsel. Oder vom Stift, wenn man sich auf Castles Logo beziehen will. Vor allem jedoch tropft es aus dem Auge eines Statuenhauptes, dessen Dornen einen der Direktoren der New Yorker Cosmopolitan Art Gallery in Empfang nehmen durften… Aber das ist das geringere Problem des Museums. Abgesehen von dem Mord nämlich fehlt ein Ausstellungsstück, und zwar ein teures – die Skulptur “The Fist of Capitalism”.

Als Kate und Castle (Nathan Fillion) mit der Untersuchung beginnen, scheint jemand ihnen zuvorgekommen zu sein: Serena (Kristin Lehman), die Versicherungsermittlerin des Museums. Kunst, Mord, schöne Frauen: Für Richard Castle ist das Leben schön! Bis Kate Beckett den Stecker zieht: Sie wünscht Serenas Hilfe nicht. Apropos Stecker: Wie ich schon öfters angemerkt habe, gehören zu guten Castle-Episoden kleine, aber feine audiovisuelle Spielchen. Damit ist nicht visuelle Wucht von Boardwalk Empire oder Breaking Bad gemeint, sondern charmante kleine Eingriffe, die das Gefühl der Verspieltheit verstärken.

Wie zum Beispiel am Anfang der Episode, als Martha auf Castles Liebesleben zu sprechen kommt. Sie fragt ihn, ob es einen tatsächlichen Grund dafür gäbe, “Möglichkeiten” nicht wahrzunehmen. Die Antwort gibt das Klingeln von Castles Handy: Der Grund ist dran.

Als Castle die Galerie betritt, hält er vor der TV-Installation inne, und man sieht für kurze Zeit eine Art mehrfacher Spiegelung von Castles Gesicht – wie eine Nathan-Fillion-Installation, die sich im Laufe der Episode tatsächlich entfaltet: Eye of the Beholder, Castle ist eine Nathan-Fillion-macht-Gesichter-Episode. Kates Frage, ob er bereit für ein Close-Up wäre (oder Ähnliches), rundet das Ganze nur ab. Dabei redet sie durch das Gehäuse eines Fernsehers, das ihr Gesicht einrahmt wie bei einer Live-übertragung.

Denn im nächsten Moment bewegt sich die Kamera nur ein kleines Stück, so dass man nur ihr Gesicht sieht und der Hintergrund unscharf wirkt. Es entsteht der Eindruck, als würde sie gefilmt und spräche aus dem Bildschirm zu uns bzw. zu Castle. übrigens: kann mir jemand sagen, von wem die Gemälde im Museum stammen, die man mehrmals an den Wänden sieht?

Zurück zu den Gesichtern. Was ist zu sagen zu der schönen Spiegelung, als Kate in der siebten Minute der Episode mit Castle spricht – oder aber zu Minute 30, als Ryan und Esposito mit dem SWAT-Team eine mit Musik untermalte Fahrt im Hotelfahrstuhl unternehmen? Priceless! Unbezahlbar. So unbezahlbar wie die Verbindung, die zwischen Castle und Beckett besteht – und deren drohender Verlust Letztere beinahe in Panik versetzt. Denn zwischen Serena und Rick funkt es gewaltig! Becketts Alarmglocken machen ihr derartig zu schaffen, dass sie eher bereit ist zu glauben, Serena stecke hinter allem, als ihren Instinkten und den Spuren zu folgen.

Zugegeben: Serena ist tatsächlich impressive, wie Richard gegenüber Martha einräumt. Eine ehemalige Kunstdiebin… nun ja: nicht ganz ehemalig, aber dafür hat sie etwas von einem Robin Hood in Strumpfhosen – bildlich gesprochen. Bildlich geschaut, trägt Serena ein enges rotes Kleid, als Castle ein Ablenkungsmanöver-Date mit ihr absolviert, während Kate und Esposito die Wohnung durchsuchen. Das Beste ist der Abschluss der Szene: Castle und Serena in einen Kuss vertieft – und Beckett, die denselben mit einem spontan und böse herausgebrüllten HEY! unterbricht!

Spätestens seit diesem Zeitpunkt kann Serena nicht mehr übersehen, was es mit Kate und Richard auf sich hat. Und sie spielt fair: Sie nehme keine Sachen mit, die ihr nicht gehören, versichert sie Kate. Vielleicht sollte Beckett selbst dann endlich einmal über die Frage ihres Psychologen nachdenken: What are you really scared of? That he won’t wait for you or that he will? Vielleicht tut sie es, als sie Castle auf einen Hamburger einlädt…

Und wer wissen will, wer der Mörder war: auch diese Antwort ist in Rot getaucht, aber in das Rot von True Blood.

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