Alcatraz: Cal Sweeney (1×04)

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Der nächste Insasse taucht auf und scheint ein persönliches Ziel zu verfolgen, bis das Team herausfindet, dass Cal Sweeney einen ganz bestimmten Auftrag hat. Kann Rebecca ihn noch aufhalten und das nächste Puzzlestück zum Geheimnis der Verschwundenen sichern?

Obwohl die Kritik, die ich letzte Woche geäußert habe, zum Großteil auch Cal Sweeney betrifft, bietet diese Episode eine Steigerung in der handlungsübergreifenden Geschichte von Alcatraz. Wenn die Mystery persönliche Emotionen einbezieht, können alle Rädchen der Alcatraz-Maschinerie ineinander greifen, so dass sie einwandfrei läuft. Es verhält sich wie mit der Tür in Alcatraz, die der Gefängnisdirektor am Ende dieser Episode für einen Gefangenen öffnet: Er besitzt den passenden Schlüssel.

Wir erinnern uns an den Schlüssel aus der Pilotepisode, den Jack Sylvane entwendete. Nicht nur zeigt uns Cal Sweeney, dass es einen zweiten Schlüssel gibt, sondern diese Episode lässt erneut das Potential aufblitzen, das in Alcatraz steckt: Sie lässt den metaphorischen Schlüssel zum Erfolg über den Bildschirm flimmern. Übrigens wieder einmal dank der Rückblenden, die deutlich interessanter bleiben als die Gegenwart. In letzterer tritt ein Bankräuber namens Cal Sweeney (Eric Johnson) auf den Plan, der Bankmitarbeiterinnen zu bezaubern weiß und sich den Weg zu den Schließfächern mit Charme und einer Nagelpistole ebnet.

Wie die Männer aus den vorherigen Episoden befindet er sich auf der Suche nach etwas ganz Bestimmtem. Genauso wie Sylvane wird er nicht nur von einem spezifischen emotionalen Zustand vorangetrieben (bzw. von dem Bemühen, einen solchen zu erreichen), sondern auch von einem Auftrag. Doch wer ihm den erteilt hat und warum, daran kann er sich nicht erinnern. Im Kontext der Rückblenden, die uns mit Sweeney dem Geburtstag des Alcatraz-Direktionsassistenten beiwohnen lassen, erfahren wir sehr interessante Details über Lucy Banerjees Arbeit in Alcatraz. Damals unter dem Namen Dr. Gupta bekannt, versuchte die Wissenschaftlerin die Erinnerungen der Insassen auszulöschen, um ihre Verhaltensmuster zu ändern: Wir agieren aus unserer Vergangenheit heraus, die uns unausweichlich prägt – vor allem die traumatischen Ereignisse, von denen in Sweeneys Fall eine leere, halb verbrannte Box zu zeugen scheint. Es bleibt die Frage offen: Hat Dr. Gupta ihr damaliges Experiment erfolgreich ausgeführt?

Ist dieses Experiment der Grund, warum die in der Gegenwart auftauchenden vermissten Insassen aus dem Jahre 1963 ihre Verhaltensmuster ändern? Leider ändern sie es zum Schlimmeren. Wie schon Sylvane, so geht auch Sweeney zu schweren Verbrechen über; bei seinen früheren Banküberfällen hatte Cal keine Morde begangen! Wurden also die Erinnerungen wirklich ausgelöscht – oder wurden sie mit etwas Neuem überschrieben, so dass die Betroffenen bei ihrer Mission vor nichts zurückschrecken, weil eine jüngere traumatische Erinnerung sie leitet? Die Rückkehrer sind Mittel zu einem Zweck, von dem wir noch nichts wissen.

Erzählt Alcatraz von Menschen, die versuchen, ihre eigene Geschichte zurückzubekommen? Oder können wir mit Sweeneys Worten fragen: What’s your story, Alcatraz? When you go against the grain, that’s when you get nicked, erklärt Assistent Tiller Sweeney im Flashback; später, während des Festessens, lässt er seinen Worten Taten folgen. Zwar erfahren wir noch nicht, welches Spiel James und Tiller damals anfingen, aber die Schlüssel, die jetzt Hauser in Händen hält, öffnen tatsächlich eine Tür. Wohin, bleibt vorerst unklar. Wir können nur hoffen, dass sie nicht in eine leere Box führt…

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