Castle: Setup (3×16)

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Boom! Castle (Nathan Fillion) wird von zwei Männern in Schutzanzügen in ein Dekontaminationszelt geschleppt. Er dreht sich um, mit ihm schwenkt auch die Kamera – und wir sehen Beckett (Stana Katic) mitten im Zelt stehen. Ihr Gesichtsausdruck zeigt Resignation. Schnitt. Die Zeit wird 36 Stunden zurück gedreht.

Explosive Anfänge in medias res sind nichts Neues im Fernsehen. Alias beispielsweise erhob diese Art der Erzählung zum Markenzeichen. Im Zusammenhang mit Castle fällt uns freilich gleich ein weiteres Beispiel ein: Firefly! Auch dort stand Nathan Fillions Figur einmal in einer ungewöhnlichen Auftakt-Situation da (nackt in der Wüste, um genau zu sein), bevor man uns erzählte, wie es dazu kam… Werden wir auch von Castle ein zufriedenes THAT went well!! zu hören bekommen?

Übrigens, für die Firefly-Fans: Martha (Susan Sullivan) nimmt Alexis (Molly Quinn) zu einem Serenity-Weekend mit; auf Castles hochgezogenen Augenbrauen hin fragt sie: You never heard of Serenity? Nun: für Kate und Richard gilt es nicht, Selbstfindung zu üben, denn das haben sie in den zwei Staffeln ausgiebig getan. Sie müssen zu einander finden. Bleibt aber Zeit dafür?

In-medias-res-Auftakte zeigen die Handlung kurz vor einem Höhepunkt, kurz vor dem Explodieren. Es ist so, als sähe man eine tickende Bombe und dürfe dann in Rückblenden jeden Bauschritt erleben. In Setup (Part 1), Castle, der ersten Hälfte eines Zweiteilers, geht es tatsächlich um eine Bombe. Als Castle-Zuschauer weiß man, dass die Serie einige ihrer besten Episoden (wie Tick, Tick, Tick… und Boom) um Explosionen herum aufgebaut hat. Man ist entsprechend gespannt.

Setup startet mit einem “einfachen” Mord, um dann- nach explosive revelations, wie sie Castle nennt – eine Achterbahnfahrt zu kreieren. Der Taxifahrer Amir wird tot aufgefunden; im Laufe der Untersuchung stoßen Castle und Beckett auf einen geheimnisvollen syrischen Agenten und auf die Erkenntnis, dass Amir in seiner Heimat als Nuklearwaffen-Ingenieur gearbeitet hat und den Schlüssel zu einem geheimen Lager besitzt.

Da wir uns noch in der ersten, langsameren Hälfte der Erzählung befinden, können wir einigen visuellen Details unsere Aufmerksamkeit schenken. Diese Details sind nicht unbedingt für das Verständnis der Handlung wichtig, sagen aber viel über die Arbeit der Castle-Produzenten aus: Amirs Lager hat die Nummer C414, was schon auf Explosives hinweist, und eine quietschgelbe Tür in der Farbe seines Taxis. Im Lager finden Castle und Beckett Plastiksprengstoff und Waffen. Plötzlich registriert Becketts Messgerät die höchste Stufe radioaktiver Strahlung und… wir haben die ersten Minuten der Episode eingeholt: mit Castle und Beckett im weißen Dekontaminationszelt.

Es folgt eine bedächtige Szene zwischen den beiden, sehr schön ausgeleuchtet und gefilmt. Durch die komplette Abschottung von der Außenwelt werden die beiden in den Mittelpunkt gestellt – ins Zentrum des Bildes. Wir sehen ihre Silhouetten, schwarz auf weiß. Wenn nur alles so einfach wäre – sowohl in Kates Beziehung mit Josh als auch im Fall Amir… Kate beichtet Castle, dass es mit Josh nicht wirklich funktionieren kann. Sie brauche jemanden, der für sie da ist.

Im nächsten Moment macht Castle endlich den Mund auf – aber bevor er zu explosive revelations kommen kann (an seinem enttäuschten Gesicht merken wir, dass er es vorhatte!), wird die Zweisamkeit von einem Reißverschluss unterbrochen… als würde man einen alten, schwarz-weißen Liebesfilm anschauen und plötzlich, im wichtigsten Moment, müsste die Filmrolle gewechselt werden!

Castle und Beckett sind nicht von radioaktiver Strahlung verseucht, aber über dem Fall strahlt jetzt Homeland Security Agent Mark Fallon (Adrian Pasdar), der Castles und Becketts Alleingänge kurzerhand unterbindet und sie nach Hause schickt. Der Rest der Episode ist ein Kampf gegen die Zeit, um die dirty bomb zu finden. Nicht etwa dem Team Fallon gelingt das, sondern Castle und Beckett, die ihre Recherchen in seiner Wohnung fortsetzen. Hier übrigens sehen wir dank der Szenenausleuchtung wieder hauptsächlich die Silhouetten der beiden, bis dann vom Projektor Licht auf sie geworfen wird, während alles andere in Dunkelheit verschwindet.

Diese Szene bildet gleichsam den Mittelpunkt auf der Erzählachse dieser Episode. Denn am Ende entdecken sie die Bombe, können aber die Terroristen nicht stoppen, weil sie in einem Gefriercontainer eingesperrt sind… Setup (Part 1), Castle endet mit einem Blickwechsel zwischen Castle und Beckett, wie am Anfang der Episode: allein, umgeben von strahlendem Weiß… und in Lebensgefahr schwebend.
THAT did not end so well until now. Außerdem ist immer noch nicht klar: Enemy Closer or Enemy Foreign? To be continued…

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