Castle: Law and Murder (3×19)

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Man braucht nicht unbedingt einen GPS-Tracker, um den Handlungssträngen um Castles (Nathan Fillion) Tochter Alexis (Molly Quinn) folgen zu können, denn es sind nicht besonders viele. Klar geht es in Castle vorranging um Castle selbst, aber trotzdem gerät Alexis viel zu oft in Vergessenheit. Auch wegen der besonderen Chemie der Vater-Tochter-Szenen wünscht man sich manchmal einen eigenen Handlungsstrang für Alexis.

Diese Episode bewegt sich genau in diese Richtung, wenngleich das Geheimnis um Alexis’ Aufenthalt in Stadtteilen, wo ihr Vater sie nicht vermutet, sich als harmlos entpuppt. Die Autoren bleiben damit der Figur und ihrer Erzählung treu. Castle ist eine romantische Krimi-Komödie, in der die Figuren nicht plötzlich Grenzen überschreiten. Castles Motivation ist nicht, sich durch so genannte moralische Grauzonen zu schlängeln – dafür gibt es genug Cop-Serien – sondern in der berüchtigten Achterbahn der Gefühle zwischen Metaebenen zu rasen.

Auch wenn in Castles Welt fast alles schwarz und weiß ist, kann die Serie darüber lachen und auch anderen “ernsten” Produktionen einen kleinen Seitenhieb versetzen. Die Rede ist hier von Law & Order, NBCs Dauerbrenner, den die Castle-Autoren mit dem Titel der Episode Law & Murder, Castle wohl vor Augen hatten. Richard Castle, wie man ihn kennt, hat gern sich selbst vor Augen. Aus diesem Grund ist es keine überraschung, dass er als Hintergrundbild für sein Handy das eigene Buchcover “Naked Heat” wählt. Aber aufgepasst: Dieses Handy bzw. ein App auf diesem Handy ist der Schlüssel zu beiden Handlungssträngen in dieser Episode.

Der Fall der Woche ist von Blitzlichtgewitter begleitet, denn es geht um eine prominente Gerichtsverhandlung, in der ein Langzeitkrimineller beschuldigt wird, die Tochter eines der reichsten Männer in der Stadt ermordet zu haben. Aber die Frage ist. Was ist zu tun, wenn die Lügner auf der Seite des Gesetzes zu finden sind? Viel schlimmer: Was macht man, wenn einen die eigene Tochter anlügt? Dank des GPS-Apps auf seinem Handy trifft Castle wie ein Blitz die Erkenntnis, dass Alexis ihn belogen hat.

Sie findet eine Ausrede, um nicht mit ihrem Vater ins Kino zu gehen, aber sie hält sich nicht dort auf, wo sie gesagt hat. Kann ein App also mehr Probleme bereiten, als es löst? Immerhin zeigt das GPS-App eine Richtung, aber den Weg sowohl im Mordfall als auch im Fall Alexis muss Castle selbst gehen. Natürlich sind Beckett (Stana Katic) und das ganze Team an seiner Seite, aber man wünscht sich, genau wie bei Alexis, dass Esposito (Jon Huertas), Ryan (Seamus Dever) und Lanie (Tamala Jones) mehr als die übliche Unterstützung bieten dürfen. In Law & Murder, Castle ist es aber Captain Montgomery (Ruben Santiago-Hudson), der den Lügen ein Ende bereitet und die Konsequenzen zieht.

Eine Lüge kann letztendlich ziemlich unerwartete Konsequenzen haben. Da Alexis den Klassiker Forbidden Planet mit ihrem Vater nicht schauen will, trifft Castle der Blitz in der Episode zum zweiten Mal, als Beckett ihn mit ins Kino nimmt und beide mehr oder weniger in der letzten Szene die üblichen Positionen tauschen. Sie ist der Wortschwall aus Begeisterung und Castle – der ihr verschweigt, den Film schon zu kennen – ist der amüsierte Zuhörer. Und wir? Wir sind die amüsierten Zuschauer.

Gibt es übrigens ein Castle-Fan-Ortungsapp?

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