Castle: Pretty Dead (3×23)

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Bekanntlich hören Männer selten zu, wenn Frauen ihnen etwas erzählen. Welche Gründe dahinter stecken, ist ein kompliziertes Thema. Offensichtlich aber ist nicht zuletzt die Wahrnehmungsirritation dafür verantwortlich, die ein Mann beim Anblick einer Frau erleidet – wodurch Sprache auf der Wahrnehmungsskala ganz weit nach hinten rückt.

Wir sollten nun auch umgekehrt fragen: Hören denn Frauen zu, wenn Männer ihnen etwas erzählen? Ja, tun sie! Sie hören nur nicht alles. Frauen sind Experten im selektiven Zuhören. Sie hören etwas aus dem Gesagten heraus, wie wenn sie es mit einer Pinzette herauspicken würden, und transferieren es in einen anderen Kontext, wo es dann meistens Bumm! macht.
Was aber, wenn Mann und Frau diesen einen “Kontext” von beiden Seiten bombardieren? Dann, wie wir in To Love and Die in L.A., Castle gesehen haben, wird es brandgefährlich – und dennoch scheinen sich die zwei Seiten zu neutralisieren und in einen Schwebezustand zu manövrieren. In Pretty Dead, Castle dauert dieser Zustand an, und der Caskett-Kontext explodiert noch nicht.

Eigentlich bietet die neue Episode Castle-Durchschnitt, aber mit ein paar versteckten Höhepunkten, die man dem Zusammenspiel Nathan Fillion – Stana Katic vedankt. Dabei geht es gar nicht um Gesprochenes, sondern um das typische Castle-Beckett-Mimik-Gestik-Spielchen: Hier ein Lächeln, da eine Handbewegung, dort ein Blick – wie kleine Pinselstriche, die nach und nach das Bild komplett machen. Gerade der Fall der Woche um die ermordete Anwärterin im Schönheitswettbewerb spiegelt das Caskett-Spielchen wider. Ein Bilddetail ist die Lösung – ein Detail, das in den passenden Kontext gepackt Bumm! macht und vor den Augen der Ermittler das komplette Bild entwirft.

Ob bis Ende der Staffel auch das Caskett-Bild fertig wird? Oder werden sich die beiden zu sehr in den Details verlieren, um sie richtig hinzubekommen, so dass am Ende wieder die Farbe und die Worte ausgehen? Wie dem auch sei, Pretty Dead, Castle konzentriert sich, was Caskett betrifft, auf das Unausgesprochene. Nein, die Episode ist kein Pantomime-Kammerspiel. Es wird viel geredet, und Castle gerät ziemlich in Bedrängnis, als er feststellt, dass man ihm tatsächlich zuhört, gar seine Ratschläge befolgt!

In Pretty Dead, Castle ist Castle – neben der Morduntersuchung, die abgesehen von den amüsanten Gastdarsteller-Auftritten relativ unspektakulär verläuft – als Mann an der Seite einer jungen Frau gefragt, und zwar in seiner Rolle als Vater. Nachdem Alexis (Molly Quinn) zuletzt abwesend war, bekommt sie in dieser Episode einen längeren Part, in dem sie mit Liebesentscheidungen hadert. Sie möchte in New York bleiben, während Ashley nach Stanford will. Das Hin und Her zwischen den beiden führt am Ende dazu, dass sich auch Alexis für Stanford entscheidet, anstatt eine Fernbeziehung zu führen. Sie interpretiert den Ratschlag keep showing up nicht auf der Grundlage räumlicher und zeitlicher Entfernung.

Dieser Ratschlag stammt von Captain Montgomery, der damit eine 30 Jahre lang glücklich verlaufene Ehe erklärt. In diesem Kontext – zwischen dem 30jährigen Zusammenleben der Montgomerys und der relativ jungen Ashley-Alexis-Beziehung – stehen Castle und Beckett mit ihrem wortlosen keep showing up. Macht es im Finale Bumm!?

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