Castle: Rise (4×01)

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Die neue Staffel startet genau an dem Punkt, wo die dritte endete – und Kate schwebt in Lebensgefahr. Ausgerechnet Josh ist im Krankenhaus und will ihre Operation übernehmen, bis ein anderer Kollege ihn nötigt, das bleiben zu lassen: Er ist persönlich zu betroffen! Der Rest ist eine Mischung aus Bildfetzen, Close-Ups von besorgten Gesichtern und… Castle und Josh, die aufeinander losgehen.

Wenn eine Serie ihre Staffel mit einem solchen Höhepunkt beendet, an dem eine Hauptfigur in Gefahr schwebt, fällt es meist sehr schwer, diesen Faden nach der Pause mit der richtigen Erzählmischung wieder aufzunehmen. Viele Serien im Procedural-Bereich geraten in eine melodramatische Falle oder kehren zu schnell zu amüsanten Ablenkungen zurück, als wäre nichts passiert. Die meistverbreitete dramaturgische Variante besteht darin, gleich in der ersten Episode der neuen Staffel Rache walten zu lassen bzw. den Bösewicht zu stellen.

Alle Castle-Fans wissen nur zu gut, dass so etwas hier nicht funktionieren kann, so sehr man es sich auch wünschen würde! Denn die ABC-Serie hat die Geschichte um den Mord an Kates Mutter von Anfang an zum roten Faden gemacht, dem es nicht nur zu folgen gilt, sondern der auch die Figuren miteinander verbindet. Und diese Tatsache wird in der neuen Episode sehr geschickt durchgespielt. In meinen Augen macht Rise, Castle alles richtig. Ich würde aber gern mit dem Ende anfangen, denn dieses hebt das Wichtigste, das Ergebnis der letzten zwei Staffeln hervor: die Tatsache, dass Kates Fall für Castle offiziell zur Obsession geworden ist.

Wir sehen, wie er sich am Ende der Episode in seinem Büro verschließt und auf eine Pinnwand – in seinem Fall: einen Riesenbildschirm – mit allen Fotos und Verbindungen aus Kates Fall blickt. Man erinnere sich an die letzte Staffel und an Kates Wohnung, an die Wand mit allen Beweismaterialien über den Mord an ihrer Mutter… Die Wand trennt und verbindet. Sie führte zu Freundschaft, zu Liebe – und bildet doch zugleich das Hindernis, das einer glücklichen Beziehung im Wege steht.
Kate selbst gesteht das Castle – nachdem sie ihm gesagt hat, dass sie sich seit dem Schuss an nichts erinnert.

Und zur Freude aller Castle-Fans hat sie mit Josh Schluss gemacht, denn eine Beziehung ist für sie nicht möglich, bevor die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen wurden. Es sieht nicht danach aus, dass das leicht wird. Die Dokumente, die Montgomery vor seinem Tod verschickte, landen bei einem gewissen, dem Zuschauer unbekannten Smith (zumindest steht dieser Name auf dem Briefkasten), der nach der Sichtung sofort mit dem Capitol telefonieren muss. Sein nächster Anruf gilt dann Castle. Er versichert ihm, ein Freund von Roy zu sein; Kates Leben sei sicher, wenn sie ihre Untersuchung nicht fortsetze.

Natürlich aber haben, während Beckett sich von ihrer Wunde erholte, Castle (Nathan Fillion), Ryan (Seamus Dever) und Esposito (Jon Huertas) heimlich weiter geforscht. Warum heimlich? Weil die neue Vorgesetzte Gates (Penny Johnson, 24) den Fall geschlossen und Castle mit eiserner Hand vom Revier befördert hat. Die Serie braucht nicht viel Zeit, um die neue Figur unbeliebt zu machen – aber ob es ein Täuschungsmanöver ist? Wir erfahren, dass Gates von Internal Affairs kommt.

Hat das etwas mit Montgomery zu tun? Vielleicht untersucht sie selbst den ganzen Fall und will Beckett ä Co. an der kurzen Leine halten, um Aufmerksamkeit zu vermeiden? Oder wurde sie von den Menschen hinter dem Ganzen dorthin geschickt, um alle im Auge zu behalten? Wir werden es mit Sicherheit bald erfahren.

Beim Fall der Woche, der unspektakulär vonstatten geht, erleben wir eine Kate (Stana Katic), die ihren Job noch längst nicht wieder hundertprozentig bewältigen kann. In meinen Augen dient dieser Fall eigentlich nur dem Zweck, uns das zu zeigen. Am Ende der Episode hören und sehen wir Kate einem Psychologen erzählen, dass sie gelogen habe, dass sie sich an alles erinnere…

I need to grow up, gibt Castle seiner besorgten Tochter Alexis (Molly Quinn) Recht. Alexis: Don’t grow up too much. Dieser Wortwechsel zum Schluss bietet eine gute Beschreibung davon, was die ABC-Serie erfolgreich versucht: zwar erwachsen zu werden, aber bei allem Drama ihre fröhliche, amüsante Seite nicht zu vergessen, die wir allem Anschein nach in der nächsten Episode wieder zu spüren bekommen werden.

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